Christina Langenberg entdeckt erst mit 30 die Liebe zur Malerei – Bilder bereits in London ausgestellt Im Rausch der Farben

Lübbecke-Gehlenbeck (WB). Wer die Stufen zu ihrer Wohnung im obersten Stock hinaufgeht, weiß sofort: Hier wohnt eine Künstlerin. Im Treppenhaus und im Foyer vor ihrer Eingangstür empfangen den Besucher starke Farben – Bilder, die ein positives Lebensgefühl ausstrahlen und den Blick gefangen nehmen. Christina Langenberg vereint viele Talente, das Malen ist eines davon. Jetzt  hat die Gehlenbeckerin einen Teil ihrer Werke sogar in London ausgestellt.

Christina Langenberg geht ihren künstlerischen Neigungen autodidaktisch nach. Das Bild in der Mitte trägt den Titel »The eye of vision«. Mit Acryl und Tusche geschaffen, steht es für ein lichtdurchflutetes und bewegtes  Leben.
Christina Langenberg geht ihren künstlerischen Neigungen autodidaktisch nach. Das Bild in der Mitte trägt den Titel »The eye of vision«. Mit Acryl und Tusche geschaffen, steht es für ein lichtdurchflutetes und bewegtes Leben. Foto: Kathrin Kröger

Lange Zeit wollte sie von der Malerei gar nichts wissen. »Bis 30 hab ich gesagt, ich kann nicht malen.« Fast durchs Abi wär sie gerasselt, »weil ich mich im Fach Kunst total verweigert habe«. Doch genau das sollte letztlich ein wichtiger Teil ihres Lebens werden.

Ein Aufenthalt im Atelier einer Künstlerin brachte das Schlüsselerlebnis: Christina Langenberg nahm schließlich an einem Malkurs teil und bekam gleich auf ihr erstes Bild positive Resonanz. Gouache und Acryl verwendete sie für ihre kreative Premiere, bei der es nicht bleiben sollte. Fortan war die gebürtige Bünderin eng mit dem Farbenspiel verbunden und schnell eine Getriebene.

Während sie tagsüber ihrer Tätigkeit in der Arbeitsmarktpolitik nachging – die studierte Diplom-Sozialpädagogin arbeitete unter anderem für den Verein Pro Arbeit in Minden – widmete sie sich in so mancher Nacht der Malerei. Zunächst aus dem Bekanntenkreis kamen die ersten Aufträge. Die Kunst von Christina Langenberg kam an.

Erste Ausstellung 2012

Heute berührt sie sehr viele Menschen, weit über die Landesgrenzen hinaus. Über soziale Netzwerke und eigenen Internetauftritt bringt sie Interessierten ihr künstlerisches Schaffen näher, zu dem auch das Schreiben, insbesondere das Verfassen von Gedichten, gehört. Erstmals ausgestellt wurden die Bilder der heute freiberuflichen Pädagogin und Künstlerin 2012 in ihrer Heimatstadt Bünde. »Im Spiegel der Farben« lautete der Titel. Es folgten weitere Präsentationen  im selben Jahr im Literaturcafé in Köln, 2015 bei »Edel und Steine« in Lübbecke sowie in der Brick Lane Gallery in London.

Vom Sohn inspiriert

»Ob Malen oder Schreiben, das geschieht bei mir intuitiv«, betont Christina Langenberg, deren Wohnung viele ihrer Bilder zieren  – darunter sind auch einige ihres 20-jährigen Sohnes Luca, der mittlerweile in Berlin studiert und von dem sie mit leuchtenden Augen erzählt. Er habe eine außergewöhnliche Gabe zum Zeichnen und sei von Anbeginn eine Quelle der Inspiration gewesen.

Die Gehlenbeckerin plant ihre – abstrakten – Bilder nicht. »Ich sehe die Konturen, dann akzentuiere ich sie mit  Kohle«, beschreibt sie die Herangehensweise an einem ihrer Exponate. Die Farbnuancen in Acryl entstehen durch eine eigene Spachteltechnik. Ihre Vielseitigkeit fällt auf: vom Motiv über die Farbgebung bis hin zur Technik. Die Bilder der Künstlerin sind nicht nur in Acryl, sondern auch in Öl oder mit Tusche auf Landwand gearbeitet.

Die Malutensilien sind immer griffbereit. Mitunter bedient sich die Künstlerin auch einer eigenen Spachteltechnik. Foto: Kathrin Kröger

Dass  die 44-Jährige beseelt ist vom Malen, ist nicht nur an ihren Wänden abzulesen, sondern auch an ihrem »Arbeitsplatz«. Die Farben immer greifbar, immer einsatzbereit, um dem kreativen Impuls nachgehen zu können – so wirkt es auf den Beobachter, dessen Blick auf die zahlreichen Utensilien auf dem Parkettboden fällt. Indisch-Gelb, Orange, Kadmium-Rot, das sind die momentanen Favoriten der Künstlerin.

Ausstellung in London

Die Vielseitigkeit war es auch, die die Londoner faszinierte. »Die Brick Lane Gallery arbeitet weiter mit meinen Bildern. Jetzt bestätigte sich eine Auftragsarbeit«, erzählt Christina Langenberg, die von der Metropole selbst nicht mehr so begeistert war wie bei ihrem letzten Besuch mit 16 Jahren. »Die Stadt hat sich verändert, überall laut und voll.« Umso angenehmer empfand sie die Welt, die sich ihr in einem Art-Studio eröffnete. »Eine Oase der Stille inmitten des Gewimmels«.  

Förderung von Kindern

Es geht Christina Langenberg aber nicht nur darum, ihren eigenen künstlerischen Neigungen nachzugehen, sondern auch andere zu fördern. Sie bietet ästhetische Erziehung für hochbegabte und hochsensible Kinder an. »Ich durfte feststellen, dass diese Kinder sehr offen sind für freigeistige Erziehung und mit ihrer feinstofflichen Art offen sind für musische und poetische Impulse.« Ein Achtjähriger, der eigene Kompositionen schreibt, eine Zehnjährige, die großflächige Leinwände bemalt – bei Christina Langenberg sind sie willkommen.

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