Polizei warnt vor Gefahren im Mittellandkanal – Anzeige gegen Brückenspringer »Lieber ins Freibad«

Lübbecke (WB). Temperaturen von 30 Grad und mehr laden zu einem erfrischenden Bad ein – im Planschbecken, mit Gartenschlauch oder in der Badeanstalt. Auch an den Ufern des Mittellandkanals tauchen immer wieder Menschen in die Fluten. Verboten ist das nicht. Doch die Wasserschutzpolizei Minden warnt vor den Gefahren der Bundeswasserstraße.

Von Kai Wessel
Der Mittellandkanal bei Lübbecke: Während das Springen von der Brücke streng geahndet wird, ist das Schwimmen im Uferbereich nicht explizit verboten. Doch die Wasserschutzpolizei warnt vor den Gefahren der Bundeswasserstraße.
Der Mittellandkanal bei Lübbecke: Während das Springen von der Brücke streng geahndet wird, ist das Schwimmen im Uferbereich nicht explizit verboten. Doch die Wasserschutzpolizei warnt vor den Gefahren der Bundeswasserstraße. Foto: Kai Wessel

Hauptkommissar Ulrich Möller lässt keinen Zweifel daran, dass ihm die »Badegäste« im Kanal einige Sorgen bereiten: »Eine Bundeswasserstraße ist keine Badeanstalt. Es gibt niemanden, der im Notfall helfen könnte. Dessen sollte sich jeder bewusst sein, der da reingeht.«

An den Ufern sei das Baden zwar nicht explizit untersagt, doch auf dem abschüssigen Untergrund könne man leicht ausrutschen, erst recht, wenn sich Algen auf den Steinen abgesetzt hätten. »Man steht da sehr wackelig.«

Möller und seine Kollegen von der Wasserschutzpolizei warnen auch davor, sich vom Uferbereich zu entfernen und in die Kanalmitte zu schwimmen. Dort, wo die großen Binnenschiffe entlangfahren, sei das Sogverhalten des Wassers unberechenbar. Selbst erfahrene Schwimmer würden sich in der 4,50 Meter tiefen Fahrrinne in große Gefahr begeben.

Noch gefährlicher als das Schwimmen im Mittellandkanal sei das Springen von einer der zahlreichen Brücken. Wer dabei erwischt wird, riskiere nicht nur Anzeige und Bußgeld, sondern auch sein Leben, sagt Ulrich Möller. Wer Brückenspringer beobachtet, sollte direkt die Polizei informieren. In diesen Tagen will die Wasserschutzpolizei wieder Streife fahren, um sich einen Überblick über das Geschehen am Mittellandkanal zu verschaffen.

Ulrich Möller will niemandem verbieten, sich am Ufer zu erfrischen, doch er mahnt zur Vorsicht: »Gehen Sie lieber ins Freibad oder in einen Badesee mit Leuten vom DLRG. Da ist man besser aufgehoben.«

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