Lübbecke beteiligt sich am 14. Februar erstmals am weltweiten Aktionstag gegen Gewalt an Frauen  Sie bitten zum Tanz 

Lübbecke (WB). Sie tanzen in Neu Delhi und Rom, ziehen durch die Straßen von New York oder demonstrieren vor dem Brandenburger Tor. Jetzt kommt die weltweite Kampagne »One Billion Rising« erstmals auch nach Lübbecke. Am Samstag, 14. Februar, 11.30 Uhr, wird auf dem Wappenplatz gegen Gewalt an Frauen und Mädchen getanzt. Die Vorbereitungen zum Aktionstag haben begonnen.

Von Chiara Armeli und Kai Wessel
Die Organisatoren des Aktionstages mit (von links) Maike Zelle, Sigrid Rohlfing-Sundermeyer, Jenny Krogull-Hull, Birte Steinkamp und Angelika Lüters freuen sich auf den 14. Februar. Sie tragen pinke Aktionshandschuhe und proben die Choreographie des vierminütigen Liedes Break the Chains – Sprengt die Ketten.
Die Organisatoren des Aktionstages mit (von links) Maike Zelle, Sigrid Rohlfing-Sundermeyer, Jenny Krogull-Hull, Birte Steinkamp und Angelika Lüters freuen sich auf den 14. Februar. Sie tragen pinke Aktionshandschuhe und proben die Choreographie des vierminütigen Liedes Break the Chains – Sprengt die Ketten. Foto: Kai Wessel

 Unter dem Kampagnentitel (»Eine Milliarde erheben sich«) wird auf die Misshandlung und Vergewaltigung von Frauen aufmerksam gemacht. Für Angelika Lüters, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, ist es an der Zeit, dass das Problem auch in Lübbecke verstärkt thematisiert wird: »Die Tatsache, dass in Deutschland jede dritte Frau Gewalt erlebt, lässt das Ausmaß erahnen.«

 Weltweit wird es Protestzüge, spontane Happenings sowie Tanz- und Kunstaktionen geben. In Lübbecke wird um 11.30 Uhr vor dem Café Janke getanzt – vier Minuten lang. »Mitmachen kann jeder«, sagt Angelika Lüters. Damit die Choreographie zum Aktionslied »Break the Chain – Sprengt die Ketten« gelingt, bietet die Tanzschule Hull mehrere Termine (3./4./10./11. Februar) zum gemeinsamen und kostenlosen Üben an. Jenny Krogull-Hull verspricht: »Die Schritte sind simpel. Die kann jeder ganz schnell lernen.«

 Unterstützung bei der Organisation erhält Angelika Lüters nicht nur von der Tanzschule, sondern auch von Birte Steinkamp (»ideenbar«), Sigrid Rohlfing-Sundermeyer (Breitensportbeauftragte der Stadt Lübbecke) und Maike Zelle von der Medienwerkstatt. Geplant ist unter anderem, den vierminütigen Tanz in Lübbecke zu filmen und Interviews zu führen. Wer Interesse hat, als Kameramann aktiv zu werden, kann Schulungen in der Lübbecker Medienwerkstatt in der Bahnhofstraße besuchen. Ein Kurs ist am 24. und 25. Januar, jeweils von 10 bis 14 Uhr.

 Wieviele Frauen sich an der Aktion in der Lübbecker Fußgängerzone beteiligen werden, ist derzeit noch nicht abzusehen. Nach Angaben der Organisatoren gäbe es bereits viele Zusagen. »Ich bin wirklich gespannt, wieviele letztlich kommen und mitmachen«, sagt Angelika Lüters. »Wenn es 50 werden, wäre das schon ein Erfolg.« Insgeheim erhoffen sich die Organisatoren aber eine deutlich größere Zahl. Für Zuschauer gilt, dass spontan mitgetanzt werden darf. Auch Jungen können sich beteiligen. Im Vorfeld habe ein 16-jähriger Lübbecker darauf hingewiesen, dass er sich in der wichtigsten Personengruppe befände, da die Gewalt schließlich von Männern ausgehe. »Das fand ich sehr beeindruckend«, sagt Jenny Hull-Krogull.

 Bürgermeister Eckhard Witte hat die Schirmherrschaft der Aktion übernommen. Unterstützung kommt darüber hinaus vom Café Janke, von der Bäckerei Schmidt und vom Schuhhaus Meyer.

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