Anwohner Keith Walters (57) filmt »Geisterfahrer« an der Obernfelder Allee Das ignorierte Schild

Lübbecke (WB). Regeln sind dazu da, dass man sich an sie hält: Ein Anwohner der Obernfelder Allee ruft die Autofahrer jetzt zur Ordnung auf. Familienvater Keith Walters (57) ist empört. Der ehemalige britische Soldat hat in den vergangenen Monaten zahlreiche Verkehrssünder vor seiner Haustür gefilmt – mit einer kleinen Web-Kamera.

Von Kai Wessel
Kann man dieses Schild übersehen? Anwohner Keith Walters hat an der Obernfelder Allee zahlreiche Autofahrer beobachtet, die das Durchfahrtsverbot ignorieren. Der britische Ex-Soldat fordert mehr Kontrollen und härtere Strafen.
Kann man dieses Schild übersehen? Anwohner Keith Walters hat an der Obernfelder Allee zahlreiche Autofahrer beobachtet, die das Durchfahrtsverbot ignorieren. Der britische Ex-Soldat fordert mehr Kontrollen und härtere Strafen. Foto: Kai Wessel

Die Ergebnisse der privaten Verkehrsüberwachung seien alarmierend, sagt Keith Walters. Bis zu 30 Autos würden die Obernfelder Allee täglich aus Richtung Krankenhaus kommend befahren. Obwohl das eindeutig verboten sei. »Die meisten haben Mindener Kennzeichen«, sagt Keith Walters.

Dass es sich bei den »Geisterfahrern« um Ortsunkundige handelt, sei aus Sicht des Ex-Soldaten nur die Ausnahme. Keith Walters hat beispielsweise eine Autofahrerin beobachtet, die nachts das Licht an ihrem Mercedes ausgeschaltet habe, um unbemerkt zu bleiben. Andere würden hingegen versuchen, die Verbotszone so schnell wie möglich zu durchfahren – und einfach aufs Gaspedal drücken. Besonders dreist sei das Verhalten der Autofahrer während des Blasheimer Marktes gewesen. »Da war hier Stau«, sagt der Familienvater.

Behörden sind informiert

Keith Walters hat inzwischen die Polizei auf die Verstöße hingewiesen. Er findet, dass man das verbotswidrige Durchfahren der Allee nicht länger tolerieren dürfe. »Wer sich nicht an die kleinen Regeln im Alltag hält, der hält sich irgendwann auch nicht mehr an die großen.«

Dass die Höhe der Strafmandate für »Geisterfahrer« in der Obernfelder Allee 20 Euro beträgt, hält Keith Walters für unzureichend. In seiner Heimat, einer Stadt unweit von Liverpool, würde viel härter gegen Bürger, die sich nicht an Vorschriften halten, durchgegriffen. Wer dort beispielsweise seine Mülltonne zum falschen Termin an die Straße stellt, müsse mit bis zu 800 Pfund Strafe rechnen. Und: Wer den Unrat seines Hundes nicht beseitige, würde im Wiederholungsfall gar zu 1600 Pfund Bußgeld verdonnert.

Nach Ansicht von Walters habe sich das Unrechtsbewusstsein der Deutschen in den vergangenen Jahren verändert. Als Beispiele nennt er zugeparkte Radwege oder auch Radfahrer, die auf der falschen Straßenseite oder durch Fußgängerzonen fahren.

Auch bauliche Veränderung vorstellbar

Im Fall der Obernfelder Allee könnte sich Keith Walters außer verstärkten Kontrollen eine bauliche Veränderung vorstellen, um die Einfahrt in die verbotene Straße deutlicher zu kennzeichnen. Die Schilder würden dazu offenbar nicht ausreichen.

Bei der Stadt ist das Problem bekannt. Allerdings hält man dort die Beschilderung für ausreichend. Polizeisprecher Ralf Steinmeyer versicherte, dass hin und wieder auch Kontrollen stattfänden.

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