Bundesministerium fördert Integrationsprojekt in Schnathorst mit 9500 Euro Willkommen im Begegnungszentrum

Hüllhorst (WB). Im Dorfgemeinschaftshaus Schnathorst ist am Montag ein neues Begegnungszentrum eröffnet worden. Für das Projekt hat das Landwirtschaftsministerium in Berlin 9500 Euro aus dem Programm »500 Landinitiativen« zur Verfügung gestellt.

Von Kai Wessel
Im Gemeinschaftsraum (von links): Der Integrationsbeauftragte Kahraman Tsikha, der Iraker Barjas Hassan (27, möchte Busfahrer werden) und Strickerin Ursula Schlehufer (74) präsentieren die Spendenente der Einrichtung.
Im Gemeinschaftsraum (von links): Der Integrationsbeauftragte Kahraman Tsikha, der Iraker Barjas Hassan (27, möchte Busfahrer werden) und Strickerin Ursula Schlehufer (74) präsentieren die Spendenente der Einrichtung. Foto: Kai Wessel

Im voll besetzten Gemeinschaftsraum des Begegnungszentrums hatten sich zur Eröffnung am Montagabend zahlreiche Flüchtlinge und Flüchtlingspaten eingefunden. Verwaltungsmitarbeiter Peter Lücking sagte, dass das Begegnungszentrum »offen für alle Bürger« sei.

Diesen Aspekt unterstrich auch Projektleiter Frank Buhlmann: »Das Begegnungszentrum ist nicht nur für Flüchtlinge gedacht. Sie sollen hier den Deutschen begegnen.« Genau damit stehe und falle das Projekt, sagte der Integrationsbeauftragte Kahraman Tsikha: »Ohne die Bürger wird das hier kein Begegnungszentrum.«

Ein Ort des Lernens

Das Projekt soll den Geflüchteten Möglichkeiten aufzeigen und ihre Integration fördern. Peter Lücking nannte das Begegnungszentrum einen »Ort des Lernens«. Abgesehen vom PC-Kurs (mit fünf neuen Laptops) sind bislang ein Nähkaffee mit Jutta Klare-Steinbrink (mit fünf neuen Nähmaschinen) sowie ein Stricktreff mit Margret Bollmann und Ursula Schlehufer vorgesehen.

Darüber hinaus wollen sich Mitglieder des Schachclubs »Springer Schnathorst« im königlichen Spiel mit den Flüchtlingen messen. Vorgesehen sind auch Fachvorträge, beispielsweise zum Thema Gesundheit, und ein Bewerbungstraining. Es seien alle Arten von Fort- und Weiterbildungen denkbar, sagte Kahraman Tsikha, der in seiner Eröffnungsrede den amerikanischen Industriellen Henry Ford zitierte: »Zusammenkommen ist ein Beginn, Zusammenbleiben ist ein Fortschritt, Zusammenarbeiten ist ein Erfolg.«

An Montagen ist Teezeit im Begegnungszentrum. Gerade dann seien auch einheimische Bürger willkommen, um mit den Flüchtlingen ins Gespräch zu kommen, sagten Martina und Frank Buhlmann. Ursprünglich hatte es Überlegungen gegeben, mit den Fördermitteln eine Holzhütte für das geplante Begegnungszentrum zu bauen. Frank Buhlmann: »Bürgermeister Bernd Rührup hat uns dann darauf hingewiesen, dass das Dorfgemeinschaftshaus Schnathorst nicht ausgelastet ist.« Dort werden auch Speisen und Getränke angeboten. Ein fester Preis wird nicht verlangt. Stattdessen können Besucher eine frei wählbare Summe in eine gelbe Ente stecken. Aus Rücksicht auf Muslime erhielt die Ente den Vorzug gegenüber dem Sparschwein.

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