»Tratsch im Treppenhaus« feiert am 23. Juli Premiere Kahle Wart zeigt Ohnsorg-Klassiker

Hüllhorst(WB). Eine Freilichtbühne gibt ein Stück, das nur in geschlossenen Räumen spielt – wie kann das angehen? Die Laienspieler der Kahle Wart wagen sich an den Ohnsorg-Klassiker »Tratsch im Treppenhaus« und bauen dafür eine aufwändige Kulisse auf ihre Natur- und Fachwerkbühne.

Von Friederike Niemeyer
Tratschen, das ist ja ihre Sache nicht, aber... Meta Boldt alias Elke Aulfes weiß ziemlich genau, was im Haus so vor sich geht. Auch Nachbar Ewald Brummer (Helmut Becker, rechts) und sein Neffe Dieter (Olaf Heidenreich) sind vor ihrer Neugier nicht sicher.
Tratschen, das ist ja ihre Sache nicht, aber... Meta Boldt alias Elke Aulfes weiß ziemlich genau, was im Haus so vor sich geht. Auch Nachbar Ewald Brummer (Helmut Becker, rechts) und sein Neffe Dieter (Olaf Heidenreich) sind vor ihrer Neugier nicht sicher. Foto: Niemeyer

Ein neugieriges Klatschweib, das ein ehrenwertes Haus so richtig durcheinander bringt: In dieser Rolle brillierte einst die unvergessene Heidi Kabel in »Tratsch im Treppenhaus«, und auch ihre Tochter Heidi Mahler feiert damit in einer leicht modernisierten Fassung Erfolge. Vom 23. Juli bis 28. August gibt nun Elke Aulfes von den Laienspielern des Oberbauerschafter Heimatvereins die »Tratsche« Meta Boldt. »Eine große Herausforderung«, bekennt die Darstellerin, die auch die Spielleitung innehat, »aber es macht auch großen Spaß. Und auf Platt kann man da noch ganz anders agieren als auf Hochdeutsch.«

Überraschungen zu erwarten

Regisseur Jürgen Wiemer ist sich bewusst, dass die Handlung dieses Klassikers vielen Fernseh- und Theaterzuschauern bekannt ist. »Da ist es natürlich nicht so interessant, wie es ausgeht. Die Frage ist eher, wie alles umgesetzt wird. Und wir haben uns einige Überraschungen ausgedacht«, sagt Wiemer. Grundlage für die Oberbauerschafter Inszenierung ist das plattdeutsche Originalstück, das in den 50er Jahren mit seiner heute als piefig empfundenen Moral angesiedelt ist.

Als zwei junge Untermieter in ein Mietshaus einziehen, ist die Neugier von Nachbarin Meta Boldt geweckt. Sie meint, den Hauswirt über alles auf dem Laufenden halten zu müssen, und löst mit ihrem losen Mundwerk so manche Verwicklung aus. In weiteren Rollen zu sehen sind Helmut Becker, Michaela Ewering, Bärbel Rieger-Lücking, Olaf Heidenreich, (erstmals dabei) Hilmar Pfenning und (der Büttendorfer) Helmut Lohaus.

Jugendgruppe mit auf der Bühne

Unterstützt werden die Spieler dieses Mal nicht nur von den vielen guten Geistern hinter der Bühne, sondern auch von der Jugendtheatergruppe des Heimatvereins. Vereinsvorsitzender Jürgen Hahn: »Die wollen nicht nur proben, sondern auch auf der Bühne stehen.« Helmut Becker vermittelt ihnen als »Vocal Coach« das heimische Platt.

Geprobt wird für »Tratsch im Treppenhaus« seit März, seit Mai auf der Bühne. Doch wenn in den nächsten Tagen die aufwändige Kulisse aufgestellt wird, wird es sicher noch einmal ein ganz neues Probengefühl werden. Technischer Leiter Olaf Heidenreich und die Spieler haben selbst Hand angelegt, damit die Kahle Wart zu einem Treppenhaus wird.

Zu sehen ist »Tratsch im Treppenhaus« jeweils samstags 20 Uhr und sonntags 16 Uhr vom 23. Juli bis 28. August. Am nächsten Wochenende wird noch einmal das hochdeutsche Stück »Wenn Oma einmal reicht ist« gespielt.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.