Kripo will Mordverdächtigen Jörg W. in Kürze erneut vernehmen – mit Video Drei Tote und viele Fragen

Hille (WB). Im Fall der drei Toten von Hille will die Mordkommission den Verdächtigen Jörg W. (51), der seit Sonntag in Bayern in Untersuchungshaft sitzt, bis spätestens Montag nach Bielefeld holen.

Von Christian Althoff
Hier rissen THW und Polizei am Mittwoch die Erde auf und suchten Spuren.
Hier rissen THW und Polizei am Mittwoch die Erde auf und suchten Spuren. Foto: Christian Althoff

Dann soll er zu den beiden Toten befragt werden,  die Leichenspürhunde am Mittwochnachmittag auf seinem Pferdehof in Hille (Kreis Minden-Lübbecke) entdeckt hatten.

Obduktionsergebnis am Freitag

Jörg W. scheint grundsätzlich aussagebereit zu sein.  Er hat bereits zugegeben, am 4. März den Libanesen Fadi S. (30) aus Stadthagen mit einem Hammer erschlagen zu haben und danach nach Bayern geflohen zu sein. Das Motiv könnte in der geschäftlichen Verbindung der beiden liegen, die in der Baubranche zusammenarbeiten wollten. Ob es tatsächlich um 5000 Euro ging, die der libanesische Maurer vorgestreckt haben soll, ist aber noch nicht klar. »Die bisherigen Aussagen des Beschuldigten sind in einigen Teilen lückenhaft und widersprüchlich«, sagte Polizeisprecherin Kathryn Landwehrmeyer.

Die Mordkommission nimmt an, dass die beiden am Mittwoch entdeckten Toten zwei seit Monaten vermisste Männer aus Hille sind – Witwer Gerhard F. (71), der Nachbar des Mordverdächtigen, sowie ein Gelegenheitsarbeiter (65), der Jörg W. auf seinem Pferdehof gegen Kost und Logis geholfen haben soll.

 Die Leichen waren auf dem Hof in einem Wäldchen an einer Stelle vergraben. Offensichtliche Todesursachen, zum Beispiel eingeschlagene Schädel, wurden bei der Untersuchung durch Rechtsmediziner vor Ort nicht entdeckt. Die Toten wurden anschließend nach Bielefeld gebracht, wo sie am Donnerstagnachmittag untersucht wurden. Das vorläufige Obduktionsergebnis will die Staatsanwaltschaft am Freitag bekanntgeben. Sollte sich die Identität der Männer nicht über ihren Zahnstatus klären lassen, müssten DNA-Untersuchungen erfolgen. Dann lägen gesicherte Aussagen erst in der kommenden Woche vor.

Männer nicht vermisst gemeldet

Warum die Männer nicht schon vor Monaten von Verwandten vermisst gemeldet worden waren, weiß die Polizei nicht. Eine Verwandte von Gerhard F. sagte Anfang der Woche, sie habe über Monate versucht, ihn telefonisch zu erreichen, habe aber nichts weiter unternommen.

Die Ermittlungen der Mordkommission gehen nach den Leichenfunden weiter. Unter anderem wird geprüft, ob jemand in den vergangenen Monaten Zugriff auf die Rente von Gerhard F. hatte. Auch die Konten des mutmaßlichen Mörders werden gecheckt. Bisher ist unklar, wovon Jörg W. gelebt hat.

Die Ermittlungen erstrecken sich auch auf das persönliche Umfeld des Mordverdächtigen. Bislang hat die Kripo aber keinen Anhaltspunkt dafür, dass die Ehefrau oder die Stieftochter etwas vom Treiben des 51-Jährigen geahnt haben.

www.westfalen-blatt.de/OWL/Mordfall-Hille

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.