Gestringer Dorfgemeinschaft begrüßt 60 Gäste zum Klönabend mit Paul Gauselmann Ein Ideengeber mit viel Esprit

Gestringen (WB). Ein Klönabend mit Paul Gauselmann, dem wohl bekanntesten Mitbürger in Gestringen – das hat große Anziehungskraft gehabt. Mehr als 60 Gäste hatten sich dazu im Gestringer Hof eingefunden.

Paul Gauselmann begrüßt zum Klönabend die etwa 60 Gäste im Gestringer Hof. Der Unternehmer hat in der zweistündigen Veranstaltung über seinen spannenden Werdegang zum erfolgreichen Unternehmer gesprochen.
Paul Gauselmann begrüßt zum Klönabend die etwa 60 Gäste im Gestringer Hof. Der Unternehmer hat in der zweistündigen Veranstaltung über seinen spannenden Werdegang zum erfolgreichen Unternehmer gesprochen. Foto: Martin Nobbe

Bernd Wlotkowski, Vorsitzender der ausrichtenden Dorfgemeinschaft, begrüßte die Besucher, unter ihnen neben Karin und Paul Gauselmann auch Bürgermeister Heinrich Vieker und Ehefrau Ulrike, im Gestringer Hof. Paul Gauselmann gab in dem etwa zwei Stunden langen Gespräch gern Auskunft auf viele Fragen, die weit über den geschäftlichen Bereich hinausgingen.

Jugend in Münster und im Münsterland

Der Ehrengast durfte im Vorfeld das Menü auswählen. Es gab Scholle mit Bratkartoffeln. Und dann ging es mit einer kurzen Vorstellung los. Paul Gauselmann ist 83 Jahre alt. Im vergangenen Jahr konnte er das 60. Firmenjubiläum feiern. In Espelkamp wohnt er seit 62 Jahren und seit 36 Jahren ist Gestringen sein Zuhause. Eigens für die Veranstaltung hatte das Unternehmen Polster Peper zwei bequeme Polsterstühle bereit gestellt.

Nach der Begrüßung setzten sich Gauselmann und Wlotkowski. Doch als Paul Gauselmann nicht alle Gäste im Saal sehen konnte stand er spontan auf und meinte: »Ich muss die Gesichter der Leute sehen.« So absolvierte er die drei Gesprächsabschnitte locker im Stehen. Als »Erfolgsmensch, Erfinder, Ideengeber, Kämpfer und großzügigen Sponsor«, beschrieb Wlotkowski den Unternehmer. Wlotkowski war gut vorbereitet. Er hatte die Biographie von Paul Gauselmann zur Hand und Details aus dem Lebenslauf im Kopf. Geschickt gab er Stichworte und Paul Gauselmann lies sich nicht lange Bitten. Spontan und spannend, mit unglaublicher Sicherheit, was die Daten und Zusammenhänge angeht, berichtete er aus seiner Jugend in Münster und im Münsterland.

Familie spielt wichtige Rolle

1934 geboren in Dumte, verstarb seine Mutter als er zwei Jahre alt war. Er kam zu seinem Onkel August und Tante Loni nach Münster. Insbesondere sie übernahm ein strenges Regiment in der Erziehung. Den Verlust eines Brennglases nach einem Bombenangriff beschrieb er detailgenau. Ebenso den Weg durch Schule und Berufsausbildung. Man bekam den Eindruck, als sei er bereits damals in der »Formel Eins« an den Start gegangen. »Mit Vollgas durch das Leben, immer vorne weg, immer Erster sein« – dieses Motto hat Paul Gauselmann schon seit frühester Jugend verfolgt. Auch mit 83 Lebensjahren hat sich daran offensichtlich nichts geändert.

Einfach aber war es nicht immer für ihn. Er erinnerte sich auch an den frühen Tod seiner ersten Ehefrau. Und so stand er mit drei Kindern alleine da. Doch habe er seine eigene Methode entwickelt, um immer auch im Schlechten etwas Gutes zu entdecken, sagte der Unternehmer. Die Familie spielt für Paul Gauselmann eine wichtige Rolle. Er bekam schon viele Ehrungen. Auf die Frage von Wlotkowski, welches die wichtigste war, antwortete Gauselmann: »Die wichtigste Anerkennung ist die von meiner Frau Karin und die meiner Söhne.« 1967 heiratete er Karin, mit der er im vergangenen Jahr die Goldene Hochzeit feiern konnte. Er berichtete auch über gesundheitliche Nackenschläge. Die hätten sicherlich auch sein Sponsoring im Gesundheitsbereich zum Beispiel für das Krankenhaus in Rahden, das Klinikum Minden oder in der Schlaganfallhilfe beeinflusst.

Unternehmer ist »normal geblieben«

Zur Sprache kam auch das Sponsoring für viele Vereine. 2010 kaufte Gauselmann zudem das Schloss Benkhausen von der Diakonischen Stiftung Wittekindshof. In diesem Zusammenhang wünschte er Wlotkowski viel Glück bei seiner neuen beruflichen Aufgabe beim Wittekindshof. Das Schloss baute Gauselmann zum Tagungszentrum um. »Ich wusste gar nicht, was auf mich zukommt. Es war sehr marode, aber ich habe keinen Euro bereut.« Aus der Versammlung wurde das Objekt als »Edelstein in der Region« gelobt und insbesondere gewürdigt, dass die Anlage offen für jedermann ist. Insgesamt freuten sich die Gestringer, dass der Unternehmer »so normal geblieben ist.« Bei vielen Veranstaltungen vor Ort ist er dabei. Und Gauselmann meinte: »Wir würden uns anderswo gar nicht wohlfühlen.«

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