Stadtführer richten »Espelkamp küert platt« im Teppichmuseum Tönsmann aus. Klein und Groß »schnacken platt«

Espelkamp (WB). Sprache dient der Kommunikation – das ist seit Jahrtausenden so und und das wird auch die fortschreitende Technologisierung nicht ändern. Alte Sprachen lebendig halten und sie bewahren vor dem Vergessen und dem Aussterben – diese Gefahr droht schon eher.

Von Felix Quebbemann
Zu einer ersten Vorbesprechung und Vorstellung haben sich alle Beteiligten des Plattdeutschen Nachmittags »Espelkamp küert platt« im Teppichmuseum Tönsmann getroffen. Die Veranstaltung wird am 24. Februar ausgerichtet.
Zu einer ersten Vorbesprechung und Vorstellung haben sich alle Beteiligten des Plattdeutschen Nachmittags »Espelkamp küert platt« im Teppichmuseum Tönsmann getroffen. Die Veranstaltung wird am 24. Februar ausgerichtet. Foto: Felix Quebbemann

Kompletter Nachmittag

Und so haben sich in der jüngeren Vergangenheit immer wieder Gruppen und Personen zusammengetan, um zum Beispiel die Plattdeutsche Sprache wieder ins Gedächtnis zu rufen oder sie sogar wieder aktiv zu sprechen.

Die Espelkamper Stadtführer haben sich dieser Thematik angenommen und werden am Samstag, 24. Februar, einen kompletten Nachmittag im Teppichmuseum Tönsmann unter das Motto stellen: »Espelkamp küert platt«. Dabei werden Erlebnisse der hiesigen Umgebung in Plattdeutsch vorgetragen. Doch auch die Mundarten aus Ostpreußen, Sachsen und Schlesien, sowie das Plautdietsch der Spätaussiedler werden ihren Platz ab 14.30 Uhr im Teppichmuseum erhalten.

Kostprobe

Karl-Heinz Tiemeier, Pressesprecher der Stadtführer, und Rita Obermeier vom Teppichmuseum hatten jetzt zu einer ersten Vorstellung der Veranstaltung eingeladen. Und dort konnte man schon feststellen. »Plattdeutsch ist ›in‹.« Denn nicht nur die Darsteller der Espelkamper Laienspielbühne besuchten das Teppichmuseum, um ihren Programmpunkt vorzustellen. Auch Jungen und Mädchen des Kindergartens Isenstedt waren mit von der Partie. Mit Leiterin Claudia Doehring und »Opa Günter« Halwe zeigten sie den Anwesenden, dass auch heute noch in jungen Jahren »Platt schnacken« viel Spaß machen kann. Mit dem Lied »Ick bin doa, du bis doa, olle sind wir doa« gaben sie eine Kostprobe ihres Könnens.

An dem Veranstaltungstag werden die Eskari-Laienspieler eine kleines Theaterspiel aufführen. Auch die Wissenschaft wird nicht zu kurz kommen. Es wird einen Vortrag von Prof. Dr. Doris Tophinke von der Uni Paderborn über den Dialektatlas, Mittleres Westdeutschland geben. »Mit ihr besteht schon seit anderthalb Jahren ein Kontakt, weil es mir wichtig ist, das auch von den Ortschaften die verschiedenen Ausdrucksweisen der plattdeutschen Sprache archiviert werden«, erläuterte Tiemeier.

Die Idee

Er hatte schließlich mit Rita Obermeier die Idee, das Ganze im Teppichmuseum stattfinden zu lassen. Bei Jürgen Tönsmann rannten sie damit sofort offene Türen ein. Seit mehr als 100 Jahren sei seine Familie im textilen Geschäft tätig. »Ich kann mich noch daran erinnern, dass Oma und Opa mit den Kunden immer ›platt‹ gesprochen haben«, sagte Tonsmann. Im Jahr 2016 hatte das Teppichmuseum zudem schon den amerikanischen Prof. Dr. Marron Curtis Fort zu Gast, der mit seinem Plattdeutsch begeisterte. »Das ist damals gut angekommen«, schmunzelte Tönsmann. Der nun kommende Nachmittag sei als »Folgeveranstaltung« zu sehen – nur dieses Mal mit den Lokalmatadoren. So werden aus den verschiedenen Ortschaften unter anderem Kirsten Beste, Erika Vogt und Karl-Friedrich Hüsemann ihr »platt« zum Besten geben. In der ostpreußischen Mundart wird Gundel Müller vortragen. Und die schlesische Mundart beherrscht Irma Steding noch bestens.

Als »Exot« des Nachmittags wird dann auch noch Addi Alexis Schaefer ein paar Anekdötdchen aus dem Sächsischen – seiner Heimatsprache – zum Besten geben.

Anmeldungen

Für die Veranstaltung ist eine Anmeldung erforderlich und es ist ein Eintrittspreis in Höhe von sechs Euro zu zahlen. »Ein Anteil von drei Euro wird dabei der Förderung der plattdeutschen Sprache im Kindergarten Isenstedt zugute kommen«, erklärte Tiemeier. Anmeldungen und weitere Informationen im Kulturbüro im Bürgerhaus unter Telefon 05772/562161.

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