Espelkamper Peter Pankratz lässt sich vom Scherenschnittweltmeister porträtieren Eine Silhouette in Sekundenschnelle

Espelkamp/Wismar (WB/nokem). Die Hansestadt Wismar in Mecklenburg-Vorpommern ist zu jeder Zeit eine Reise wert. Das hat sich auch der Espelkamper Peter Pankratz gedacht und hat Wismar einen Besuch abgestattet.

Weltrekordhalter

Dass er dabei einem Weltrekordhalter begegnen würde, der sogleich von ihm auch noch ein Porträt herbeizaubert – damit konnte der Espelkamper nun wirklich nicht rechnen.

Eigentlich wollte sich Pankratz einige der zahlreichen Sehenswürdigkeiten der alten Hansestadt anschauen.

Neugier

»Beim Spaziergang durch die Altstadt wurde ich von Straßenkünstler Jacques Matéos angesprochen«, sagt Pankratz. Matéos wollte wissen, ob er eine Scherenschnitt-Silhouette vom Gast aus Ostwestfalen anfertigen darf. »Ich stimmte zu, setzte mich in Position und war nach wenigen Minuten von dem Resultat total begeistert«, so Pankratz. In Windeseile hatte der Künstler aus schwarzer Pappe mit einer Schere ein kleines, aber sagenhaftes Kunstwerk mit Wiedererkennungswert geschaffen. Inzwischen hatten sich viele Neugierige am Stand des Künstlers eingefunden. Die zeigten ebenfalls reges Interesse an einem Scherenschnitt.

Dass sie bereits die ganze Zeit einem Weltmeister bei der Arbeit zuschauen durften, wussten sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht. In jungen Jahren versuchte der gebürtige Franzose, der mit einer Deutschen verheiratet ist, und ganz in der Nähe von Wismar lebt, sein Glück als Jongleur im Varieté.

Flinker Franzose

Heute verdient der freiberufliche Zauberer sein Geld ausschließlich mit dem Scherenschnitt. Er arbeitet mit einer Chirurgenschere, deren Schenkel man einzeln zusammenstecken kann. Seine Kunden begegnen ihm in der Stadt oder im Park und sind Einwohner seiner Heimatstadt oder Touristen – wie Peter Pankratz. Viele sind erstaunt, wie flink der gebürtige Franzose die Scherenschnitte vollführt.

Mit einem spitzbübischem Lächeln erinnert sich der 80-jährige Matéos an die Vergangenheit. Denn von ihm wurde schon so manch Prominenter »beschnippelt«. Matéos denkt an viele Auftritte im Fernsehen zurück und an die Zeit, als er unter anderem von den ehemaligen Bundeskanzlern Helmut Schmidt, Willy Brandt und Helmut Kohl sowie US-Politiker Henry Kissinger Scherenschnitte anfertigen durfte.

Guinness-Buch

Auch im Guinness-Buch der Rekorde hat sich Jacques Matéos bereits unsterblich gemacht. Er ist nämlich mit 485 Scherenschnitten in nur drei Stunden Weltmeister in seinem Handwerk geworden.

Der Scherenschnitt, ursprünglich in Nordchina beheimatet, ist eine der ältesten Volkskünste Chinas.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.