Espelkamper Autorin holt den zweiten Platz bei »Die Kunst der Einfachheit« Kalbhenn liest auf Leipziger Buchmesse

Espelkamp (WB). Eine Lesung auf der Leipziger Buchmesse – für so manchen Autor ist dies ein Traum, dem man nacheifert. Für Marlies Kalbhenn wird dieser Traum in diesem Jahr Wirklichkeit.

Von Felix Quebbemann
Die Espelkamper Autorin Marlies Kalbhenn hat in der jüngeren Vergangenheiten gleich mehrere Kurzgeschichten in verschiedenen Büchern veröffentlicht. In diesem Jahr darf sie im März bei der Leipziger Buchmesse vorlesen.
Die Espelkamper Autorin Marlies Kalbhenn hat in der jüngeren Vergangenheiten gleich mehrere Kurzgeschichten in verschiedenen Büchern veröffentlicht. In diesem Jahr darf sie im März bei der Leipziger Buchmesse vorlesen. Foto: Felix Quebbemann

Besonderer Preis

»Dieser Preis ist schon ein besonderer« erzählt die bekannte Espelkamper Autorin. Gewonnen hat sie die Lesung mit ihrer Kurzgeschichte »Das schöne Mädchen mit der roten Mütze«, die sie bei einem Wettbewerb einreichte.

»Es geht um eine Kinder- und Jugendfreundschaft zweier Mädchen«, so die Autorin über den Inhalt. Eine der beiden erkrankt schwer an Krebs. Sie wird einen Abend vorher bereits für die Abfahrt in die Klinik vorbereitet. Unter anderem rasiert ihr Vater ihr die Haare – für die bevorstehende Chemotherapie. Ihre beste Freundin setzt sich in der Nacht hin und strickt für ihre Freundin noch eine rote Mütze, weil sie keine Haare mehr hat und übergibt ihrer besten Freundin die Mütze am Morgen vor der Abfahrt. »Die Geschichte hat ein Happy-End«, verspricht Kalbhenn und erklärt weiter, warum sie mit dieser Geschichte ausgezeichnet wird.

Dritte Teilnahme

Denn die Kurzgeschichte ist innerhalb des Wettbewerbs »Die Kunst der Einfachheit« eingereicht worden. Dieser zeichnet sich dadurch aus, dass alle Geschichten in »einfacher Sprache« gehalten sind, so dass zum Beispiel behinderte Menschen diese auch lesen und verstehen können. Dieses Genre sei sehr im Kommen, sagt Marlies Kalbhenn. Es ist bereits ihre dritte Teilnahme bei dem Wettbewerb. 2015 holte sie sich den zweiten Platz. Bei der zweiten Teilnahme ein Jahr später erreichte sie einen Platz unter den ersten sieben. Und im vergangenen Jahr hat es wieder für den 2. Preis gelangt.

Während einer Lesung auf der Leipziger Buchmesse vom 15. bis 18. März wird sie nicht nur ihre prämierte Geschichte vortragen sondern auch den Preis entgegen nehmen.

Luther-Krimi

Die heimische Autorin hat in den vergangenen Monaten so manche Kurzgeschichte geschrieben, die dann auch in einem Gemeinschaftsband mit anderen Geschichten veröffentlicht wurde. So hat sich eines der Bücher im vergangenen Jahr mit dem Lutherjahr beschäftigt. »Der Luftkurort Tambach-Dietharz hat zum Lutherjubiläum einen Wettbewerb ausgeschrieben.« Marlies Kalbhenn stieß auf die Ausschreibung und verfasste das Werk »Lass fahren dahin«. Sie schaffte es mit ihrer Geschichte ebenfalls in den Band der »Wunderwasser-Krimis«.

Bei Marlies Kalbhenn dreht sich momentan vieles um den Krimi. Denn auch »Lass fahren dahin« endet mit einem blutigen Finale, in dem der »goldgerahmte Luther« eine nicht unerhebliche Rolle spielt. Das Augenzwinkern in der Geschichte ist deutlich spürbar zwischen den Zeilen und sorgt für ein wahres Lesevergnügen.

Handlung in der Region

Ihre Handlungen lässt Marlies Kalbhenn gerne auch in unmittelbaren Umgebung spielen – wie zum Beispiel beim Weihnachts-Kurz-Krimi »Singe, wem Gesang gegeben«, der im Band »In stiller Nacht um die Ecke gebracht« – herausgegeben von Meike Messal. »Dort war die einzige Vorgabe, dass die Handlung in der Region spielen muss.« Zum Zeitpunkt der Anfrage seien noch Espelkamp und Gütersloh frei gewesen.

Und da Marlies Kalbhenn sich schon lange als Espelkamperin fühlt, war die Entscheidung schnell gefallen. Die Kurz-Kriminalgeschichte spielt unter anderem auf dem Espelkamper Lichterglanz und fängt damit die Atmosphäre der Stadt ein – freilich nicht, ohne am Ende mit einer Leiche dazustehen.

Kalbhenn beschäftigt sich derzeit viel mit Kurzgeschichten, würde aber auch gerne einen Roman verfassen. Doch dafür fehle ihr derzeit die Zeit, da sie unter anderem für die Pflege ihrer kranken Mutter zuständig ist.

Ein paar Stunden

Da blieben dann häufig nur ein paar Stunden, um zu schreiben, sagt Kalbhenn. An vielen Orten, über die sie schreibt, sei sie auch selbst schon gewesen. Dies ist auch für die Leser nicht unerheblich, wenn diese Krimis aus ihrem Heimatort lesen wollen. »Regionalkrimis sind ganz besonders ›in‹«, sagt Kalbhenn.

Wer nun auf den Geschmack gekommen ist, eine Kalbhenn-Kurzgeschichte zu entdecken, kann sich bei der Autorin im Kalbhenn-Verlag unter Telefon 05772/4259 melden.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.