Landestheater Detmold spielt Operette »Die Fledermaus« – Vorstellung ausverkauft Aufführung ist ein großes Vergnügen

Espelkamp (WB/cm). Endlich wieder eine Operette. Und was für eine. Das Volksbildungswerk hatte sich den vielfachen Wunsch des Publikums nach Strauss, Lehàr und Co. zu Herzen genommen.

Der steinreiche Prinz Orlofsky (Brigitte Bauma, links), der von einer schrillen Entourage begleitet wird, weiht Gabriel von Eisenstein (Andreas Jören) in seine Lebensphilosophie ein. Die Operette »Die Fledermaus« ist ein voller Erfolg gewesen.
Der steinreiche Prinz Orlofsky (Brigitte Bauma, links), der von einer schrillen Entourage begleitet wird, weiht Gabriel von Eisenstein (Andreas Jören) in seine Lebensphilosophie ein. Die Operette »Die Fledermaus« ist ein voller Erfolg gewesen. Foto: Cornelia Müller

Mit der »Fledermaus« wurde am Sonntag nach langer Zeit wieder eine Operettenaufführung ins Programm aufgenommen. Der Mut wurde belohnt. Das Orchester des Landestheaters Detmold unter der Leitung von Mathias Mönius und das glänzende Solisten-Ensemble übertrafen alle Erwartungen. Außerdem schöpfte die Inszenierung die komischen Möglichkeiten voll aus, so dass das Zuschauen genauso viel Spaß machte wie das Zuhören.

Unvergesslicher Abend

Damit es ein unvergesslicher Abend für das Publikum werden konnte, hatten das Volksbildungswerk und das Landestheater Detmold einen immensen Aufwand betrieben. Etwa 150 Mitwirkende (Solisten, Chor, Tänzer, Orchester und Techniker) hatten sich auf den Weg nach Espelkamp gemacht. Im Neuen Theater waren alle Plätze ausverkauft und es gab sogar noch eine Warteliste.

Konsequent setzte die Inszenierung die Vorgabe um, die Handlung »in einem Badeort in der Nähe einer großen Stadt« spielen zu lassen. Angelnd verbringt Gabriel von Eisenstein hier seinen letzten Tag, bevor er einen mehrtägigen Arrest antreten soll. Den letzten Abend in Freiheit möchte er besonders genießen. Deshalb nimmt er die Einladung von Dr. Falke zu einem Fest des Prinzen Orlofsky an. Dieser steinreiche Fürst kennt nur ein Gebot: sich zu amüsieren, »chacun à son goût« – jeder nach seinem Geschmack.

Eisenstein, der es mit der ehelichen Treue nicht so genau nimmt, sagt sofort zu. Kaum hat er das Haus verlassen, trifft sich seine Frau Rosalinde mit dem Gesangslehrer Alfredo, wird dabei aber vom Gefängnisdirektor Frank überrascht. Alfredo gibt sich als Eisenstein aus und wandert an dessen Stelle ins Gefängnis.

Hauptrollen vorzüglich besetzt

Am Strand findet derweil eine große Party statt. (Gelungenes Detail: der Auftritt des Balletts als »Trocken-Synchronschwimmer«.) Der Champagner fließt und es wird geflirtet. Gabriel von Eisenstein bandelt mit einer unbekannten ungarischen Gräfin an. Er merkt nicht, dass es seine eigene Frau ist. (Da gerät das Strandkonzept mit seinen spärlich bekleideten Akteuren an seine Grenzen.)

Am nächsten Morgen herrscht Katerstimmung. Eisenstein erfährt vom vermeintlichen Schäferstündchen seiner Frau mit Alfredo und muss sich von ihr sein eigenes Verhalten am Vorabend vorhalten lassen. Am Ende stellt sich heraus: Das Ganze war nur eine Charade, die Dr. Falke sich ausgedacht hat, um Eisenstein einen Denkzettel zu erteilen.

Mit Megan Marie Hart als Rosalinde und Andreas Jören als Eisenstein waren die beiden Hauptrollen vorzüglich besetzt und Harts »Czardas« war ein Hochgenuss. Jeanne Seguin gab eine ausgezeichnete Adele und auch die Gefängnisszene mit dem betrunkenen Frank (Michael Zehe) und dem Gerichtsdiener Frosch (Michael Klein) war ein großes Vergnügen. Mehr davon!

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