SPD kritisiert Stadtentwicklung – Neujahrsempfang mit Franz Müntefering »Das Ganze bricht etwas zusammen«

Espelkamp (WB/fq). Die gestiegenen Kosten an der Waldschule sowie die generelle gesellschaftliche Entwicklung in Espelkamp beschäftigen die Espelkamper SPD.

Die Sozialdemokraten wollen in diesem Jahr bei der Stadtentwicklung genau hinschauen. Auch die gesellschaftliche Entwicklung in Espelkamp steht im Fokus der Partei.
Die Sozialdemokraten wollen in diesem Jahr bei der Stadtentwicklung genau hinschauen. Auch die gesellschaftliche Entwicklung in Espelkamp steht im Fokus der Partei.

So erklärte André Stargardt, stellvertretender Fraktionsvorsitzender, im Bilanzgespräch zum abgelaufenen Jahr, dass die Sozialdemokraten unter anderem bei der Entwicklung der Umbaukosten an der Waldschule »genau hinschauen müssen«.

Gestiegene Umbaukosten

Bei dieser Thematik kam es Ende 2016 zu längeren Diskussionen. Aufgrund von Brandschutzauflagen sind die gesamten Umbaukosten an der Waldschule, die eine Grundschule wird, auf beinahe eine Million Euro gestiegen. Als negatives Beispiel nannte Stargardt in diesem Zusammenhang die Umbaukosten an der Mittwaldschule, die ebenfalls vor einigen Jahren von einer Haupt- zur Grundschule umgebaut wurde. Kalkuliert seien damals 450 000 Euro gewesen. »Wir sind mittlerweile bei 980 000 Euro und es gibt noch keinen Abschluss«, sagte Stargardt.

Kritisch betrachten Stargardt und Jens Bölk, der SPD-Stadtverbandsvorsitzende, zudem eventuelle Pläne, in einem Industriegebiet ein weiteres Gebäude einer Bekenntniskirche zu bauen. »Da müssen wir aufpassen.« Bölk fehle bei solchen Entwicklungen »einfach die Vision Espelkamp. Seit Heiner Brockhagen weg ist, bricht das Ganze etwas zusammen«.

»Heikles Thema«

André Stargardt ergänzte, dass die gesellschaftliche Entwicklung ein »heikles Thema ist. Aber wir wollen das Thema diskutieren«, stellte er heraus. Der Grundstücksverkauf an eine Kirche sei auch eine strategische Entscheidung. Stargardt stellte die Frage: »Wie und mit wem soll sich diese Stadt entwickeln?« Er stellte zudem die Frage: »Was passiert mit den mennonitischen Kirchen? Nehmen sie künftig am gesellschaftlichen Leben teil?«

Jens Bölk ergänzte, dass diese Gruppe »immer größer wird«. Aber am gesellschaftlichen Leben nähmen sie nicht teil. Er sagte, dass sie weder das Kino noch die hiesige Gastronomie besuchten und auch nicht im Ehrenamt tätig seien. Reinhard Bösch, SPD-Fraktionsvorsitzender, erklärte dazu: »Jede Gruppe trägt Verantwortung für die ganze Stadt.«

Neujahrsempfang

Diese Thematik soll auch angesprochen werden, wenn die SPD ihren Neujahresempfang im Bürgerhaus am Freitag, 27. Januar, ausrichtet. Ab 19 Uhr heißt es dann »Zauberwort Demografie – Chancen für ein soziales Espelkamp«. Als Gastredner konnte die Espelkamper SPD Franz Müntefering, den ehemaligen Vize-Kanzler und Parteivorsitzenden, gewinnen. Nach einem Kurzreferat von Müntefering werde es Gelegenheit für die Besucher geben, Fragen zu stellen. Eingeladen sind alle Interessierten.

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