Espelkamper Sozialdemokraten äußern sich zum Haushalt und zu den Bädern »Behauptungen sind dummes Zeug«

Espelkamp (WB). Als »Teufelskreis« hat Reinhard Bösch, SPD-Fraktionsvorsitzender, das strukturelle Defizit im Haushalt der Stadt Espelkamp bezeichnet.

Von Felix Quebbemann
Der Doppelhaushalt der Stadt Espelkamp weist in jedem Jahr ein Minus von mehr als drei Millionen Euro auf. Reinhard Bösch, SPD-Fraktionsvorsitzender, machte dafür das strukturelle Defizit verantwortlich und bezeichnete dies als »Teufelskreis«.
Der Doppelhaushalt der Stadt Espelkamp weist in jedem Jahr ein Minus von mehr als drei Millionen Euro auf. Reinhard Bösch, SPD-Fraktionsvorsitzender, machte dafür das strukturelle Defizit verantwortlich und bezeichnete dies als »Teufelskreis«. Foto: dpa

In beiden Haushaltsjahren fehlen der Stadt mehr als drei Millionen Euro. Das Minus kann nur durch eine Entnahme bei den Rücklagen ausgeglichen werden (die ESPELKAMPER ZEITUNG berichtete) . Bösch machte im Jahresabschlussgespräch der SPD deutlich, dass ein Weitermachen wie bisher nicht in Frage komme.

Verlässliche Haushaltspolitik

Die Sozialdemokraten setzen vor allem auf den neuen Stadtkämmerer Jens Röhe. »Er war sehr gut vorbereitet. Ich bin begeistert von ihm«, sagte Bösch. Und auch der stellvertretende Fraktionsvorsitzende André Stargardt sagte, dass Röhe gute Ideen habe. Zur Umsetzung benötige der Kämmerer aber Zeit. Bösch fügte an, dass die SPD für Gespräche offen sei, um aus dem strukturellen Defizit herauszukommen. Denn immer auf ein Plus aus dem Abschluss des vorherigen Haushaltes zu hoffen – wie es dieses Mal vorgekommen ist – habe »nichts mit verlässlicher Haushaltspolitik zu tun«, erklärte Bösch.

Im Zusammenhang mit dem Haushalt sprachen die SPD-Politiker die Situation des Waldfreibades an. Bösch, Stargardt und Jens Bölk, SPD-Stadtverbandsvorsitzender, seien froh, dass es den Waldfreibadverein gebe. Denn er gewährleiste den Betrieb des Freibades. »Und eine Stadt wie Espelkamp muss ein Freibad haben.«

Frühzeitige Diskussion

Als »dummes Zeug« tat André Stargardt Behauptung ab, die SPD wolle die Bäder – neben dem Waldfreibad auch das Atoll – schließen. Beim Atoll müsse Ende 2017 der Vertrag mit der Aquapark-Management, die das Bad leitet, neu verhandelt werden. »Da müssen wir schauen: Was ist gut gelaufen? Was ist verbesserungswürdig? Und wollen wir den Vertrag so weiterführen?«, fragte Stargardt. Eine frühzeitige Diskussion über das Thema sei gut.

Beim Waldfreibad setzt die SPD auf den Arbeitskreis. Es sei zwar kein Gremium mit Entscheidungsbefugnis. Doch werde darin über Investitionen gesprochen, die mittelfristig im Waldfreibad notwendig seien, sagte Bösch. Und Stargardt ergänzte: »Wir müssen dort vernünftig arbeiten.« Es müsse geschaut werden, ob ein Bad-Umbau, die Verwaltung des jetzigen Zustandes oder eine Verkleinerung in Frage kommen. Wenn es Konzepte gebe, müssten diese dem Bürger transparent gemacht werden. »Es ist das Bad der Bürger«, sagte Stargardt. Perspektiven für das Freibad könnten nur gemeinsam mit Politik, Waldfreibadverein, Betreiber und den Einwohnern entwickelt werden.

Nicht ausruhen

Stargardt betonte, dass der Waldfreibadverein gute Arbeit leiste. »Man darf sich aber nicht ausruhen sondern muss sich immer hinterfragen.« Das Waldfreibad sei eines der schönsten Bäder in Ostwestfalen-Lippe. Die entscheidende Frage sei, so Stargardt: »Will ich es so halten oder will ich es künftig anders gestalten.« Reinhard Bösch sagte abschließend. »Das ist eine Hausnummer, die wir uns vorgenommen haben.«

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