Christine Lauterbach und Ulrike Keulertz im Ngorongoro Hochland unterwegs Kleine Missionen mit großer Wirkung

Espelkamp/Tansania(WB). In Tansania ist John Magufuli seit knapp einem Jahr neuer Präsident. Seitdem hat sich in dem afrikanischen Land einiges verändert.

Von Felix Quebbemann
Nach dem Besuch der staatlichen Grundschule haben die beiden Missionarinnen gesehen, dass die Kinder hungern. Mit Hilfe des Schulleiters und der Eltern erhalten die Kinder nun jeden Tag einen nahrhaften Brei unter anderem aus Mais, Hirse und Erdnüssen.
Nach dem Besuch der staatlichen Grundschule haben die beiden Missionarinnen gesehen, dass die Kinder hungern. Mit Hilfe des Schulleiters und der Eltern erhalten die Kinder nun jeden Tag einen nahrhaften Brei unter anderem aus Mais, Hirse und Erdnüssen.

Das spüren auch die beiden Missionarinnen Christine Lauterbach aus Espelkamp und Ulrike Keulertz aus Bad Oeynhausen, die für ihre Stiftung »Hand in Hand« in Afrika tätig sind. »Es ist schwieriger für Ausländer und für Missionare, Genehmigungen zu bekommen«, erzählt Christine Lauterbach über ihren vergangenen Aufenthalt im süd-ostafrikanischen Land. Bis Mitte November waren die beiden wieder in Tansania unterwegs, um nicht nur das Wort Gottes zu verkünden sondern auch, um sich um ihre christliche Schule in Loliondo zu kümmern.

Off-Road-Strecken

Keulertz und Lauterbach haben darüber hinaus Hungerhilfe an zwei staatlichen

Essenspause: Ulrike Keulertz und Christine Lauterbach.

Grundschulen geleistet. »Anfang dieses Jahres haben wir die Schulen besucht.« Dabei haben die beiden Missionarinnen gesehen, dass die Kinder Hunger leiden. Schnell haben sie mit ihrer christlichen Schule etwas zu essen organisiert. Auch der Schulleiter der staatlichen Schule habe mitgeholfen, die Zutaten für eine kräftige Mahlzeit zu besorgen. So erhalten die Schulkinder nun einmal täglich einen kräftigenden Brei aus gemahlenem Mais, Hirse, Erdnüssen und Zucker. Im Vergleich zu einer Mahlzeit für einen Schüler hier in Deutschland ist der Preis für den Brei sehr gering. Er koste die Schule pro Monat und pro Schüler weniger als einen Euro, rechnet Lauterbach vor.

Um zu kontrollieren, ob die Verpflegung für die Schüler auch in ihrer Abwesenheit funktioniert, sind Lauterbach und Keulertz unangemeldet wenige Tage später erneut bei der Schule vorbeigefahren. »Auf den Off-Road-Strecken kann dies schon einmal drei Stunden in Anspruch nehmen«, erklärt Lauterbach. »Es war aber eine Freude zu sehen, wie wohl genährt die Kinder waren«, sagt die Espelkamper Missionarin. Die Freude auf beiden Seiten sei riesengroß gewesen. »Und die Kinder waren in der Schule viel wachsamer und aufnahmebereiter.«

Nicht nur der Schulleiter habe bei der Aktion mitgeholfen. Auch die Eltern der Kinder hätten zum Beispiel den Transport der Lebensmittel übernommen. »Das hat uns gut gefallen.«

Arbeit auf dem Hochplateau

Die beiden Missionarinnen haben während ihres vergangenen Aufenthalts zudem den Bau einer neuen Schulküche und eines Schlafsaals an Bildungseinrichtungen mit organisiert. Auch führte sie ihre Arbeit erstmals in das Ngorongoro Hochland – auf einer Höhe von 2700 bis 3000 Metern. »Das war ganz toll. Wir haben dort auch gleich ein paar Tausend Kinder erreicht.« Für die Arbeit auf dem Hochplateau benötigen die Missionarinnen entsprechende Genehmigungen. Ohne diese können sie dort nicht einfach tätig werden. Zudem ist das Hochland bis zu sechs Stunden entfernt vom Dorf der beiden Missionarinnen. Da es im Ngorongoro keine Gästehäuser gibt, mussten die beiden in einer Touristen-Lodge übernachten. »Das war schon sehr abenteuerlich.«

Dass ihre Betreuung Früchte trägt, zeigen die vielen kleinen Geschichten, die Christine Lauterbach immer wieder zu erzählen weiß. So zum Beispiel über Tatee. Ihr Vater wollte sie an einen alten Massai verkaufen. Doch Tatee hatte andere Pläne. Sie lief davon und landete schließlich am Haus von Christine Lauterbach. Dort schrie sie am Tor nach Hilfe. »Bei dem Vater haben wir Überzeugungsarbeit geleistet, dass seine Tochter – wenn sie einen guten Beruf hat – ihren Vater auch im hohen Alter noch versorgen kann.« Dies hat bei den Eltern gefruchtet. Heute ist Tatee als Laborantin im Krankenhaus tätig. »Das ist so klasse«, entfährt es Christine Lauterbach.

Ziel der beiden Missionarinnen ist es, die Kinder möglichst bis in die Selbstständigkeit zu begleiten. Natürlich helfen dabei auch Patenschaften, die unter anderem aus Deutschland für viele Kinder in Tansania übernommen werden. Eine Patenschaft kostet im Monat 50 Euro. Zudem freut sich Lauterbach darüber, dass es viele Einheimische gibt, die das Wort Gottes verkünden und damit den Grundstein für die Gründung neuer Gemeinden legen.

»Wir schenke eine Ziege«

Eine besondere Freude konnten die Missionarinnen auch 37 Frauen machen. Diesen wurde mit der Spenden-Aktion »Wir schenken eine Ziege« sehr geholfen. Bei den Frauen handelt es sich um Witwen, die alleine durch das Leben kommen müssten. Die Ziegen hätten nicht nur Milch gegeben, sondern sich auch vermehrt. »Das bringt Geld«, sagt Lauterbach und fügt an, dass die Witwen sehr dankbar gewesen seien.

Ende Februar wollen die Missionarinnen wieder nach Tansania. Ihr Hauptziel ist dann, »besonders viel Zeit mit den Grundschülern zu verbringen und Beziehungen aufzubauen«, sagt Lauterbach. Natürlich werden auch wieder viele Gottesdienste in der Steppe gefeiert.

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