Hauptausschuss: Diskussion um vier Geh- und Radwegebauwerke im Erholungsgebiet Eine Brücke zu viel über der Aue

Espelkamp (WB). Das Naherholungsgebiet Große Aue mit dem Kleihügel- und dem Auesee ist ein beliebter Ausflugs- und Entspannungsort. Doch könnte es in naher Zukunft für einige Radfahrer und Wanderer gelten, eine etwas längere Strecke zurückzulegen, ehe der dortige Fluss überquert werden kann.

Von Felix Quebbemann
Die Brücke in der Nähe der Straße »Fahrensbruch« wird auch weiterhin das linke und das rechte Ufer der Großen Aue verbinden. Sie gehört dem Zweckverband. Dennoch soll nach dem Vorschlag der Verwaltung eine Aue-Brücke abgebaut werden.
Die Brücke in der Nähe der Straße »Fahrensbruch« wird auch weiterhin das linke und das rechte Ufer der Großen Aue verbinden. Sie gehört dem Zweckverband. Dennoch soll nach dem Vorschlag der Verwaltung eine Aue-Brücke abgebaut werden. Foto: Felix Quebbemann

Klaus Hagemeier, Vorstand der Stadtwerke AöR, hat nämlich im vergangenen Hauptausschuss am Mittwochnachmittag ausgeführt, dass die im dortigen Bereich befindlichen Geh- und Radwegebrücken alle in den nächsten Jahren saniert werden müssten. Das aber könnte schwer zu Lasten des sowieso schon arg gebeutelten Haushaltes gehen. Hagemeier sprach von Ausgaben in Höhe von insgesamt 330 000 Euro.

Zunächst einmal gab er eine Bestandsaufnahme der vier Brücken in dem betreffenden Bereich ab. Die größte Sorge bereitet ihm dabei momentan die Brücke im Bereich der Straße »Zur Aue«. »Im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Brückenprüfung wurde festgestellt, dass sich die Brücke in einem äußerst schlechten Zustand befindet.«

Um die Brücke nicht gänzlich sperren zu müssen, wurde die für das Jahr 2015 vorgesehene Erneuerung der Rad- und Gehwegbrücke an der »Fritz-Helmut-Allee«, die ebenfalls über die Große Aue führt, in das Haushaltsjahr 2017 verschoben.

Der Baubeschluss für die Erneuerung der Zur-Aue-Brücke wurde in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung am 20. Oktober 2015 gefällt. Mittel in Höhe von 90 000 Euro stehen zur Verfügung.

Hagemeier führte jedoch weiter aus, dass nach einer aktualisierten Kostenberechnung nun Herstellungskosten in Höhe von 105 000 entstünden. Diese Kostensteigerung sei darauf zurückzuführen, dass es nach Rücksprache mit der Unteren Wasserbehörde sowie aufgrund von Auflagen aus der Baugenehmigung zu Änderungen an der Brückenkonstruktion gekommen ist. Der Brückenüberbau müsse etwas höher gelegt werden. Zugrunde gelegt werde dort der Messwert »HQ 100«, erläuterte Hagemeier. Dieser bezeichne das so genannte Jahrhundert-Hochwasser – also ein Hochwasser, das nur einmal in 100 Jahren vorkommt. Durch diese Auflage käme es zu einer »herausragenden Brückenkonstruktion, die das Landschaftsbild stören könnte«, sagte Hagemeier. Die Interessen von Landschaftsschutz und Wasserwirtschaft würden sich in diesem Fall gegenüber stehen.

Dennoch schlug die Verwaltung vor, eine überplanmäßige Auszahlung von 15 000 Euro zu genehmigen, um die »Erneuerung des Brückenbauwerkes kurzfristig durchführen zu können«.

Hagemeier schlug daraufhin vor, die Fritz-Helmut-Allee-Brücke, deren Sanierung in das Jahr 2017 verschoben wurde, gar nicht mehr zu erneuern. Der Erhalt sei aus Wirtschaftlichkeitsgründen nicht mehr zu vertreten, so Hagemeier. Er stellte nämlich die Frage, ob es auf einem überschaubaren Teistück insgesamt drei Brücken über die Große Aue geben müsse. Die Fritz-Helmut-Brücke solle daher so lange erhalten werden, »wie es im Rahmen von Unterhaltungsarbeiten wirtschaftlich noch vertretbar ist«.

Da die Brücke Nummer 3 in der Nähe der Straße »Fahrensbruch« dem Zweckverband Große Aue gehöre und somit nicht zu diskutieren sei, müsse man sich auf die ersten beiden Brücken konzentrieren. Die Fahrensbruch-Brücke sei auch deswegen erhaltenswert, weil sie überregionale Wanderrouten verbinde. Eine Erneuerung sei für das Jahr 2020 geplant.

Die vierte im Süden gelegene Brücke sei zwar abgängig. Dort könne aber nach Mitteilung der letzten Brückenprüfung noch mit einer Sanierung bis ins Jahr 2022 gewartet werden. Ob letztlich doch alle Brücken erhalten werden können oder sollen, so Hagemeier, »kann in den Haushaltsberatungen geklärt werden«.

Andreas Sültrup, Bündnis 90/Die Grünen, bedauerte den vorgeschlagenen Abbau einer Brücke. Sültrup, bekennender Fahrradfahrer, nutzt diese Strecke nach eigenen Angaben immer für den Weg zur Arbeit. Bürgermeister Heinrich Vieker sah die Situation jedoch ähnlich wie Klaus Hagemeier und stellte die Frage, ob »innerhalb von 500 Metern zwei Brücken als Geh- und Radweg über die Große Aue notwendig sind«.

Hartmut Stickan (SPD) machte noch darauf aufmerksam, dass die Brückengeländer nach der Sanierung hoch genug sein müssten, um die Brücken auch als Radweg nutzen zu können.

Der Verwaltungsvorschlag wurde letztlich in die Fraktionen zur Diskussion weitergegeben.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.