Flüchtlinge: Stadt plant Übergangswohnheim – Tendenz geht zur Trakehner Straße Zuweisungen gleich Null in der Stadt

Espelkamp (WB). Die Stadtverwaltung plant trotz geringer Flüchtlingszuweisungen den Bau eines Übergangswohnheims für Asylsuchende.

Von Felix Quebbemann
Die Wohncontainer am Hindenburgring sind von der Stadt gekauft worden.
Die Wohncontainer am Hindenburgring sind von der Stadt gekauft worden. Foto: Felix Quebbemann

Torsten Siemon, Pressesprecher der Stadt, erklärte gegenüber dieser Zeitung, dass es noch keine endgültige Entscheidung gebe, wo das Gebäude schlussendlich stehen soll. Tendenziell aber deute sich der Bau des Wohnheims auf dem Gelände an der Trakehner Straße an. Danach sehe es am ehesten aus.

Flüchtlingszahlen

Vor einigen Monaten noch plante die Stadt den Bau von insgesamt acht Gebäuden. Dieser Plan ist derzeit aber nicht mehr aktuell, da die Flüchtlingszahlen rapide gesunken sind. »Zum Stichtag 1. Juli haben wir insgesamt 493 Flüchtlinge untergebracht«, erklärte Siemon. Darunter seien auch die so genannten Fehlbelegungen zusammengefasst. Das sind die Flüchtlinge, die einen Asylantrag gestellt und ihn auch gewährt bekommen haben. Sie müssten sich eigentlich schon eine Wohnung auf dem freien Wohnungsmarkt suchen. Denn sie bekämen Mittel aus dem Hartz-IV-Topf, sagte Siemon.

Für die Monate Juli und August plane die Stadt quasi mit keinerlei Zuweisungen, erklärte der Pressesprecher. Von daher stehe Espelkamp derzeit gut da. Denn mit den beiden Container-Unterkünften am Hindenburgring und am Festplatz könnte zunächst einmal den Asylsuchenden eine Unterkunft geboten werden. So sind derzeit am Hindenburgring 29 Menschen untergebracht. »Dort haben wir noch 19 freie Plätze«, sagte Siemon. In den Containern am Festplatz wohnen 28 Menschen. »Die Ina-Seidel-Schule ist ganz frei und dient als Puffer«, so Siemon. Die Schule ist aber nur eine Notlösung für die Unterbringung.

Handlungsbedarf

Mit Wohnungen der Aufbau, der Stadt und auch von privater Hand habe die Stadt derzeit etwa 40 freie Plätze für Asylsuchende in der Hinterhand. Dennoch sei der Bau mindestens eines Übergangswohnheims für Flüchtlinge notwendig. »Die Container auf dem Festplatz sind nur bis Ende 2017 gemietet«, sagt Siemon. Daraus ergebe sich ein Handlungsbedarf. Anders sieht es bei den Containern am Hindenburgring aus. Die wurden von der Stadt gekauft.

Aufgrund der zurückgehenden Flüchtlingszahlen sollten aber nicht mehr acht Gebäude – wie ursprünglich vorgesehen – für die Flüchtlinge gebaut werden, sondern zunächst nur noch eines. Neben der Trakehner Straße könnten Übergangsheime auch noch in Isenstedt am Stadtweg oder am Fabbenstedter Graben entstehen. Doch so viele Wohnheime werden zurzeit nicht benötigt.

»Wir stehen ganz gut da«, meinte Siemon. Er betonte jedoch, dass sich diese Situation schnell wieder ändern könne. Es sei ein Blick in die Glaskugel, sagte er.

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