Polizei stellt Pläne für die nächsten sieben Jahre vor – Wache soll weiter vor Ort bleiben Jürgensmeyer räumt mit Gerüchten auf

Espelkamp (WB). Die Kreispolizeibehörde hat sich in der jüngeren Vergangenheit aufgrund fehlenden Personals und fehlender finanzieller Mittel anders aufstellen müssen.

Von Felix Quebbemann
Die Espelkamper Wache soll auch künftig der Stadt erhalten bleiben, auch wenn sie nur noch sporadisch besetzt ist. Dennoch werde es auch künftig immer einen Streifenwagen geben, der in Espelkamp direkt vor Ort ist.
Die Espelkamper Wache soll auch künftig der Stadt erhalten bleiben, auch wenn sie nur noch sporadisch besetzt ist. Dennoch werde es auch künftig immer einen Streifenwagen geben, der in Espelkamp direkt vor Ort ist.

Andreas Jürgensmeyer, Wachleiter in der Espelkamper Polizeiwache, räumte jedoch mit einigen »Gerüchten« auf, als er nun im Ausschuss für Sicherheit, Ordnung und Feuerschutz sagte, dass es falsch ist, »dass nachts in Espelkamp kein Streifenwagen fährt«. Es gebe lediglich keinen Wachhabenden mehr auf der Wache – und dies bereits seit dem Jahr 2011. Ein Wagen sei jedoch immer »hier in der Stadt«, betonte Jürgensmeyer.

Perspektive 2023

Jürgensmeyer und der Leiter der Mindener Polizeiwache, Friedrich Rodenberg, informierten die Politiker im Ausschuss darüber, wie die »Perspektive 2023« der Polizei die Stadt Espelkamp betreffen werde.

Zunächst aber erläuterte Jürgensmeyer die Entscheidung der Polizei, einige Umzüge von Kindergärten, Schützen oder anderen Gruppen zu begleiten, andere jedoch nicht. Es reiche in jedem Fall nicht aus, wenn lediglich ein Polizeiwagen einen Umzug begleite. »Das hat mit professioneller Begleitung nichts zu tun.« Richtig sei, dass überprüft werden müsse, wie das in Zukunft gehandhabt werden solle.

Umzugsbegleitung

Die Polizei begleite aber sehr wohl noch Umzüge – so geschehen beim Kindergarten in Frotheim, wie Jürgensmeyer deutlich sagte. Etwas anders jedoch liege der Fall beim Umzug der Abiturienten. Dabei erwähnte er unter anderem den Anruf einer Mutter. Die habe sich darüber beschwert, dass die Polizei aufgrund fehlender Begleitung beim Abi-Umzug ihrer Tochter das Abitur verderben würde. Der Espelkamper Wachleiter machte daraufhin deutlich, dass es die Polizei nicht verantworten könne, einen Umzug zu begleiten, deren Traktor-Fahrer teilweise keinen gültigen Führerschein hätten. Zudem kritisierte er die Sicherheit der geschmückten Anhänger. Es sei ihm jedenfalls lieber, er werde von der Mutter durch das Telefon angeschrien, als wenn er das Geschrei eines Schülers hören müsse, der vom Anhänger gefallen ist.

Prioritäten

Im Anschluss erläuterte Friedrich Rodenberg, worauf sich die Espelkamper bei der »Perspektive 2023« einstellen müssten. »Wir mussten Personal abbauen und müssen voraussichtlich noch mehr abbauen.« Aufgrund des demographischen Wandels werde zudem im Jahr 2020 die Hälfte des Personals komplett ausgetauscht werden. »Wir müssen vordenken. Sonst handeln wir grob fahrlässig gegenüber der Bevölkerung und gegenüber den Kollegen.«

Rodenberg machte deutlich, wo die Prioritäten der Polizei liegen werden. »Wir wollen in der Fläche weiter vertreten bleiben und die Zahl der Funkwagen halten. Denn auf der Straßen brauchen wir jeden Mann und jede Frau.« Darüber hinaus betonte er, dass auch alle Wachstandorte – also auch Espelkamp – gehalten werden sollen.

Die Kreispolizei soll trotz des personellen Aderlasses in der jüngeren Vergangenheit laut Rodenberg noch weitere zehn Mann einsparen. Dadurch müsse dann der Innendienst verschlankt werden zugunsten des Außendienstes. So werde die Kriminalpolizei wohl demnächst zentral von Minden aus arbeiten.

Feste Sprechstunden

Die Espelkamper Wache werde künftig aufgrund der besseren Einsatzreaktionszeiten offiziell das Gebiet Stemwede von den Lübbecker Kollegen übernehmen. In der Vergangenheit sei es bereits häufiger vorgekommen, dass die Kollegen aus Espelkamp aufgrund des günstigeren Standortes schneller am Einsatzort gewesen seien als die Lübbecker, so Rodenberg.

Die Wachen in Oeynhausen und Lübbecke würden zudem künftig nur noch tagsüber besetzt sein. In Porta, Espelkamp und Petershagen hätte die Polizei ebenfalls gerne die Wachen tagsüber besetzt. »Das können wir aber nicht mehr leisten«, sagte Rodenberg. Denkbar sei es, so der Mindener, dass die zuständigen Bezirksbeamten künftig feste Sprechstunden einrichten. Trotz all dieser Nachrichten erklärte Rodenberg. »Es lässt sich im Kreis Minden-Lübbecke gut und sicher leben.«

Mangelverwaltung

André Stargardt (SPD) kritisierte nach den Ausführungen, dass es sich im Großen und Ganzen um Mangelverwaltung handeln würde. Rodenberg entgegnete, dass die Polizei bis 2023 junges Personal haben werde. Es werde jedoch eine Durststrecke geben, so Rodenberg. Stargardt plädierte dafür, dass die Stadt Espelkamp an entscheidender Stelle noch einmal deutlich machen solle, dass mehr Beamte benötigt würden.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.