Flüchtlingscontainer: Ermittlungen dauern an – Jusos kritisieren Stadt Staatsschutz sucht Zeugen

Espelkamp (WB). Die Ermittlungen zum Brandsatz an den Flüchtlings-Containern am Hindenburgring dauern an. Dies teilte die Presseabteilung des Staatsschutzes gestern auf Anfrage des WESTFALEN-BLATTES mit. Es könne auch noch keine Angabe zur Art des Brandsatzes gemacht werden, hieß es. 

Von Felix Quebbemann
Durch einen bisher unbekannten Brandsatz sind am Samstag die Wohncontainer am Hindenburgring beschädigt worden. Der Staatsschutz ermittelt und setzt auf Zeugenhinweise.
Durch einen bisher unbekannten Brandsatz sind am Samstag die Wohncontainer am Hindenburgring beschädigt worden. Der Staatsschutz ermittelt und setzt auf Zeugenhinweise. Foto: Felix Quebbemann

Der Staatsschutz hofft auf Hinweise aus der Bevölkerung. Wer ab dem frühen Samstagmorgen im Bereich der Container verdächtige Beobachtungen gemacht hat, soll sich daher mit dem Staatsschutz unter Telefon 05 21/54 50 in Verbindung setzen.
Am Montag war bekannt geworden, dass Unbekannte mit einem Brandsatz am vergangenen Samstag die Wohncontainer für die Flüchtlinge beschädigt hatten.

Zwei Jalousien, Fenster und Rahmen sind dadurch beschädigt worden. In den Containern wohnen noch keine Flüchtlinge, da die Wohnräume erst in zwei Wochen an die Stadt Espelkamp übergeben werden. Erst dann können die Flüchtlinge dort einziehen. Die Stadtverwaltung betonte in der jüngeren Vergangenheit mehrmals, dass die Container nur als kurzfristige Durchgangsstation für die Asylbewerber dienen sollten, bis diese schließlich eine feste Wohnung zugeteilt bekämen.

Die Aufbaugemeinschaft, mit der die Stadt bei der Unterbringung der Flüchtlinge eng zusammenarbeitet, errichtet zudem derzeit im Thorner Weg zahlreiche Wohnungen für die Flüchtlinge (wir berichteten).
Die Tat am künftigen Flüchtlingswohnheim in Espelkamp beschäftigt auch die Mitglieder der Jusos der SPD Minden-Lübbecke. In einer Erklärung nehmen sie die Polizei bei der Aufklärung der Tat in die Pflicht und kritisieren die Stadt Espelkamp bezüglich der Unterbringung von Flüchtlingen in Containern.

Kritik der Jusos

In ihrer Erklärung teilte der Vorsitzende der Jusos, Jannes Tilicke, mit: »Wir Jusos Minden-Lübbecke fordern die Polizei in Espelkamp dazu auf, den Fall konsequent bis zum Ende aufzuklären. Es darf nicht sein, dass wie bei den Anschlägen auf die Flüchtlingsunterkunft in Porta Westfalica die Ermittlungen einfach eingestellt werden. Wenn es tatsächlich Brandstiftung war – und davon müssen wir leider ausgehen – dann müssen der oder die Täter dafür auch bestraft werden.«

Tilickes Kritik richtet sich dann an die Stadt Espelkamp. »Darüber hinaus stellen unserer Meinung nach Wohncontainer keine menschenwürdige Unterkunft dar. Wer Flüchtlinge vom gesellschaftlichen Leben trennt, der baut Vorurteile auf statt ab. Eine gelungene Flüchtlingspolitik kann nur gelingen, wenn Flüchtlinge nicht als Pflichtaufgabe gesehen werden und die Politik ein offenes Miteinander gestaltet. Wir fordern deshalb die Politik in Espelkamp dazu auf, ihre bisherige Flüchtlingspolitik zu überdenken und neu zu strukturieren.«

Trotz der anhaltenden Fremdenfeindlichkeit vor allem in den sozialen Netzwerken und trotz verschiedener Zwischenfälle seien die Jusos zuversichtlich, sagte Jannes Tilicke weiter. Die vergangenen Monate hätten gezeigt, dass die Mehrheit der Bevölkerung im Mühlenkreis »eine große Hilfsbereitschaft gegenüber den Flüchtlingen zeigt.«

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