Logistikzentrum Harting macht erneute Bebauungsplanänderungen notwendig  Neubau erfordert Lärmschutz 

Espelkamp (WB). Um den Bau eines neuen Logistikzentrums der Firma Harting an der Ratzenburger Straße zu ermöglichen, hat der Stadtentwicklungsausschuss der Änderung von Bebauungsplänen zugestimmt. Die Stadt muss zum benachbarten Mischgebiet einen sieben Meter hohen Lärmschutzwall errichten.

Von Arndt Hoppe
Die Firma Harting möchte an der Ratzenburger Straße nördlich der General-Bishop-Straße ein Logistikzentrum bauen. Nachdem die Planungen konkretisiert worden sind, hat sich herausgestellt, dass ein Lärmschutz errichtet werden muss, um das angrenzende Mischgebiet, das sich in der Grafik nach links unten anschließen würde, nach Norden und Westen abzuschirmen.
Die Firma Harting möchte an der Ratzenburger Straße nördlich der General-Bishop-Straße ein Logistikzentrum bauen. Nachdem die Planungen konkretisiert worden sind, hat sich herausgestellt, dass ein Lärmschutz errichtet werden muss, um das angrenzende Mischgebiet, das sich in der Grafik nach links unten anschließen würde, nach Norden und Westen abzuschirmen.

 Den Sachverhalt erläuterte Thorsten Blauert, Sachgebietsleiter Stadtplanung und Bauordnung, am Dienstag in dem Gremium. »Eigentlich haben wir den Bebauungsplan für das neue Industriegebiet bereits einmal verändert. Als sich die Planungen für den Gebäudekomplex nördlich der General-Bishop-Straße konkretisierten, stellte heraus, dass die immissionsschutzrechtlichen Festsetzungen nicht eingehalten werden«, sagte er. Mit anderen Worten: Nachts entsteht zeitweilig zu viel Lärm, so dass Grenzwerte im angrenzenden Mischgebiet im Westen und Norden des Harting-Geländes überschritten werden. Die Geräuschimmission ist nach Blauerts Angaben vor allem auf den Lärm durch An- und Abfahrt der Mitarbeiter zurückzuführen, da der Lieferverkehr nur am Tage stattfinde: »Es werden Mitarbeiter vor der Frühschicht ankommen, die um 6 Uhr beginnt, und es werden welche nach der Spätschicht abfahren, die um 22 Uhr endet. Somit liegen die Belastungen in der Nachtstunden.« Zurzeit sei die wirtschaftliche Lage bei Harting so gut, dass damit gerechnet werde, dass in dem Logistikzentrum sogar im Drei-Schicht-Betrieb gearbeitet werde.

 Zum Schutz gegen den Lärm soll ein sieben Meter hoher Erdwall entlang der Ratzenburger Straße errichtet werden. »Die Höhe stellt kein Problem dar, da dort mehrgeschossige Gebäude zulässig wären«, erklärte Thorsten Blauert. Damit sollen die festgesetzten Emissionskontingente nachts um drei Dezibel gesenkt werden. Zudem solle durch die Bebauungsplanänderungen in dem Bereich ein Teil der Mischgebietsflächen in Gewerbegebiet umgewandelt werden, erklärte Blauert. Auch ein Flächennutzungsplan müsse in dem Zuge geändert werden. Der Lärmschutzwall werde als neuer Grünstreifen bepflanzt und in den Plan aufgenommen.

 Zu dem Neubau des Harting-Logistikzentrums sagte der Sachgebietsleiter, dass es dem Unternehmen darum gehe, die innerstädtischen sowie europäischen Produktströme zu bündeln. In dem Zentrum würden diese kommissioniert und von dort in alle Welt verschickt. »Der Neubau ist notwendig, weil die Firma wächst und an den bestehenden Standorten an seine Kapazitätsgrenzen stößt«, sagte Blauert. Die voraussichtliche Bauzeit betrage 18 bis 24 Monate, was er für ein solches Projekt als eine »eher sportliche Planung« bezeichnete.

 Ausschussvorsitzender Wilfried Windhorst (CDU) sagte zwar, dass es verfahrenstechnisch nicht ideal sei, dass zum jetzigen Zeitpunkt noch Änderungen in den Plänen vorgenommen werden müssten: »Aber das Vorhaben ist so wichtig, dass wir dem zustimmen sollten.«

 Bürgermeister Heinrich Vieker erklärte: »Wir können uns glücklich schätzen, dass die wirtschaftliche Entwicklung bei Harting so gut ist, dass sie sogar Drei-Schicht-Betrieb erwägen.« Dem stimmte Paul-Gerhard Seidel (Unabhängige) zu, auch wenn er meinte: »Den Lärmschutzwall finde ich nicht ideal.«

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