Espelkamper Filmer gewinnen mit »Revolve« beim Camgaroo-Wettbewerb – Eigene Produktionsfirma geplant  Camcore-Team holt den ersten Preis 

Espelkamp (WB). Der Revolver wird auf einem roten Kissen serviert. Nervös erwarten die sechs Männer am Tisch die tödliche Waffe.

Von Felix Quebbemann
Daniel Littau im Film Revolve. Das Camcore-Team überlegt nach dem Erfolg beim Camgaroo-Wettbewerb, den Film mit weiteren Kurzfilmen noch einmal im Elite Kino Espelkamp, im Dersa Kino Rahden oder auch in Bielefelder Kinos vorzustellen. Einen Termin oder ein Programm für einen solchen Filmabend haben sie aber noch nicht.
Daniel Littau im Film Revolve. Das Camcore-Team überlegt nach dem Erfolg beim Camgaroo-Wettbewerb, den Film mit weiteren Kurzfilmen noch einmal im Elite Kino Espelkamp, im Dersa Kino Rahden oder auch in Bielefelder Kinos vorzustellen. Einen Termin oder ein Programm für einen solchen Filmabend haben sie aber noch nicht.

 Rückblende: Was treibt die Männer an, »Russisches Roulette« zu spielen? Natürlich Geld. Was haben sie zu verlieren? »Ihr Leben«, wie Daniel Littau, einer der Darsteller in dem Kurzfilm »Revolve« deutlich macht.

 Das Espelkamper Camcore-Filmteam hat mit seinem Werk bereits bei den Filmfestspielen in Cannes für Furore gesorgt (wir berichteten). Nun haben sie mit ihrem hochspannenden Werk beim Camgaroo-Filmwettbewerb – dem wohl renommiertesten Wettbewerb für Filmemacher, die nicht aus dem Profilager kommen – den ersten Platz gewonnen.

 Die Freude beim Camcore-Team war groß. »Wir hatten auf einen der vorderen Plätze gehofft, da ›Revolve‹ bisher gut auf Festivals ankam, unter anderem auch in Cannes und beim Deutschen Kamerapreis. Die Konkurrenz war aber sehr groß, so dass es bis zum Ende spannend war.«

 Die Espelkamper sind bereits Stammgast auf dem Camgaroo-Wettbewerb – und dies mit jeder Menge Erfolg. »Wir haben schon sechs Mal am Camgaroo Award teilgenommen. Das erste Mal im Jahr 2007. Von diesen sechs Teilnahmen haben wir vier Mal den dritten Platz belegt und die letzten beiden Jahre den ersten Platz. Der Camgaroo Award war ein guter Ansporn für uns, unsere Filme von Jahr zu Jahr zu verbessern und uns weiterzuentwickeln. Daher haben wir uns sehr über diesen Preis gefreut«, erklärt Littau im Gespräch mit der ESPELKAMPER ZEITUNG. Schätzungsweise etwa 300 Filme seien eingesendet worden, sagt der 23-Jährige. Aus den Händen der Camgaroo-Organisatorin Gabriele Lechner erhielt das Team in München den ersten Preis. »Es gab einen 4K-Camcorder der Firma Panasonic, den wir als neue Kamera für den Dokumentar- und Eventeinsatz verwenden«, sagt Littau.

 Dass der Wettbewerb in der Filmbranche einen guten Ruf hat, zeigen auch die Gäste. »Bekannte Gesichter aus dem Film-Business waren zum Beispiel der Schauspieler Heinz Hoenig, mit dem wir auch schon mal einen Werbespot gedreht haben, und einige Produzenten, die sich sehr für unseren Film und mögliche gemeinsame Projekte für die Zukunft interessiert haben.«

 Es wird von dem Camcore-Team noch einiges zu erwarten sein. »Wir planen mit einer eigenen Produktionsfirma größere Projekte zu realisieren. Seit Anfang des Jahres befinden wir uns in der Ideenentwicklung für ein neues Projekt.« Noch könnten sie aber nichts Konkretes sagen. Es werde sich auf jeden Fall um ein Werk im Bereich Thriller-Serie/Spielfilm handeln. »Unser Ziel ist diesmal auch eine kommerzielle, weltweite Vermarktung in Kinos, im Fernsehen und Online. Gespräche mit passenden internationalen Partnern sind auch bereits am Laufen«, sagt Littau.

 In den vergangenen elf Jahren hätten sie genug Erfahrungen gesammelt, um nun einen größeren Schritt zu wagen. »Dies wird deutlich mehr Aufwand in Anspruch nehmen, aber unser Team ist eingespielt und erfahren genug, um so ein Projekt erfolgreich zu realisieren. Nach über 80 Kurzfilmproduktionen wird es Zeit für diesen nächsten Schritt«, sagt Littau. Für dieses Projekt hofft das Camcore-Team auf Sponsoren. »Vor allem regionale Unternehmen, die wie wir ihre Wurzeln in Espelkamp und Umgebung haben, wären für eine gemeinsame Partnerschaft gut denkbar.«

 Camcore besteht aus zehn Köpfen. Andreas Olenberg und Daniel Littau haben Camcore gegründet und wollen auch künftig im Filmbusiness tätig sein. Olenberg arbeitet derzeit an seiner Bachelorarbeit im Studiengang Medieninformatik und Gestaltung. Littau hatte vor, Schauspiel zu studieren, wurde aber bisher noch nicht an den staatlichen Schauspielschulen angenommen. »Aktuell versuche ich mich durch Castings und andere Umwege durchzuschlagen«, erläutert Littau.

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