Neujahrsempfang der Kreislandfrauen – Grußworte vom Landrat – Auftritt von Bauchredner Jörg Jará  »Botschafterinnen der Region« 

Espelkamp/Altkreis Lübbecke (WB). Als »Botschafterinnen für die Region« hat Landrat Dr. Ralf Niermann die Landfrauen des Mühlenkreises bezeichnet.

Von Felix Quebbemann
Grußworte: Landrat Dr. Ralf Niermann
Grußworte: Landrat Dr. Ralf Niermann

 Beim Neujahrsempfang im Neuen Theater war der Landrat einer der Ehrengäste, die von Marlis Klocke, der Kreisvorsitzenden der Landfrauen Minden-Lübbecke, am Sonntagmorgen begrüßt wurden.

 Etwa 330 Gäste hatten im Theater Platz genommen, um einen unterhaltsamen Vormittag zu genießen. Dafür war vor allem Bauchredner Jörg Jará verantwortlich. Denn der sorgte mit seinem äußerst gelungenen Programm für beste Unterhaltung und jede Menge Lacher.

 Ihren kurzen Einführungsvortrag schloss Marlis Klocke mit der Hoffnung auf »viel Raum für Liebe und Glück« im Jahr 2015. Zudem wünschte sie sich mit Blick auf die unruhige weltpolitische Lage »mehr Frieden und Toleranz«.

 Landrat Dr. Ralf Niermann blickte kurz auf bedeutende Aktivitäten der Landfrauen im vergangenen Jahr zurück. Der Auftritt bei der Grünen Woche durfte ebenso wenig fehlen wie das von den Landfrauen erstellte Mühlenkreiskochbuch. Dies sei sein »Lieblingsgeschenk« für Gäste des Mühlenkreises, sagte Dr. Niermann. Er lobte die Landfrauen für ihre »mitreißende Energie. Sie haben vieles bewegt und auf die Beine gestellt«. Zudem betonte er, dass sich die Landfrauen auch einmischen würden. Dies zeige sich daran, dass sie sich für die Gleichberechtigung von Männern und Frauen einsetzten. »Sie treten damit für demokratische Grundwerte ein.« Mit Blick auf eine Auslandsreise des Landfrauenverbandes in diesem Jahr sagte Dr. Niermann: »Wenn Sie viel Gutes für andere tun, dürfen Sie auch mal Gutes für sich tun.« Er bestätigte damit einen zuvor von Marlis Klocke geäußerten Satz.

 Gemeinsam mit Annegret Flömer, stellvertretende Vorsitzende der Kreislandfrauen, und Iris Niermeyer, Vorsitzende des Landfrauenservices Minden-Lübbecke-Herford, blickte Klocke auf das vergangene Jahr zurück. Neben dem Kochbuch nannten die drei Veranstaltungen wie das Frühlingscafé, die Abschiedstour von Karl-Heinz Becker als Vorsitzender des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) sowie die Studienreise nach Kroatien und den Kreislandfrauentag.

 Auf das Projekt Ernährungsführerschein ging die stellvertretende Bürgermeisterin Espelkamps, Gisela Vorwerg, ein. »Sie sorgen sich um die Verpflegung der Schüler«, wandte sie sich an die Landfrauen und sie bezeichnete den Ernährungsführerschein als ein »bemerkenswertes Projekt.« Der neue WLV-Vorsitzende Hermann Seeker sagte, dass die Landfrauen immer vorne dabei seien, »wenn es um Belange des ländlichen Raumes geht. Sie bringen Leben in die Dörfer und halten die Männer auf Trab«, endete Seeker und gab die Bühne frei für das kulturelle Programm.

 Anna Nasirov, die die Veranstaltung mit einer Tanzdarbietung eröffnet hatte, zeigte ihr Können im Bereich Ausdrucks- und Jazztanz. Dann betrat Jörg Jará die Bühne und hatte das Publikum in Windeseile für sich gewonnen. Erfrischend: die Wiederholung des Betretens der Bühne, um auch am Morgen einen ähnlich enthusiastischen Applaus zu bekommen wie bei einer Abendschau. Der Bauchredner scheute nicht davor zurück, seinen Berufsstand auf die Schippe zu nehmen. »Wir gehören ja zu den Leuten, die mit sich selbst sprechen.« Im Gegensatz zu anderen, würden Bauchredner dafür aber Applaus bekommen.

 Spätestens als er die Socke »Dodo« aus seinem fahrbaren Schrank hervorholte, ging die Show richtig los. Schnell noch zwei Ping-Pong-Bälle als Augen aufgesetzt und eine Stola umgelegt, schon war die Socke ausgehfähig. Aber Vorsicht bei den Ping-Pong-Bällen. Denn als bei der Probe einer der Bälle herunterhing, habe doch einer gesagt. »Da kommt Karl Dall.« So mancher Prominente wurde von Jará und seinen Puppen aufs Korn genommen. Neben Bundeskanzlerin Angela Merkel war Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt Zielscheibe von Jarás Späßen, die aber niemals unfair wurden.

 Mit dem grummeligen Erwin Jensen, einem 81-jährigen Rentner, hatte Jara eine Puppe kreiert, mit der er sich prächtig im Sekundentakt die Witze zuspielen konnte. Jará fragte Jensen zur Altersvorsorge: »Was haben Sie dafür getan?« »Nix.« antwortete Jensen. »Gar nix?«, fragte Jará. »Nö, ich bin von alleine alt geworden«, feuerte der Bauchredner in der Stimme der 81-jährigen Puppe zurück.

 Nicht umsonst gehört Jará zur ersten Riege der Bauredner und Komiker in Deutschland. Sein Programm ist flott. Ohne Zögern schleudert er dem Publikum die Pointen entgegen. Auch mit »Vogel Olga«, der sich erst einmal über »die Hand im Hals beschwerte«, gelang dies prächtig. Die Gäste honorierten die gelungenen Sketche mit Lacher und Applaus.

 Am Ende war Jará dermaßen von dem Neuen Theater und dem Publikum begeistert, dass er sagte, er würde gerne in der nächsten Saison mit seinem kompletten Programm wieder kommen. Dann erfahren die Besucher bestimmt auch, warum Erwin Jensen ein Poster von Angela Merkel verkehrt herum zuhause hängen hat – die Landfrauen wissen es schon. Den Bauchredner bedachten sie am Ende seiner Show mit Standing-Ovations. Verdientermaßen.

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