Fraktion fordert Prüfung für ein Familienangebot in Bad Oeynhausen Grünen kritisieren Pläne für Sielbad-Neubau

Bad Oeynhausen (WB/muk). Mit einem aktuellen Vorschlag zum Thema Neubau eines Hallenbads im Siel hat die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen am Freitag für eine »Überraschung« bei Stadtwerke-Vorstand Andreas Schwarze gesorgt. Die Grünen regen die Wiederaufnahme der Diskussion um ein »familienfreundliches Hallenbad« an. Deshalb müsse man die Entscheidung für den Neubau noch einmal überdenken«, teilte Grünen-Fraktionsvorsitzender Volker Brand mit.

Diese Ansicht zu einem Neubau des Hallenbads im Bad Oeynhausener Sielpark ist im vergangenen Jahr im dortigen Sportauschuss vorgestellt worden.
Diese Ansicht zu einem Neubau des Hallenbads im Bad Oeynhausener Sielpark ist im vergangenen Jahr im dortigen Sportauschuss vorgestellt worden. Foto: Stadt Bad Oeynhausen

Über diese Forderung wunderte sich Andreas Schwarze, Vorstand der Stadtwerke Bad Oeynhausen. »Wir haben einen klaren Auftrag zu bauen und daran arbeiten wir weiter«, sagte er auf Anfrage dieser Zeitung am Freitag. Die langwierige »Diskussion« um ein neues Vereins- und Sportbad hätten die Vertreter der Stadtwerke »zur Kenntnis genommen«. »Doch nun geht es darum, die Pläne umzusetzen. Sollte es seitens der Politik Bedarf für Gespräche geben, dann muss das in den entsprechenden Gremien gemacht werden«, fügte Andreas Schwarze hinzu.

Mehrheit im Ausschuss und im Rat für Vereins- und Sportbad

Wie mehrfach berichtet, hatte es im Sportausschuss im September gegensätzliche Ansichten über eine Ausrichtung als Familien- oder Vereins- und Sportbad gegeben. Mit 14 Ja-Stimmen der CDU, der SPD und der BBO sowie von Rainer Müller-Held, damals Mitglied der Grünen, heute BBO, votierte der Sportausschuss schließlich für den Beschlussvorschlag der Verwaltung. Dagegen, und für die parallele Prüfung eines Allwetterbades, hatten Andreas Korff (Die Linke), Burkhard Gerkensmeier (UW) und Tobias Wolf (Grüne) gestimmt. Zudem hatte es zwei Enthaltungen gegeben. Wenig später hatte auch der Stadtrat mehrheitlich für ein Vereins- und Sportbad gestimmt.

Das kritisiert nun Volker Brand im Namen der Grünen-Fraktion. Die Entscheidung für »ein nüchternes Sport- und Hallenbad« betone wirtschaftliche Aspekte. »Auf kritische Einwände, einen familienfreundlichen Kleinkinderbereich zu integrieren, wurde aus Kostengründen verzichtet«, teilte Volker Brand mit.

Ziel: Hallenbad mit familienfreundlichem Angebot

Deshalb regen die Grünen an, »dass über diese Entscheidung noch einmal nachgedacht werde. »Zum einen lässt es der Planungsstand gegenwärtig noch zu, die Konzeption um einen Nichtschwimmerbereich zu ergänzen. Zum anderen mehren sich die Stimmen der Bürgerinnen und Bürger, die das Aussparen eines Kleinkinderbereichs sehr kritisch sehen«, schreibt Volker Brand. Es könne auch nicht ausgeschlossen werden, »dass ein solches Bad mit einer Lebensdauer von mindestens 30 Jahren, rasch als zu minimalistisch ausgerichtet empfunden« werde. Er verweist auch auf die Lehrschwimmbecken an den Grundschulstandorten Werste und Oberbecksen, die mit einem neuen Hallenbad geschlossen würden. Deshalb sei es gerade vom »Selbstverständnis« Bad Oeynhausens her, das sich als familienfreundliche Stadt sehe, wichtig, diese »Zielvorgabe« weiter zu verfolgen.

»Wir Grüne wissen, dass es nicht unproblematisch ist, eine einmal getroffene Entscheidung in Frage zu stellen oder sogar zu revidieren«, schreibt Volker Brand. Die Grünen seien aber überzeugt, dass eine Mehrheit der Bürger für ein Familienbad sei. Zugleich ziele die Grünen-Initiative »nicht auf parteipolitische Konstellationen« ab. Es seien alle Ratsmitglieder aufgerufen, ihre Entscheidung zu hinterfragen.

Kommentar

Der Vorschlag der Grünen-Fraktion irritiert. Den Mitgliedern ist zunächst hoch anzurechnen, dass sie sich ebenso für Bürgerbelange einsetzen, wie alle Fraktionen. Nur was für ein Verständnis von Demokratie vermitteln die Grünen den Bürgern, wenn sie acht Monate (!) später die Entscheidungen im Sportausschuss und später im Stadtrat in Frage stellen? Schließlich fordert die Grünen-Fraktionsspitze nun »alle Ratsmitglieder auf, ihre Entscheidung zu hinterfragen«. Dazu ein klares Nein! Denn anzunehmen ist, dass die Ausschuss- und Ratsmitglieder nach bestem Wissen und Gewissen entschieden haben. Demokratie heißt auch, Mehrheiten anzunehmen und sie zu akzeptieren, auch wenn es einem manchmal schwerfällt.            Rajkumar Mukherjee

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