BSG Bad Oeynhausen will Stadtsportverband zum Jahresende verlassen Streit um inklusiven Sportplatz

Bad Oeynhausen  (WB). Der Stadtsportverband verliert seinen mitgliederstärksten Verein: Der Vorstand der »BSG Bewegung – Sport – Gesundheit Bad Oeynhausen« plant, zum Jahresende auszutreten. Der Grund seien Differenzen bei dem Vorhaben, den ersten vollkommen inklusiven Sportplatz in OWL zu errichten.

Von Rajkumar Mukherjee
Im Schulzentrum Nord möchte die BSG Bad Oeynhausen die erste vollkommen inklusive Sportanlage in OWL errichten. Offenbar ist nun über das Vorhaben ein Streit zwischen der BSG und dem Stadtsportverband entbrannt.
Im Schulzentrum Nord möchte die BSG Bad Oeynhausen die erste vollkommen inklusive Sportanlage in OWL errichten. Offenbar ist nun über das Vorhaben ein Streit zwischen der BSG und dem Stadtsportverband entbrannt. Foto: Rajkumar Mukherjee/Archiv

Die Entscheidung zum Austritt habe der Vorstand der BSG am Mittwochabend getroffen, bestätigt der Vorsitzende Holger Diekmann auf Anfrage dieser Zeitung. Der Austritt solle zum 31. Dezember erfolgen. »Diesen Entschluss haben wir uns nicht leicht gemacht. Er ist nach intensiver und kontroverser Diskussion gefallen«, sagt er. Mit dem Austritt verliert der Stadtsportverband einen Verein, der mit etwa 1800 Mitgliedern die größte Gruppe im Verband darstellt.

Austausch zwischen BSG und SSV verursacht Disput

Zur Begründung verweist Holger Diekmann auf einen Austausch zwischen der BSG und dem Stadtsportverband (SSV) anlässlich der Idee zur Errichtung einer vollkommen inklusiven Sportanlage im Schulzentrum Nord. Wie exklusiv berichtet, ist die BSG mit diesem Vorschlag an die Stadt herangetreten. Einen entsprechenden »Antrag mit Datum vom 3. April« habe die BSG der Stadt vorgelegt, sagt Holger Diekmann.

Dazu sei auch ein Treffen mit dem zuständigen Beigeordneten Stefan Tödtmann am 16. Mai vorgesehen. Bisher habe die Stadt eine grundlegend positive Einstellung zur Idee signalisiert. Das beinhalte auch den Vorschlag, den Ascheplatz zunächst zur Bogensportanlage als »Ankersport« auszubauen. Im Angebot seien aber auch andere Sportarten vorgesehen.

Der SSV, dem 12.000 Sportler angehören, wird durch den Vorsitzenden Hans Milberg vertreten. »Ihn haben wir schriftlich mit Datum vom 6. April in Kenntnis gesetzt. Eine Reaktion habe ich aber erst in einem Telefonat am 23. April von Herrn Milberg erhalten, der sich kritisch zur Idee äußerte«, sagt Holger Diekmann. So habe Hans Milberg beispielsweise auf bauliche Voraussetzungen verwiesen – und die Frage gestellt, ob diese überhaupt im Schulzentrum Nord möglich seien.

Holger Diekmann habe diese Zurückhaltung als negativ empfunden. »Der SSV fällt keine Entscheidung, das machen die politischen Gremien. Dagegen kann der SSV uns ideell unterstützen. Das ist aber nicht erkennbar. Ich habe ohnehin den Eindruck, dass dort Vorhaben im Sielpark präferiert werden. Hätten wir das als BSG früher gewusst, hätten wir uns früher darauf einstellen können«, sagt Holger Diekmann.

BSG kritisiert »mangelhafte Werstschätzung« durch SSV

Aber schon länger sei die »mangelhafte Wertschätzung«, so heißt es in dem BSG-Schreiben an den SSV, deutlich geworden. »Wir haben nun festgestellt, dass die BSG auf der Internetseite des SSV nicht als Mitgliedsverein vorgestellt wird. Das verwundert uns sehr«, sagt Holger Diekmann.

Dabei sei die BSG seit der Wiedergründung des SSV im Jahr 2013 Mitglied. Zudem habe die BSG stets gut mit dem SSV zusammengearbeitet, etwa beim Leistungsstützpunkt für den Behindertensport. Ziel der BSG sei es nun, mit anderen Verbänden wie dem Landessportbund, dem Kreisportbund sowie dem Behinderten- und Rehabilitationssportverband NRW zusammenarbeiten.

Auf die Ankündigung des Austritts der BSG reagiert Hans Milberg mit »Enttäuschung«. »Wir haben bisher intensiv zusammengearbeitet. In vielen Fragen stand ich Holger Diekmann beratend zur Seite, auch beim Thema inklusiver Sportplatz im Schulzentrum Nord«, sagt Hans Milberg. Zudem sei er selbst Mitglied in der BSG.

In puncto inklusiver Sportplatz habe Hans Milberg lediglich auf »baurechtliche« Fragen verwiesen. Er bemängelt zudem, dass Oliver Thamm als Vorsitzender des Sportausschusses zwar über das Vorhaben informiert sei, »doch wäre es besser, wenn die BSG einen offiziellen Antrag an die Stadt und den Sportausschuss richten würde«.

Und es sei keine Absicht, dass die BSG »derzeit« nicht auf der SSV-Internetseite vertreten ist. Zudem gebe es keine Präferenz des SSV hinsichtlich des Sielparks. Dort werde aber übrigens die Rollschuhbahn des RRC Lohe bleiben, die die BSG nach Angaben von Hans Milberg »gerne ins Schulzentrum Nord geholt« hätte. Vertreter des RRC Lohe hätten sich letztlich aber für den Verbleib im Sielpark ausgesprochen.

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