Musikschule der Stadt Bad Oeynhausen will eigenes Musical auf die Bühne bringen Jugendliche Mitstreiter gesucht

Bad Oeynhausen  (WB). Die Musikschule der Stadt Bad Oeynhausen hat ehrgeizige Ziele: Bis Herbst 2019 wollen Leiterin Beate von Rüdiger und ihr Team ein eigenes Musical auf die Bühne bringen. Als Basis dient Peer Martins Jugendroman »Sommer unter schwarzen Flügeln«. Für die Umsetzung werden noch weitere Mitstreiter gesucht.

Von Malte Samtenschnieder
Unter der Leitung von Björn Gbur (rechts) haben Malte Jenkes (von links), Dominika Foremny und Anna Dammeyer bereits die ersten Schritte auf dem Weg zu ihrem eigenen Musical unternommen. Bis Herbst 2019 soll es bühnenreif sein.
Unter der Leitung von Björn Gbur (rechts) haben Malte Jenkes (von links), Dominika Foremny und Anna Dammeyer bereits die ersten Schritte auf dem Weg zu ihrem eigenen Musical unternommen. Bis Herbst 2019 soll es bühnenreif sein. Foto: Malte Samtenschnieder

»Wir haben vor drei Jahren mit ›Das geheime Leben der Piraten‹ schon mal ein Musical aufgeführt«, sagt Beate von Rüdiger. Die positive Resonanz von damals habe den Ansporn für das neue Projekt gegeben. Diesmal sei aber einiges anders.

Die Musikschulchefin: »Wir wollen diesmal statt mit Grundschulkindern mit Jugendlichen von den weiterführenden Schulen arbeiten. Auch wollen wir nicht auf eine fertige Vorlage zugreifen, sondern den Beteiligten die Chance geben, ein eigenes Thema aus dem Jugendbereich selbstständig umzusetzen.«

Die Koordination des Projektes übernimmt Björn Gbur. Er leitet den Fachbereich Rock und Pop der Musikschule der Stadt Bad Oeynhausen. »Alles hat im vergangenen Herbst mit einem Flyer begonnen, in dem ich unter dem Titel ›Wie schreibe ich ein Musical?‹ Interessierte angesprochen habe«, sagt der Musiklehrer.

Vom Roman zum Drehbuch

Mittlerweile bestehe der harte Kern des Kreativteams aus den drei Jugendlichen Dominika Foremny (13), Anna Dammeyer (15) und Malte Jenkes (16). »Das Buch ›Sommer unter schwarzen Flügeln‹ hat Dominika vorgeschlagen«, sagt Björn Gbur. Er selbst habe es zuvor nicht gekannt.

Als er es aber angelesen habe, sei er von Beginn an begeistert gewesen. Der Musiklehrer: »Die Liebesgeschichte zwischen einem syrischen Mädchen aus dem Asylbewerberheim und einem deutschen Jungen mit rechtsradikalem Hintergrund ist ein brisantes Thema. Dennoch wollen wir es unbedingt auf die Bühne bringen.«

Als Beate von Rüdiger von dieser Idee erfuhr, war sie ebenfalls Feuer und Flamme. »Ich habe mich sofort mit dem zuständigen Buchverlag in Verbindung gesetzt, um unsere Idee vorzutragen und die Rechtefrage zu klären«, sagt die Musikschulleiterin.

Autor Peer Martin habe ohne zu zögern grünes Licht gegeben. »Er freut sich, dass wir aus seinem Roman ein Musical machen, möchte das fertige Drehbuch aber vor der ersten Aufführung sehen«, erläutert Beate von Rüdiger. Selbstverständlich habe sie ihn auch zur Premiere eingeladen.

Erste Texte fertiggestellt

Sowohl in puncto Drehbuch, als auch in puncto Songs hat das Kreativteam bereits einiges geleistet. »Die Texte für zwei der insgesamt sieben Szenen sind bereits fertig«, berichtet Björn Gbur. Die Texte für zwei Lieder hätten sich die Jugendlichen ebenfalls bereits überlegt. Insgesamt zehn Songs sollen die ergreifende Liebesgeschichte musikalisch tragen.

»Alle Lieder werden auf Deutsch gesungen. Stilistisch werden wir uns im Pop- und Rock-Bereich bedienen«, erläutert Björn Gbur. Beim Komponieren und Arrangieren der Songs kann der Musiklehrer auf Unterstützung seiner Kollegen von der städtischen Musikschule bauen. Beate von Rüdiger: »Die erforderliche Kompetenz haben wir. Schließlich lernen wir alle das Komponieren während unseres Musikstudiums.«

»Ich finde es spannend, mitzuerleben, wie aus einem Roman ein Musical wird«, sagt Dominika Foremny. Die 13-Jährige spielt Klavier und Querflöte. Ähnlich geht es Anna Dammeyer (Klavier und Querflöte). »Ich habe an meiner Schule schon mal an einem ähnlichen Projekt mitgewirkt. Ich mag es, eigene Text und Geschichten zu schreiben«, betont die 15-Jährige. Eine prägnante Erklärung für seine Motivation, sich einzubringen, hat auch Malte Jenkes (Klavier und Geige). »Ein Musical vorzubereiten, macht einfach Spaß«, sagt der 16-Jährige.

Rollen noch nicht vergeben

Um die weitere Vorbereitungsarbeit auf mehr Schultern verteilen zu können, suchen Björn Gbur und sein dreiköpfiges Kreativteam nun weitere Mitstreiter. »Dazu wenden wir uns an Interessierte an allen weiterführenden Schulen vor allem in Bad Oeynhausen«, betont Beate von Rüdiger.

Es würden nicht nur Jugendliche gesucht, die an Lied- und Drehbuchtexten mitschreiben wollen, sondern auch Helfer für die Bühnentechnik, den Kulissenbau oder das Kostümeschneidern. Björn Gbur: »Die voraussichtlich 16 Bühnenrollen sind ebenfalls noch nicht vergeben.« Sogar in Band und Orchester können man sich noch beteiligen. »Obwohl wir in diesem Bereich natürlich zunächst auch auf unsere eigenen Musikschüler bauen«, betont Beate von Rüdiger.

»Wer eine Bühnenrolle übernehmen möchte, sollte mindestens 16 Jahre alt sein«, erläutert Björn Gbur. Auch ein gesundes Selbstvertrauen sei wichtig, um die anspruchsvolle Handlung – insbesondere im rechten Milieu angesiedelte Szenen – überzeugend zu verkörpern. Grundsätzlich ermuntern die Organisatoren aber jeden, der mitmachen möchte, sich zu melden.

Das fertige Musical soll im Herbst 2019 im Theater im Park gezeigt werden. Björn Gbur ist erreichbar unter Telefon 05731/143442 oder per E-Mail an b.gbur@badoeynhausen.de .

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