Bad Oeynhausener Benjamin Bley berichtet von seinen fünf Monaten als Erasmus-Student in Mikkeli Neue Freundschaften auf Finnisch

Bad Oeynhausen (WB). Endlose Weiten, viel Schnee und lauter nette Leute: Ein halbes Jahr hat Benjamin Bley als Erasmus-Student in Finnland verbringen dürfen. Die Zeit im hohen Norden hat dem Bad Oeynhausener tolle Erlebnisse und viele neue Freundschaften beschert.

Von Alexander Grohmann
Pflichtveranstaltung: Benjamin Bley (rechts) schaut sich mit anderen Erasmus-Studenten aus aller Herren Länder ein Eishockeyspiel an. »Das ist der absolute Lieblingssport der Finnen«, sagt der 28-Jährige, der fünf Monate im hohen Norden verbracht hat und dabei viele wertvolle Erfahrungen sammelte.
Pflichtveranstaltung: Benjamin Bley (rechts) schaut sich mit anderen Erasmus-Studenten aus aller Herren Länder ein Eishockeyspiel an. »Das ist der absolute Lieblingssport der Finnen«, sagt der 28-Jährige, der fünf Monate im hohen Norden verbracht hat und dabei viele wertvolle Erfahrungen sammelte.

Fünf Monate war er weg – und kam reich beladen wieder: »Diese Erfahrung kann einem keiner mehr nehmen«, schwärmt Bley, der »International Business« an der Fachhochschule Bielefeld studiert, von der intensiven Zeit im Ausland. Der 28-Jährige hatte sich bei der Europäischen Union für das Erasmus-Programm beworben. Mit 400 Euro wird ein Student von der EU pro Monat unterstützt. »Das Geld ging in meinem Fall fast komplett für die WG-Miete drauf«, berichtet Bley.

Das erlebt Bley in seiner Erasmus-Zeit

Drei mögliche Studienorte musste Bley bei seiner Bewerbung angeben. Der 28-Jährige kommt an der Fachhochschule Mikkeli zwei Stunden entfernt von Helsinki unter – für den Finnland-Fan die erste Wahl. »Ich konnte dort ein normales Semester absolvieren, natürlich auf Englisch. Aber das hat einen weitergebracht. Vorher war mein Englisch noch nicht perfekt«, sagt Bley, der sich die erworbenen Punkte für sein Hauptstudium anrechnen lassen kann.

Ende August bricht er zum Abenteuer auf. Dafür hängt der Hobbykicker sogar bereitwillig die Fußballschuhe für einige Zeit an den Nagel. Die Entscheidung, ins Ausland zu gehen, erweist sich schnell als goldrichtig. »Es war super-genial. So etwas kann ich jedem jungen Menschen nur em­pfehlen«, sagt er.

Schließlich haben alle Erasmus-Studenten das gleiche Ziel: Freundschaften schließen, neue Erfahrungen machen, das Leben genießen. »Man lernt Menschen aus aller Herren Länder kennen und es entwickelt sich eine tolle Gemeinschaft«, erzählt Bley, der schnell Teil einer internationalen Clique mit Studenten aus Frankreich, Chile oder Vietnam ist. Voraussetzung: »Man muss die nötige Mentalität mitbringen und sich den Leuten gegenüber öffnen.«

Reisen in Märchenlandschaften

Die freie Zeit nutzt er, um auf Reisen zu gehen. Ein Trip führt Bley und seine Freunde nach Lappland. In den verschneiten Märchenlandschaften stehen unter anderem eine Husky-Tour und ein Saunagang auf dem Programm. Der Clou: »Wir haben in einen zugefrorenen See ein Eisloch geschlagen und sind dann reingesprungen«, berichtet Bley, der natürlich auch ein Eishockeyspiel besucht (»Der absolute Lieblingssport der Finnen«) und bei einem Fußballturnier der Hochschulen mit seiner Uni-Elf Platz eins belegt.

Finnland lernt der Bad Oeynhau­sener als Land der Kontraste kennen. Verfügt die Nation einerseits über nur wenig eigene Rohstoffe und muss Lebensmittel importieren, ist sie in anderen Bereichen top entwickelt. »Was die Finnen in Sachen W-Lan und Vernetzung anbieten, ist schon etwas anderes. Wenn ich hier in der Bahn zwischen Bielefeld und Löhne sitze, habe ich nie Netz. Selbst in Lappland hatte ich dagegen immer W-Lan«, sagt Bley.

Die Zeit nach Erasmus

Auch das bargeldlose Einkaufen weiß der 28-Jährige schnell zu schätzen. »Ich wollte in der Uni am Anfang mal einen Kaffee mit Bargeld bezahlen. Da hat man mich schräg angeguckt«, sagt er über die digitale Zahlungsmoral im nördlichen Europa.

Zu vielen Studienkollegen aus seiner Erasmuszeit hat er weiter Kontakt. »Man schreibt sich regelmäßig.« Die Zeit in Finnland hat ihn aber auch in beruflicher Hinsicht weitergebracht. »Ich könnte mir jetzt vorstellen, später international zu arbeiten«, sagt Bley, der zunächst seinen Master-Abschluss anpeilt. In Finnland konnte er zudem Aufklärungsarbeit leisten: »Alle, mit denen ich zu tun hatte, waren immer der Überzeugung, dass die Deutschen am liebsten Sauerkraut essen. Das Vorurteil habe ich jetzt aus der Welt geschafft«, lacht Bley.

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