Partnerschaftsring in Bad Oeynhausen wieder ohne Vorstand – Martina Stritzke tritt zurück Alles auf Anfang

Bad Oeynhausen (WB). Nicht einmal sechs Monate ist den Mitgliedern des Partnerschaftsringes das gute Gefühl geblieben, wieder einen Vorstand zu haben. Die erste Vorsitzende Martina Stritzke hat ihr Amt aus persönlichen Gründen niedergelegt. Einen Nachfolger gibt es bislang nicht.

Von Angelina Zander
Im September hat der Partnerschaftsring mit Martina Stritzke (Dritte von rechts) eine neue erste Vorsitzende gewählt. Zuversichtlich waren damals auch die Vorstandsmitglieder Hildegard Kreft (von links), Margot Brandt, Helga Bick, Thomas Mehring und Brigitte Heese.
Im September hat der Partnerschaftsring mit Martina Stritzke (Dritte von rechts) eine neue erste Vorsitzende gewählt. Zuversichtlich waren damals auch die Vorstandsmitglieder Hildegard Kreft (von links), Margot Brandt, Helga Bick, Thomas Mehring und Brigitte Heese. Foto: Lydia Böhne/Archiv

Das teilte die Stadt während der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses offiziell mit. Die geplante Jahreshauptversammlung des Partnerschaftsringes am vergangenen Freitag sei aus diesem Grund bereits abgesagt worden. Nach Informationen dieser Zeitung sollten an diesem Abend weitere Vorstandsmitglieder und eventuell ein zweiter Vorsitzenden gewählt werden.

Martina Stritzke war erst nach drei Jahren vergeblicher Suche zur ersten Vorsitzenden gewählt worden. Der damalige zweite Vorsitzende, Dr. Henning Schmidt, übernahm zuvor stellvertretend die Leitung des Partnerschaftsringes. Dieser legte sein Amt aufgrund der Doppelbelastung im vergangenen Jahr aber nieder.

Notvorstand muss gebildet werden

Da der Partnerschaftsring nach dem Rücktritt von Martina Stritzke ohne Vorsitzende ist, muss nun ein Notvorstand gebildet werden. Den muss das Amtsgericht Bad Oeynhausen bestätigen. Ein Termin steht nach Angaben der Stadt dafür noch aus. Dieser Vorstand sei so lange im Amt, bis die Mitglieder eine Liquidation, also die Auflösung ihres Vereins, beschließen.

Dies müsse bei der nächsten Versammlung geschehen. Damit geraten die Mitglieder in eine Situation, in der sie unlängst bereits waren. Es drohte schon einmal die Auflösung des Vereins. In einem Liquidationsjahr hatten die Mitglieder die Gelegenheit, den Verein doch noch zu erhalten. Dafür mussten sie jedoch einen neuen Vorsitzenden finden. Das war in diesem Fall Martina Stritzke, die, wie sie bei ihrem Amtseintritt erklärte, durch einen Zeitungsartikel auf die Situation im Partnerschaftsring aufmerksam geworden war.

Wohnsitzwechsel als Grund angegeben

In einem Brief an die Mitglieder, der dieser Zeitung vorliegt, beschreibt sie jetzt kurz den Grund ihres Rücktrittes. Sie wolle ihren Wohnsitz aus Bad Oeynhausen an einen anderen Ort verlegen und sehe sich »nicht imstande, den Verein ordnungsgemäß weiterzuführen.« Seit dem Versand dieses Briefes durch die Kassiererin Hildegard Kreft an alle Mitglieder sei kein weiterer Kontakt mit der ehemaligen Vorsitzenden zustande gekommen.

Wird tatsächlich über die Liquidation des Vereins entschieden, muss beispielsweise die Stadt die Aufgaben des Partnerschaftsringes übernehmen. Dazu zählt zum Beispiel die Organisation der Treffen mit den Gruppen aus Fismes in Frankreich und aus Inowroclaw in Polen.

Der Rücktritt von Martina Stritzke hat alle Mitglieder nach Informationen dieser Zeitung unvorbereitet getroffen. Kassiererin Hildegard Kreft betonte auf Anfrage, dass das geplante Programm für das aktuelle Jahr gemeinsam mit Thomas Mehring umgesetzt werde. Für eine Stellungnahme zum Rücktritt war Martina Stritzke nicht erreichbar.

Kommentar

Und wieder steht der Partnerschaftsring ohne Vorsitzenden dar. Drei Jahre hatten die Mitglieder zuletzt vergeblich versucht, eine Frau oder einen Mann dafür zu gewinnen. Martina Stritzke hatte das Amt schließlich übernommen. Aus Überzeugung, dem Austausch auf europäischer Ebene zu dienen.

Niemand war offenbar zuvor bereit, diese Verantwortung zu übernehmen. Dieses Amt auszufüllen, ist angesichts der Pflichten, die damit verbunden sind, auch nicht ohne. Jetzt aus persönlichen Gründen das Amt niederzulegen, ist zu akzeptieren.

Nur: Damit wird die neuerliche Suche für den Vorsitz nicht einfacher, auch weil junge Mitglieder dafür nicht Schlange stehen. Zu wünschen ist: Im Sinne der traditionsreichen Partnerschaften mit Fismes und Inowroclaw gibt sich jemand einen Ruck. Aus der jungen Generation? Den europäischen Gedanken zu fördern und zu pflegen ist gerade in diesen Zeiten ein hohes Gut.

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