Einzelhändler in Bad Oeynhausen kritisieren Pläne für Fußgängerzone »Wir wollen mitgestalten«

Bad Oeynhausen (WB). »Wir fühlen uns von der Stadt schlecht informiert.« Das sagen mehrere Einzelhändler in der Innenstadt zu den Plänen für die Aufwertung der Fußgängerzone. Vor allem unkalkulierbare Umsatzeinbußen befürchten die Geschäftsleute, weil aus ihrer Sicht bislang kein konkreter Zeitplan existiert.

Von Wilhelm Adam
Die Pläne für ein neues Pflaster in Teilen der Fußgängerzone sorgen derzeit für viele Diskussionen.
Die Pläne für ein neues Pflaster in Teilen der Fußgängerzone sorgen derzeit für viele Diskussionen. Foto: Malte Samtenschnieder

Bei einer Ortsbegehung konnten sich in der vergangenen Woche Interessierte anhand dreier Musterflächen vor der Filiale der Deutschen Bank über die mögliche Neupflasterung in der Innenstadt informieren. In aufeinanderfolgenden Bauabschnitten sollen dabei nacheinander mehrere Straßenzüge neu ausgelegt werden.

Die Kaufleute fühlen sich über bevorstehende Maßnahmen schlecht informiert und würden gerne mitgestalten (von links): Helga Bake, Irina Jacke, Peter Steinhoff, Jörg Wiesenthal, Dagmar Meerkötter, Elfy Völger und Monika Brackmann-Tiedau. Foto: Wilhelm Adam

An der Viktoriastraße sollen die Arbeiten beginnen: Über die Planung der genauen Ausführung soll dabei der Ausschuss für Stadtentwicklung entscheiden. Auch über die erforderliche Beschaffenheit des Belags wollen die Ausschussmitglieder in ihrer Sitzung am Dienstag, 20. März, entscheiden. Ein Auftrag, um den sich alle Firmen bewerben können, soll öffentlich ausgeschrieben werden.

Der nach aktuellen Planungen noch in diesem Jahr bevorstehende erste Abschnitt der Bauarbeiten ruft nun die Einzelhändler der Innenstadt auf den Plan. »Wir fühlen uns von der Stadt schlecht informiert«, sagte Jörg Wiesenthal am Dienstag bei einem Treffen im Roesthaus an der Klosterstraße. Und Monika Brackmann-Tiedau ergänzte: Wenn schon die Neupflasterung notwendig sei, solle man gleichzeitig überlegen, »wie man die Innenstadt noch besser zugänglich macht«. Das Parkplatzangebot rund um die Innenstadt wertete sie als »nicht ausreichend«. Vor allem für Menschen mit einer Behinderung könne es hilfreich sein, zusätzliche Parkmöglichkeiten etwa in der Lenne- oder Viktoriastraße sowie am Kurpark bereitzustellen.

Kaufleute sorgen sich um Erreichbarkeit der Parkplätze

»Umsatzeinbußen werden zu verzeichnen sein«, stellte Irina Jacke fest. In diesem Zusammenhang bemängelten die Geschäftsleute, dass bisher weder ein konkreter Zeitplan noch ein Konzept für die Arbeiten vorhanden sei. Für zusätzliche Verunsicherung sorgt die offene Frage, ob es dabei auch um die Sanierung der Kanalisation gehen soll. »Wie erreichen Anwohner und Kaufleute dann ihre Parkplätze?«, fragte Irina Jacke stellvertretend für die Einzelhändler. »Oder kann während der Baumaßnahme die freie Parkzeit verlängert werden, um Anreize zu schaffen, in die Stadt zu kommen?«

Zudem sei eine Verlegung des Schweinebrunnens aus ihrer Sicht nicht möglich, »weil dann die Lieferwagen keinen Platz haben«. Wie exklusiv berichtet, wird derzeit geprüft, ob eine Verlegung des Schweinebrunnes überhaupt notwendig ist.

Händler wollen bei Gestaltung mitreden

Es komme kein Kunde zusätzlich in die Stadt, nur weil es dort ein schönes Pflaster gebe, betonte Jörg Wiesenthal. Die Versorgung der Händler bleibe weiterhin nicht zufriedenstellend, wenn die Infrastruktur nicht verbessert werde. »Die Pflasterung löst das Problem nicht«, sagte er und verwies dabei auf die Stadtzentren von Minden oder Bad Driburg. »Da gibt es tolle Fußgängerzonen. Aber die Stadtzentren sind in Schönheit gestorben.«

Bei der Gestaltung des Innenstadtzentrums wollen die Einzelhändler nach eigenen Angaben mitreden. Ein Gespräch mit dem Bürgermeister will Monika Brackmann-Tiedau im März führen, um ihm die Sorgen der Einzelhändler zu erläutern. Und noch etwas könnte dabei besprochen werden, ergänzte Jörg Wiesenthal: »Wie wir an der Neugestaltung des Zentrums mitarbeiten können.«

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