Straßen NRW bezieht Stellung zu Plänen für Flutmuldenbrücke in Bad Oeynhausen Brückenneubau wirft viele Fragen auf

Bad Oeynhausen-Eidinghausen (WB). Seit bekannt ist, dass die marode Flutmuldenbrücke abgerissen und neu aufgebaut werden soll, sorgt diese Maßnahme für Diskussionen. Zum aktuellen Planungsstand äußert sich Sven Johanning, Sprecher des Landesbetriebes Straßen NRW.

Von Malte Samtenschnieder
Frühestens 2019 soll die marode Flutmuldenbrücke (Foto) erneuert werden. Voraussetzung ist die Fertigstellung des Lückenschlusses der A30.
Frühestens 2019 soll die marode Flutmuldenbrücke (Foto) erneuert werden. Voraussetzung ist die Fertigstellung des Lückenschlusses der A30. Foto: Malte Samtenschnieder

»Derzeit ist ein von uns beauftragtes Planungsbüro damit beschäftigt, sich Gedanken über die neue Brückenkonstruktion zu machen«, sagt Sven Johanning. Bei der Suche nach einer passenden Lösung spiele auch eine möglichst kurze Bauzeit eine Rolle.

»Außerdem muss die neue Brücke genau den gleichen Durchflussquerschnitt haben wie die bisherige«, sagte der Straßen-NRW-Sprecher. Bei Höhe und Länge gebe es somit keine Spielräume. Das liege daran, dass die Brücke über die Flutmulde führe. Sven Johanning: »Bei Hochwasser muss sie eine vorgegebene Wassermenge verkraften.«

Noch keine Aussagen zur Bauzeit möglich

Konkrete Aussagen zur Bauzeit seien derzeit noch nicht möglich. »Das liegt insbesondere daran, dass wir uns noch nicht auf eine Konstruktionsweise festgelegt haben«, erläutert Sven Johanning. Er hoffe aber, dass das Planungsbüro innerhalb der nächsten Wochen belastbare Vorschläge mache, auf denen dann alles Weitere aufbaue.

»Noch haben wir ja auch etwas Zeit«, betont der Straßen-NRW-Sprecher. Schließlich könnten die Bauarbeiten an der Flutmuldenbrücke erst nach der Fertigstellung der A30 – Sven Johanning: »also frühestens 2019« – beginnen. Auch für die Verkehrsführung während der Bauzeit fehle noch ein schlüssiges Konzept.

Straßen NRW nimmt Bedenken ernst

Wegen dichter Bebauung gibt es an beiden Brückenenden kaum Raum – etwa für eine Rampe zum Befahren einer Hilfskonstruktion. Foto: Malte Samtenschnieder

Angst vor einem Verkehrskollaps oder Bedenken von Anliegern der Eidinghausener Straße, dass ihre Geschäfte während der Bauzeit nicht erreichbar sind, nehme der Landesbetrieb Straßen NRW ernst. Gedankenspiele für eine Behelfsbrücke, wie sie bei einer Bürgerversammlung im Herbst ins Gespräch gebracht worden seien, seien aber nicht ohne Weiteres umzusetzen, betont Sven Johanning.

»Das Problem ist, dass die Wohnbebauung an beiden Enden der Brücke sehr dicht ist.« Es bleibe dort fast kein Raum, etwa um eine Rampe zum Befahren einer Hilfskonstruktion zu schaffen. »Und die Autos können ja nicht direkt die Böschung hinunter«, erklärt der Straßen-NRW-Sprecher.

Die Suche nach dem »Ei des Kolumbus« gehe somit weiter. »Wenn jemand eine gute Idee für die Verkehrsführung während der Bauzeit hat, kann er sich gerne melden. Wir sind für Vorschläge offen«, sagt Sven Johanning.

Freigabe der A30 ist Voraussetzung

Auch mit den Planungen für ein Umleitungskonzept stehe Straßen NRW noch am Anfang. »Wir dürfen bei unseren Überlegungen dazu nicht vergessen, dass die A30 zu Beginn der Bauarbeiten an der Flutmuldenbrücke bereits freigegeben sein wird«, betont Sven Johanning. Der Fernverkehr könne somit die neue Autobahn als Ausweichstrecke nutzen.

»Als offizielle Umleitung können wir die A30 aber nicht angeben«, räumt der Behördensprecher ein. Schließlich werde die Eidinghausener Straße – und somit die Flutmuldenbrücke – auch von Fahrzeugen genutzt, die auf einer Autobahn nichts zu suchen hätten. Wahrscheinlicher sei deshalb eine Umleitung etwa über die Werster Straße und die B61 (Dehmer Straße/Mindener Straße/Kanalstraße).

In die Klärung aller dieser Fragen werde die Stadt zu gegebener Zeit in vorgeschriebenem Umfang einbezogen, betont Straßen-NRW-Sprecher Sven Johanning.

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