Arbeiten zwischen Bad Oeynhausen und Löhne könnten 2020 beginnen Umgestaltung der Werre: Pläne werden konkreter

Bad Oeynhausen/Löhne (WB). Die Pläne zur Umgestaltung der Werre und des Sielwehres mit einer Teilabsenkung werden nach jahrelanger Beratung konkreter. In einem ersten Bauabschnitt zwischen Kaarbachmündung und Werreknie sollen die Arbeiten 2020 beginnen. Auf Stadtgebiet sind Kosten von insgesamt 4,68 Millionen Euro im Gespräch.

Von Rajkumar Mukherjee
Noch gehört das Sielwehr zum gewohnten Bild an der Werre. Eine Wasserkraftanlage an dieser Stelle wird bei der Umgestaltung nicht mehr weiter verfolgt, weil sonst Fördergelder verloren gehen könnten.
Noch gehört das Sielwehr zum gewohnten Bild an der Werre. Eine Wasserkraftanlage an dieser Stelle wird bei der Umgestaltung nicht mehr weiter verfolgt, weil sonst Fördergelder verloren gehen könnten. Foto: Stadt Bad Oeynhausen/Büro Wolfgang Klein

Derzeit wird die »Variante 7GK« favorisiert. Diese sieht vor, dass das Sielwehr während des ersten Umsetzungsschrittes durch eine Raue Gleite, auch Sohlrampe genannt, ersetzt wird und die Werre von Flusskilometer 4,1 (Höhe Kaarbachmündung) bis Kilometer 5,7 (Höhe Werreknie) naturnah und hochwassersicher umgestaltet wird. Das geht aus einer Vorlage für die nächste Sitzung des Umweltausschusses am Dienstag, 13. Februar, Beginn 18 Uhr, hervor.

Der Bereich rechts neben der Werre gehört zu Löhne. Hier muss die Stadt Grundstücke für die Gewässerverbreiterung erwerben. Foto: Stadt Bad Oeynhausen/Büro Wolfgang Klein

Dabei solle auch das Profil verbreitert und die Gewässersohle oberhalb des Wehres durch Umlagerung des Aushubbodens erhöht werden. Der Flussabschnitt im Westen bis Flusskilometer 9,0 (Höhe Albert-Schweizer-Straße), also auf Löhner Gebiet, solle in einem zweiten Umsetzungsschritt umgestaltet werden.

Die »Variante 7GK« begrüße die Bezirksregierung Detmold, wie nach einem Treffen am 25. Januar, unter der Leitung von Bürgermeister Achim Wilmsmeier, deutlich geworden sei. An dem Austausch nahmen neben Vertretern der Bezirksregierung auch jene der Kreise Minden-Lübbecke und Herford, der Städte Bad Oeynhausen und Löhne sowie des Werre-Wasserverbandes teil. Festgelegt worden sei bereits, dass der Kreis Minden-Lübbecke als Planfest­stellungsbehörde für das Projekt zuständig ist, teilt Ralf Isemann, bei der Stadt Löhne für die Gewässer zuständig, mit. Er arbeitet eng mit Eckhard Nolting, der in selber Funktion bei der Stadt Bad Oeynhausen tätig ist, zusammen.

Zuwendungen vom Land NRW

Wie der Beschlussvorlage weiter zu entnehmen ist, werden für die Umgestaltung des Sielwehres, einschließlich des Abrisses von Wehr und Brücke, Kosten von etwa 3,3 Millionen Euro angegeben. Zusätzliche Kosten entstehen bei der Umsetzung folgender vier Maßnahmen: 1. die naturnahe und hochwassersichere Gestaltung der Werre oberhalb des Wehres für 450.000 Euro, die zugleich Einsparungen beim Hochwasserschutz in Werste erzielen könne; 2. die Profilaufweitung der Werre unterhalb des Sielwehres bis zur Einmündung des Kaarbaches für 300.000 Euro; 3. die Sanierung und Anpassung des Kokturkanals für 300.000 Euro, inklusive beispielsweise der Anbindung von Nebengewässern und des Radwegebaus; 4. vorbereitende Arbeiten und die Wasserhaltung während der Bauzeit für anteilig 330.000 Euro.

Nach der Planung soll im Bereich des jetzigen Sielwehr eine »Raue Gleite« entstehen. Foto: Stadt Bad Oeynhausen/Büro Wolfgang Klein

Insgesamt, mit den Kosten für die Umgestaltung des Sielwehres, sind das Gesamtkosten von derzeit etwa 4,68 Millionen Euro. Nach derzeitigem Kenntnisstand könnten die Beteiligten bei dem Gesamtvorhaben davon ausgehen, dass das Land NRW Zuwendungen in Höhe von 80 Prozent der entstehenden Kosten erstatte, ist der Beschlussvorlage zu entnehmen.

Auch für die Kosten im ersten Umsetzungsschritt auf Löhner Gebiet liege eine Kostenschätzung vor, geht aus der Beschlussvorlage weiter hervor. Noch müssen aber die Kosten für den Grunderwerb sowie die Umgestaltung der Deichanlangen ermittelt werden. Klärungsbedarf bestehe zudem hinsichtlich der Anpassung der im Bereich des Sielwehres einmündenden Regenwasserkanäle mit den Stadtwerken Bad Oeynhausen (SBO) und den Wirtschaftbetrieben Löhne.

Kooperation zwischen Bad Oeynhausen und Löhne

Sollte der Umweltausschuss zustimmen, können die beiden Städte Bad Oeynhausen und Löhne in einem nächsten Schritt eine Kooperationsvereinbarung schließen, die auch das gemeinsame Vorgehen bis zum Abschluss des ersten Umsetzungsschrittes vorsieht. Auch die genehmigungsreifen Planunterlagen sollen gemeinsam mit der Stadt Löhne erarbeitet werden.

»Nach Jahren der Vorbereitung sind wir bei der planerischen Feinarbeit angekommen«, sagt Ralf Isemann. Nach Beginn des Planfeststellungsverfahrens 2019 könne ein Beginn des ersten Umsetzungsschrittes im Jahr 2020 erfolgen, fügte er hinzu.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.