Torsten Hebel hat in Bad Oeynhausen-Eidinghausen viele Lacher auf seiner Seite Mit Herz und Humor

Bad Oeynhausen-Eidinghausen (WB). Im einen Moment nachdenklich, im nächsten irrsinnig komisch: Torsten Hebel liebt es, das Leben locker zu nehmen. Am Freitag und Samstag war der Sozialarbeiter und Kabarettist aus Berlin im evangelischen Gemeindehaus in Eidinghausen zu Gast.

Von Jenny Karpe
Torsten Hebel hat das Publikum in Eidinghausen mit seinem Programm »Hand aufs Herz« zum Lachen gebracht.
Torsten Hebel hat das Publikum in Eidinghausen mit seinem Programm »Hand aufs Herz« zum Lachen gebracht. Foto: Jenny Karpe

»Mit weit aufgerissenen Augen wirkt man immer deeskalierend«, behauptete Torsten Hebel und starrte mit breitem Grinsen ins Publikum. So wollte er einer schwierigen Alltagssituation begegnen: mit Witz und Distanz zu sich selbst. »Das Leben ist manchmal schwer, Lachen kann eine Medizin sein«, sagte Torsten Hebel. Sein Programm »Hand aufs Herz« hat dabei keinen festen Ablauf. Jedes Mal erzählt er die Geschichten in anderer Reihenfolge, nimmt neue hinzu oder lässt sie weg.

Christliche Anmachsprüche und peinliche U-Bahn-Ereignisse

»Eine Geschichte bezeichne ich immer als die Bad-Oeynhausen-Geschichte, weil sie bei meinem vergangenen Besuch hier passiert ist«, sagte Torsten Hebel. »Ich war in einem Gottesdienst zu Gast und hörte hinter mir immer wieder einen Jungen genervt aufstöhnen.« Hebels Fantasie machte daraus eine skurrile Situation. »Ich stellte mir vor, wie die Mutter ihm droht, ihn aus der Kirche zu zerren – und der Junge entgegnet nur laut, sie solle es doch versuchen.«

Kirche und christliche Themen waren Randerscheinungen im Programm des Kabarettisten. Er selbst hat einen großen Teil seiner Jugend in der Gemeinde verbracht. Christliche Anmachsprüche gehören darum ebenso zum Abend wie peinliche U-Bahn-Ereignisse und scheinbar alltägliche Geschichten mit seiner Frau: »Ich fragte meine Frau einmal, ob sie auch findet, dass Nagetiere dumm und gefräßig sind. Sie entgegnete nur › Ja, Mausi‹.«

Kirchliche Jugendarbeit bietet Raum zum Ausprobieren

Torsten Hebel ist gelernter Tischler, studierte Schauspiel in den USA und danach Theologie in Deutschland. Mittlerweile ist er hauptsächlich Leiter der »blu:boks Berlin«, die er selbst als »Treibhaus der Fähigkeiten« bezeichnet. »Kinder und Jugendliche können dort Fehler machen und lernen, sich selbst zu lieben«, sagte Torsten Hebel. »Dafür arbeiten wir mit allen möglichen Künstlern zusammen und verbringen viel Zeit in der Natur.« Ende Januar traten 70 Kinder der Einrichtung mit einem Theaterstück im Berliner Admiralspalast auf.

Nach »Hand aufs Herz« am Freitag begleitete Torsten Hebel auch den Eidinghausener Jugendgottesdienst am folgenden Abend. »Es ist wichtig, dass junge Menschen eine Orientierung bekommen, aber nicht nur in Phrasen, sondern so, dass sie selbst nachdenken«, sagte Hebel. Die kirchliche Jugendarbeit sei darum enorm wichtig, weil man sich dort ausprobieren könne. Das zeigte sich auch bei seinem Kabarettprogramm: Die Technik wurde von jugendlichen Freiwilligen aus der Gemeinde übernommen.

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