Schäden durch Sturm Friederike beschäftigen Stadtwerke Bad Oeynhausen weiterhin 140 Jahre alter Baum entwurzelt

Bad Oeynhausen (WB). Große Schäden hat das Sturmtief Friederike im Bereich Siekertal, Oeynhauser Schweiz und Sielpark verursacht. Insgesamt etwa 100 bis 120 Bäume seien betroffen, sagte Dirk Henschel, Leiter des Eigenbetriebes Staatsbad, auf Anfrage.

Von Angelina Zander und Rajkumar Mukherjee
Der aufgeweichte Boden im Kurpark konnte den etwa 25 Meter hohen Götterbaum beim Sturm Friederike nicht halten. Der Baum wurde entwurzelt und stürzte auf eine Rasenfläche. Mitarbeiter der Stadtwerke Bad Oeynhausen zerkleinerten ihn.         
Der aufgeweichte Boden im Kurpark konnte den etwa 25 Meter hohen Götterbaum beim Sturm Friederike nicht halten. Der Baum wurde entwurzelt und stürzte auf eine Rasenfläche. Mitarbeiter der Stadtwerke Bad Oeynhausen zerkleinerten ihn.          Foto: Angelina Zander

»In den genannten Bereichen sind nicht nur Bäume umgefallen, die sogenannte Totalschäden darstellen. Es handelt sich bei den Schäden auch um Astabbrüche«, sagte Dirk Henschel.

In den Bereichen Siekertal, Oeynhauser Schweiz und Sielpark arbeite das Staatsbad eng mit den Stadtwerken Bad Oeynhausen (SBO) zusammen. In diesen Waldgebieten habe es bis einschließlich gestern ein Betretungsverbot gegeben. Zugleich habe die SBO Sorge dafür getragen, dass die Wege soweit hergerichtet sind, dass die Verkehrssicherungspflicht erfüllt werde. »Friederike hat uns viel Arbeit beschert. Die Oeynhauser Schweiz ist sehr stark betroffen«, sagte Rüdiger Ernst, Geschäftsbereichsleiter Abfall bei den SBO. Er plane, dass die Schäden noch in dieser Woche entfernt werden.

Umgefallener Götterbaum stellt großen Verlust dar

Zugleich bezog Dirk Henschel in seine Bilanz auch den Kurpark mit ein. »Dort sind wir weitestgehend glimpflich davon gekommen«, sagte er am Mittwoch. Dennoch: Zwei Großbäume hielten dem Sturm nicht stand. Darunter ist der sogenannte Götterbaum im Zentrum der Hauptanlage des Kurparks. »Das ist ein bedeutender Verlust. Der Götterbaum ist etwa 140 Jahre alt und war prägend für den Kurpark und auch Teil des Baumlehrpfades«, sagte Dirk Henschel. Der Götterbaum habe eine Länge von etwa 25 Metern gehabt und sei zuletzt 1999 begutachtet worden.

Hans-Dieter Lehmann, Initiator des Baumlehrpfades, bedauerte den umgeknickten Götterbaum im Zentrum des Kurparks: »Es ist ein wirklicher Verlust«, sagte er. Ein kleiner Trost sei jedoch, dass sich noch ein weiterer Götterbaum im Kurpark befindet. Dieser steht in der Nähe des Teiches am GOP-Kaiserpalais und ist von einer Sitzbank umgeben. Diesen schätzt Lehmann auf acht bis zehn Jahre und sagt deshalb: »Der Kleine macht aber noch nichts her.« Er habe das Schild vom alten Götterbaum bereits entfernt und plane nun, dieses an dem zweiten Baum zu platzieren. Der Götterbaum trägt innerhalb des Baumlehrpfades die Nummer zwölf.

Weil der zweite Götterbaum jedoch noch sehr klein ist, freut sich Hans-Dieter Lehmann über eine Spende eines weiteren Götterbaumes. »Bei einem Durchmesser von 30 Zentimetern kostet er etwa 900 Euro.« Bis auf diesen alten Baum sei der Baumlehrpfad jedoch nicht weiter vom Sturm Friederike betroffen gewesen.

Schaden am Badehaus II beträgt bis zu 35.000 Euro

Der zweite Großbaum, der im Kurpark aufgrund des Sturmtiefs umgefallen war, stürzte auf das Dach des Badehauses II, sagte Dirk Henschel. Nach Angaben von Hans-Dieter Lehmann handelte es sich dabei um eine Rotbuche. Nur mit großem technischen Aufwand sei es gelungen, diesen Baum zunächst vom Dach abzutragen, berichtete Dirk Henschel. »Dafür musste ein Großkran mit 80 Tonnen Gewicht zum Einsatz kommen«, sagte er. Anschließend konnte der Baum zerlegt werden. Der Schaden am Badehaus II betrage insgesamt bis zu 35.000 Euro, inklusive der Entsorgung des Baumes und der Reparatur am Dach.

Im Vergleich zum Orkan Kyrill im Jahr 2007 sei der aktuelle Schaden »deutlich geringer«. »Kyrill verursachte Kosten von etwa 400.000 Euro«, sagte Dirk Henschel. Etwa ein Drittel davon mache nach »grober Schätzung« das Sturmtief Friederike aus, einschließlich aller Folgekosten.

Betreten der Wälder bleibt verboten

14 Tage nach dem Sturmtief Friederike besteht bei dem Betreten von Wäldern weiter »akute Lebensgefahr«, teilen die Stadtwerke Bad Oeynhausen (SBO) am Mittwoch, unter Berufung auf das Regionalforstamt Ostwestfalen-Lippe, mit.

Die Oeynhauser Schweiz, der Sielpark und das Siekertal seien weiterhin, nun bis Mittwoch, 28. Februar, gesperrt. Hierbei seien auch abgesperrte Wanderwege zu beachten. Eine Freigabe gebe es dagegen im Kurpark und im Wiesental. Ein Betretungsverbot hatte es zuvor bis einschließlich 31. Januar gegeben, sagte Dirk Henschel, Leiter des Eigenbetriebs Staatsbad.

Spaziergänge sollten derzeit in öffentlichen Parks und Grünanlagen vermieden werden. Akute Gefahren bestehen durch »angeschobene Bäume, Kronen- und Astbrüche sowie aufgestellte Wurzelteller«, teilen die SBO weiter mit.

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