Countdown bis zur Fertigstellung der Nordumgehung A30 – Folge 1 Die Vorhaben-Liste wird kürzer

Bad Oeynhausen (WB). Das milde Wetter trägt dazu bei, dass die Bauarbeiten am Löhner Kreuz und an der Nordumgehung zwischen der A30 und der A2 weitergehen. Auch wenn die Liste kürzer wird – es gibt noch einiges zu tun, bis die Trasse wie eine richtige Autobahn aussieht.

Von Rajkumar Mukherjee
Im Dezember hat die ausführende Firma zwischen der Werrebrücke und dem Löhner Kreuz Asphaltarbeiten vorgenommen. Dabei sind die Trag- und Binderschicht auf den Schotter gekommen. Abschließend wird auf der gesamten Trasse die Deckschicht aufgetragen. Im Bereich Bad Oeynhausens wird es einen offenporigen Asphalt (OPA), besonders lärmmindernd, geben.    
Im Dezember hat die ausführende Firma zwischen der Werrebrücke und dem Löhner Kreuz Asphaltarbeiten vorgenommen. Dabei sind die Trag- und Binderschicht auf den Schotter gekommen. Abschließend wird auf der gesamten Trasse die Deckschicht aufgetragen. Im Bereich Bad Oeynhausens wird es einen offenporigen Asphalt (OPA), besonders lärmmindernd, geben.    

»Zum laufenden Baugeschehen gehören die Fertigstellung des vierten Bauabschnitts, der Schutzsysteme im Anschluss Rehme und der Schilderbrücken, aber auch der Landschaftsbau«, sagt Sebastian Felgenhauer, zuständiger Projektleiter bei der Regionalniederlassung OWL des Landesbetriebs Straßen NRW. Zudem müssen laut des Projektreports bis zur Freigabe die Asphaltdeckschicht in den Bauabschnitten eins bis drei sowie die Sanierung der mangelhaften Lärmschutzwände durchgeführt werden.

Der ausführenden Firma war aufgrund zahlreicher Mängel an den Lärmschutzwänden gekündigt worden. Zu einer Verzögerung des Zeitplanes führe die Sanierung insgesamt aber nicht, sagt Sven Johanning, Sprecher der Regionalniederlassung. Ob der Lückenschluss indes bis Ende 2018 gelingen wird – wie lange Zeit angekündigt –, dazu könne Straßen NRW derzeit keine Auskunft geben.

Unterdessen können – je nach Wetterlage – derzeit beispielsweise Asphalt- und Betonarbeiten oder Erdarbeiten durchgeführt werden. »Die Asphaltschichten lassen sich nur bei einer Mindesttemperatur auftragen. Der Vorteil bei Frost dagegen ist, dass die Bagger nicht im Schlamm versinken«, sagt Sebastian Felgenhauer. Noch im Dezember seien zwischen der Werrebrücke und dem Löhner Kreuz Asphaltarbeiten durchgeführt worden.

325 Tonnen Beton für den Überbau

Die vergleichsweisen milden Temperaturen nutzt die ausführende Firma im Löhner Kreuz, um weiter am Brückenbauwerk I tätig zu sein. Derzeit betonieren Arbeiter dort den Überbau, der über die Pfeiler führt. Alleine hierfür werden 325 Tonnen Beton benötigt, der von etwa 50 Betonmischern angeliefert wird. Zudem werden 155 Tonnen Bewehrungsstahl verbaut. Insgesamt kostet die Fertigstellung des Bauwerks I etwa 2,3 Millionen Euro.

Über diese Brücke werden Verkehrsteilnehmer nach der Fertigstellung aus Richtung Bad Oeynhausen auf die B61 in Richtung Herford sowie auf die A30 in Richtung Osnabrück gelangen. An die Brücke werden Erdwälle angehäuft, über die die Trasse einmal verlaufen wird.

Derweil setzen Bauarbeiter in Richtung Dehme die Fundamente für 29 Schilderbrücken. »Sie sind entsprechend tief und massiv im Boden verankert. Sie müssen große Schilder halten, die, wie zuletzt, auch bei Sturmböen enorme Kräfte halten können«, sagt Sebastian Felgenhauer. Zugleich bieten die nach oben herausragenden Fundamente bei Unfällen einen Anfahrschutz.

Was auf den Fahrtrichtungsschildern zu sehen ist, hat Straßen-NRW übrigens zuvor mit der Bezirksregierung in Detmold als zuständige Straßenverkehrsbehörde ausgetauscht. »In diesem Fall ordnet die Bezirksregierung Schilder mit Nah- und Fernzielen an und genehmigt sie«, sagt Sven Johanning.

Zum Landschaftsbau gehören übrigens auch Ausgleichsflächen, die im Zuge der Flächenversiegelung durch die Nordumgehung angelegt werden. »Sie haben insgesamt eine Größe von 130 Hektar, und sind auf Flächen verteilt, die nicht immer an die Nordumgehung angrenzen«, sagt Sven Johanning. 8,5 Hektar davon sind beispielsweise an der Börstel­straße, dort am Naturschutzgebiet Blutwiese, zu finden.

Aber auch nach der Freigabe stehen noch wesentliche Arbeiten an, betont Sebastian Felgenhauer. So können sogenannte Fahrbeziehungen im Löhner Kreuz erst dann auf den Asphalt aufgetragen werden, wenn der Verkehr über die Nordumgehung läuft.

Countdown zur Freigabe

Am 22. Oktober 2008 erfolgte in Eidinghausen der erste Spatenstich für die Nordumgehung. Voraussichtlich gut zehn Jahre später zeichnet sich nun die Freigabe des gut neuneinhalb Kilometer Strecke umfassenden Lückenschlusses zwischen den Autobahnen 30 und 2 ab.

Bislang sind 23 Brücken, der Hahnenkamptunnel und drei Streckenbauabschnitte fertiggestellt. Der Landesbetrieb Straßen NRW gibt an, dass bislang etwa 170 Millionen Euro für den Bau investiert worden sind. Dies geht aus dem Projektreport Januar 2018 hervor.

In einer Serie begleitet das WESTFALEN-BLATT die noch anstehenden Bauarbeiten bis zur offiziellen Freigabe, die nach Informationen dieser Zeitung Ende dieses Jahres erfolgen könnte.

Folge 1 der Serie »Countdown zur Freigabe« widmet sich dieser Frage: Welche baulichen Arbeiten müssen noch umgesetzt werden, bevor eines Tages ein Minister das Band zur Freigabe der Nordumgehung durchschneiden kann?                                           

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