40 Teilnehmer beim ersten Job-Speed-Dating in Bad Oeynhausen Ohne Voranmeldung und ohne Lebenslauf

Bad Oeynhausen (WB). Weg vom formellen Vorstellungsgespräch hin zum lockeren Gespräch in entspannter Atmosphäre – diesen Weg hat das Diakonische Werk im Kirchenkreis Vlotho bei der Suche nach neuen Mitarbeitern eingeschlagen. Bei einem modernen Job-Speed-Dating konnten sich Interessierte und Institution kennenlernen.

Von Lydia Böhne
Ann-Christin Bredebusch (rechts) und Jessica Grotefeld haben das Job-Speed-Dating im New Orleans organisiert. Sie setzten sich mit jedem Teilnehmer zusammen.
Ann-Christin Bredebusch (rechts) und Jessica Grotefeld haben das Job-Speed-Dating im New Orleans organisiert. Sie setzten sich mit jedem Teilnehmer zusammen. Foto: Lydia Böhne

Kerstin Hensel, Vorstand des Diakonischen Werkes im Kirchenkreis Vlotho, macht kein Geheimnis daraus, dass es schwer ist, vor allem junge Menschen in der heutigen Zeit für Pflegeberufe zu begeistern. Man habe gemerkt, dass es neuer Strategien bedarf, um den Nachwuchs für die Arbeit der Institution zu gewinnen.

Auf allen Ebenen suche man Unterstützung. Neben der stationären, teilstationären und ambulanten Alten- und Krankenpflege werden auch Fachkräfte für die ambulante Betreuung von Senioren, die hauseigene Küche, Hauswirtschaft, Reinigung und stationäre Jugendhilfe gesucht. Hohe Nachfragen, die ohne ausreichendes Personal nicht gedeckt werden können, sorgen bei den Bewerbern für gute Jobaussichten. »Jeder unserer Auszubildenden kann davon ausgehen, dass er einen Arbeitsvertrag bekommt«, erläuterte Kerstin Hensel.

Konzept des Speed-Datings

Im Dialog mit jungen Mitarbeitern war unter dem Titel »Wanted – Wir suchen Dich« die Idee eines Job-Speed-Datings entstanden, bei dem beide Seiten spontan nach dem bekannten Konzept des Speed-Datings ins Gespräch kommen sollen. Statt eines Büros hatte man der Veranstaltung mit den Räumlichkeiten des New Orleans einen lockeren Rahmen gesteckt.

Ohne Voranmeldung und sogar ohne vorbereiteten Lebenslauf konnten Interessierte spontan vorbeischauen und sich mit den Ansprechpartnerinnen Ann-Christin Bredebusch und Jessica Grotefeld austauschen.

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»Ich möchte raus aus der Pflege unter Zeitdruck, wo man keine Zeit mehr für den Menschen hat.«

Nadine Hoffmeister

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»Aufgeregt war ich natürlich trotzdem, aber mir wurde durch die entkrampfte Atmosphäre die Angst genommen«, sagte Nadine Hoffmeister. Die 28-Jährige ist gelernte Gesundheits- und Krankenpflegerin in Elternzeit. »Ich möchte raus aus der Pflege unter Zeitdruck, wo man keine Zeit mehr für den Menschen hat«, sagte die 28-Jährige. In ihrer Ausbildung habe sie einige Einsätze in der Diakonie gehabt, die ihr positiv in Erinnerung geblieben sind.

»Ich könnte mir vorstellen, den Arbeitgeber zu wechseln und mich beruflich neu zu orientieren«, ergänzte die Bad Oeynhau­senerin. Mit Pflegefachkraft Jessica Grotefeld füllte Nadine Hoffmeister zunächst einen Steckbrief aus, auf dem neben persönlichen Daten auch nach Interessensgebieten gefragt wurde.

Bewerbungen werden gesichtet

»Das Job-Speed-Dating soll auch die ansprechen, die sich noch nicht für einen beruflichen Zweig entschieden oder gar eine abgeschlossene Ausbildung haben. Man kann auch einfach mal ein Praktikum bei uns machen oder hospitieren«, erläuterte Ann-Christin Bredebusch. Nadine Hoffmeister würde nach dem Ende ihrer Elternzeit gerne wieder in ihren Beruf einsteigen. Auch ihren Lebenslauf hatte die 28-Jährige mitgebracht. »Ich habe ein gutes Gefühl, hoffentlich meldet sich jemand bei mir«, lautete ihr Fazit nach dem Gespräch.

Nach der zweitägigen Veranstaltung werden zunächst alle Bewerbungen der insgesamt 40 Teilnehmer gesichtet. Jeder habe nach Aussage von Kerstin Hensel aber erst einmal gute Chancen auf positive Rückmeldungen.

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