Bevollmächtigtenausschuss hört Mitglieder zu Ursachen der festgefahrenen Situation In Rehmer Gemeinde gibt es tiefe Konflikte

Bad Oeynhausen (WB). Seit Dezember 2017 kümmert sich ein vom Kirchenkreis Vlotho gebildeter Bevollmächtigtenausschuss unter Leitung von Pfarrerin Anke Schröder um die geschäftsführenden Tätigkeiten der Kirchengemeinde Rehme. Grund waren vier Rücktritte von insgesamt sechs Presbytern, die das Gremium mit einer Mindestzahl von sechs Presbytern beschlussunfähig machten (diese Zeitung berichtete). Neue Anwärter fanden sich nicht.

Von Lydia Böhne
Den geschäftsführenden Bevollmächtigtenausschuss für die Kirchengemeinde Rehme bilden (von links) Andre Skusa, Uwe Rosner, Hartwig Schielenski, Ingrid Wilmsmeier, Hauk Schlüter, Ernst Pallmann, Werner Nauerth, Klaus-Udo Hennings und Anke Schröder. Er hat sich während hat einer Gemeindeversammlung mit der Suche nach Presbytern beschäftigt.
Den geschäftsführenden Bevollmächtigtenausschuss für die Kirchengemeinde Rehme bilden (von links) Andre Skusa, Uwe Rosner, Hartwig Schielenski, Ingrid Wilmsmeier, Hauk Schlüter, Ernst Pallmann, Werner Nauerth, Klaus-Udo Hennings und Anke Schröder. Er hat sich während hat einer Gemeindeversammlung mit der Suche nach Presbytern beschäftigt. Foto: Lydia Böhne

Besucher formulieren ihre Kritik

In einer Gemeindeversammlung in Oberbecksen trafen sich gestern 100 von etwa 3600 Mitgliedern der Kirchengemeinde, um über die aktuelle Situation und die Gründe für diese Entwicklung zu sprechen. Was von Gesprächsleiterin Anke Schröder als sachlicher Austausch und Sammeln von Gründen und Verbesserungsvorschlägen gedacht war, entwickelte schnell Diskussionscharakter, der durchscheinen ließ, dass scheinbar länger andauernde persönliche und interne Konflikte in der Gemeinde Auslöser der Probleme sind.

Zügig füllten sich die Flipcharts mit Gründen gegen eine Kandidatur als Presbyter. »Pfarrer Pallmann«, lautete das Argument einer ersten Wortmeldung. Verbale Äußerungen des Pfarrers gegenüber Gemeindemitgliedern und Presbytern seien negativ aufgefallen. Zudem würden andere Meinungen von ihm nicht akzeptiert. Dabei sei dies die Grundlage eines demokratischen Gremiums. Sogar von »rausekeln« sprach ein Anwesender. Es hapere auch am gegenseitigen Vertrauen und an guter Mitarbeiterführung des Pfarrers hieß es in einer Meldung vom ehemaligen Kirchmeister Heinz Wilmsmeier.

Resignation nach Streitigkeiten

Auch die Frage nach den Kündigungsgründen der Presbyter und einiger Mitarbeiter der Gemeinde kam zur Sprache. In der Gemeinde müsse doch etwas faul sein, wenn reihenweise Presbyter zurücktreten würden. Es seien aber nicht nur die Presbyter, die angesichts der internen Streitigkeiten in eine innere Resignation verfallen wären, auch Ehrenamtliche hätten sich bewusst abgewandt. Alfred Gehrke aus Rehme bemerkte: »Es macht mich nachdenklich, was alles für Gerüchte über diese Konflikte kursieren«. Auch die Gerüchteküche könne neue Bewerber abhalten, hieß es von einem Anwesenden. Kurt Gieselmann glaubt nicht daran, dass sich in so großer Runde Lösungen finden lassen würden, wenn es nur um persönliche Befindlichkeiten gehe. Christine Pönnighaus verwies auf mehrere Schreiben an den Bevollmächtigtenausschuss. »Wenn man die Briefe gelesen hätte, wüsste man jetzt besser Bescheid«, sagte sie. Die ehemalige Presbyterin habe unter anderen Kollegen im Presbyterium gelitten. Ihre persönlichen Verletzungen könnte eine solche Gemeindeversammlung nicht aufarbeiten. Man müsse mit neuen Leuten neu anfangen forderte ein Gemeindemitglied. Als »sehr schade« bezeichnete ein Anwesender die Bestimmung, dass man nur bis zum Alter von 75 Jahren im Presbyterium mitwirken darf.

Weitere Versammlung soll folgen

Schade fand Klaus-Udo Hennings, es auch, dass sich die Mitglieder des Bevollmächtigtenausschusses auferlegt hätten, die Diskussion nicht zu kommentieren. »Ich hätte als betroffener Rehmer einiges dazu zu sagen«, bemerkte er. »Wir haben jetzt einiges an Stoff und Anhaltspunkten. Wir werden sehen, wie wir damit umgehen«, sagte Anke Schröder und schloss damit die Versammlung. In absehbarer Zeit werde man eine fortführende einberufen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.