25. Neujahrsmatinee der Philharmonischen Gesellschaft OWL in Bad Oeynhausen Beschwingtes aus der Welt der Operette

Bad Oeynhausen/Detmold  (WB). Zur 25. festlichen Matinee zum neuen Jahr hat die Philharmonische Gesellschaft Ostwestfalen-Lippe aus Detmold am Sonntagmorgen mehr als 500 Gäste im Theater im Park begrüßt. Die Nordwestdeutsche Philharmonie unter der Leitung von Johannes Klumpp gestaltete das Konzert mit einem beschwingten Streifzug durch die Welt der Operette.

Von Malte Samtenschnieder
Einen Streifzug durch die Welt der Operette hat Dirigent Johannes Klumpp für das Neujahrskonzert der Philharmonischen Gesellschaft OWL zusammengestellt.
Einen Streifzug durch die Welt der Operette hat Dirigent Johannes Klumpp für das Neujahrskonzert der Philharmonischen Gesellschaft OWL zusammengestellt. Foto: Malte Samtenschnieder

Standesgemäß ließ das Orchester zu Beginn des etwa 90-minütigen Konzerts die »Leichte Kavallerie« los. Bereits die Ouvertüre aus Franz von Suppés gleichnamiger Operette gestalteten die Instrumentalisten mit sichtbarer Freude am gemeinsamen Musizieren.

Daran hatte sicher Dirigent Johannes Klumpp einen maßgeblichen Anteil. Denn mit seiner charismatischen Art gelang es dem Orchesterchef, zum einen seine Musiker mitzureißen. Zum anderen zog er – nicht zuletzt durch seine humorigen Zwischenmoderationen – auch die Zuhörer in seinen Bann.

»Leichtere Muse« ebenfalls mit Tiefgang

Auch die folgenden Werken der vermeintlich »leichteren Muse« interpretierte die Nordwestdeutsche Philharmonie mit begeisterndem Tiefgang. Egal, ob bei der Ouvertüre aus Otto Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor«, den »Ballsirenen« aus Franz Lehárs »Die lustige Witwe« oder dem ungarisch angehauchten »Eljen a Magyar« von Johann Strauß (Sohn) – das angerührte Publikum geizte nicht mit Applaus.

Einen wesentlichen Anteil am Gelingen des Konzerts hatte auch Bariton Sebastian Seitz. Bereits bei seinem ersten Auftritt mit »Der Vogelfänger bin ich ja« aus Wolfgang Amadeus Mozarts »Zauberflöte« sang sich der Solist in die Herzen der Zuhörer. Hier – und auch bei den folgenden Auftritten – spielten einfache Requisiten eine wichtige Rolle.

Während der Sänger für seinen Auftritt als Papageno einen Vogelkäfig in der Hand hielt, nutzte er bei den folgenden Stücken einen Staubwedel oder einen Hausmeisterkittel samt Straßenbesen, um den Charakter seiner jeweiligen Rolle zu unterstreichen.

Lebemann im maßgeschneiderten Frack

Ganz ohne Requisiten kam der smarte Lebemann im maßgeschneiderten Frack bei »Heute geh’ ich ins Maxim« aus Franz Lehárs »Die lustige Witwe« aus. Für diesen Operettenevergreen, bei dem wohl so ziemlich jeder im Publikum mehr oder weniger unbewusst mitsummte, erntete der überzeugende Bariton besonders viel Beifall.

Einfach »teuflisch gut« geriet der »Danse diabolique« von Joseph Hellmesberger. Zum Hörverständnis gab Dirigent Johannes Klumpp dem Publikum auch dazu einige Gedanken mit auf den Weg. Sein Fazit im Hinblick auf das längst vergangene Operettenzeitalter: »Der Teufel war damals in Wien zu Hause.«

Im Verlauf des Konzertprogramms wurde die Stimmung im Theater im Park zunehmend gelöster. So überraschte es nicht, dass sich die Zuhörer drei Zugaben erklatschten und sich danach von ihren Plätzen erhoben, um der Nordwestdeutschen Philharmonie weiter zu applaudieren.

Drei-Gänge-Menü nach dem Konzert

Auf den musikalischen folgte der kulinarische Genuss. So ließen die Konzertgäste den Tag bei einem Drei-Gänge-Menü im Kaiserpalais ausklingen. Schon in seiner Begrüßung hatte Viktor Herzog von Ratibor, Vorsitzender der Philharmonischen Gesellschaft OWL, deutlich gemacht, dass die Veranstaltung nur Dank der Unterstützung des Staatsbades Bad Oeynhausen, der Sparkasse Bad Oeynhausen-Porta Westfalica und des Spielcasinos Bad Oeynhausen in dieser Form bereits zum 25. Mal in Folge möglich war.

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