Ensemble um Gründer Axel Törber bietet mitreißende Show im Theater im Park Drei Stunden Musicalhits nonstop

Bad Oeynhausen (WB). Die Welt der Musicals ist vielfältig, die Auswahl groß. Wie gut, dass Axel Törbers »Musical Night« die größten Hits auf knapp drei Stunden komprimiert und nebenbei Schlaglichter auf brandneue Produktionen wirft – seit einigen Jahren mit großem Erfolg im Theater im Park.

Von Thomas Meyer
Ins Milieu der Drag-Queens, Travestiekünstler und Cross-Dresser tauchen die Zuschauer im Theater im Park bei einem Ausschnitt aus dem Musical »Kinky Boots« ein.
Ins Milieu der Drag-Queens, Travestiekünstler und Cross-Dresser tauchen die Zuschauer im Theater im Park bei einem Ausschnitt aus dem Musical »Kinky Boots« ein. Foto: Thomas Meyer

Der »Set Musical Company« gelang erneut, das Publikum in Bad Oeynhausen zu verzaubern. Axel Törber, Gründer des Ensembles, charmanter Moderator und routinierter Schlagzeuger, sorgte dafür, dass Kenner des Musiktheaters ebenso wie Neulinge angesprochen wurden. Zu jedem Stück vermittelte er interessante Hintergrundinformationen und verknüpfte die einzelnen Titel zu einer kompletten Show.

Auch der Song »I will follow him« aus dem Erfolgsmusical »Sister Act« darf während der »Musical Night« nicht fehlen. Für alle Beitrage erhält das Ensemble um Gründer Axel Törber viel Beifall. Foto: Thomas Meyer

Die Zusammenstellung reichte vom Jahr 1957 (»West Side Story«) bis »Ghost«, das erst im vergangenen Dezember in Berlin Deutschlandpremiere feierte. Die aus »Ghost« zitierte »Unchained Melody« ist freilich gar nicht so neu, wurde schon 1955 geschrieben, am Sonntag aber wundervoll vorgetragen von Solistin Corie Townsend. Der Extra-Applaus ging über in Verblüffung über die originellen Kostüme, die die anderen Mitglieder des Ensembles bei »Kinky Boots« zur Schau trugen. »Kinky Boots« hatte in Deutschland ebenfalls im vergangenen Dezember Premiere, in Hamburg, und führt ins Milieu der Drag-Queens, Travestiekünstler und Cross-Dresser. Keine Frage, dass sich Simon Tunkin und Deimos Virgillito, die beiden Sänger des Ensembles, für High Heels nicht zu schade waren. Alexandra Gentzen (Bielefeld) und Nicole Bolley (Köln) machen sowieso in jedem Kostüm eine gute Figur.

Zum Auftakt hatte Axel Törber eine mutige Auswahl getroffen: »Something Rotten« gibt es in Deutschland bislang gar nicht zu sehen und nimmt das Musical-Genre selbst ironisch-humorvoll aufs Korn. Gewohntes Fahrwasser erreichte die »Musical Night« dann bei den Disney-Produktionen wie »Die Schöne und das Biest«, »Aladdin« und »Der Glöckner von Notre Dame«.

Während demnach der erste Teil des Programms durchaus experimentell war, lieferten die fünf Darsteller und die sechs Musiker der Live-Band im zweiten Teil die bekannten Melodien, die das Pu­blikum so sehr schätzt: »I will follow him« aus »Sister Act«, »Kann es wirklich Liebe sein« aus »König der Löwen«, das »Phantom der Oper«, die ABBA-Hits aus »Mamma Mia« und das Beste von Queen aus »We will rock you«. Herrlich: die Udo-Lindenberg-Parodie von Deimos Virgilito bei »Hinter’m Horizont«.

Den Schlussapplaus belohnte das Ensemble mit »Time Warp« aus der »Rocky Horror Show« als Zugabe.

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