In Bad Oeynhausen entstehen Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung Neue »Manufructur« auf Wittekindshof

Bad Oeynhausen-Volmerdingsen  (WB). »Manufructur« heißt die neue Betriebsstätte, die die Wittekindshofer Werkstätten in den ersten Wochen des neuen Jahres in Volmerdingsen eröffnen werden. Herzstück ist eine Mosterei, angeschlossen sind eine Marmeladen- und Chutneyküche sowie das Abfüllen von Essig- und Ölkreationen.

Helmut Eckmann (von links), Ekaterina Nilogow und Sascha Dolligkeit sind am Probebetrieb der neuen Wittekindshofer Mosterei beteiligt und freuen sich, über ersten eigenen Apfelsaft, der in Portionsflaschen und in der Familienpackung verkauft wird.
Helmut Eckmann (von links), Ekaterina Nilogow und Sascha Dolligkeit sind am Probebetrieb der neuen Wittekindshofer Mosterei beteiligt und freuen sich, über ersten eigenen Apfelsaft, der in Portionsflaschen und in der Familienpackung verkauft wird. Foto: Anke Marholdt

»Wir schaffen anspruchsvolle und abwechslungsreiche Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung, die hohen Unterstützungsbedarf beispielsweise aufgrund einer zusätzlichen psychischen Erkrankung haben«, kündigt der für den Bereich Bildung, Arbeit und Gesundheit verantwortliche Wittekindshofer Ressortleiter Reiner Breder an.

Nach eigener Aussage freut er sich, dass die neue »Manufructur« die Räume der Bäckerei nutzen wird, die vor einigen Jahren geschlossen wurde, weil in dem Betrieb kaum Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung geschaffen werden konnten.

»Mit der deckenhohen Wandverfliesung in der alten Backstube erfüllen wir heutige Auflagen, die bei der Verarbeitung von Lebensmitteln beachtet werden müssen. Der Umbauaufwand hat sich deswegen im Rahmen gehalten«, erklärt Geschäftsbereichsleiter Andreas Nettingsmeier. Dieser hat einen professionellen Backofen für die »Manufructur« bestellt, um Brot und Zöpfe in Handwerkstradition herstellen zu können.

Ehemalige Bäckerei soll als Verkaufsraum dienen

»Wir werden auch den Verkaufsraum der Bäckerei wieder für die Direktvermarktung nutzen«, sagt Andreas Nettinsgmeier, der kurz vor Jahresschluss eine komplett neue Ladeneinrichtung in Auftrag gegeben hat, die pünktlich zur Eröffnung am 2. Februar geliefert und aufgebaut sein wird.

Bereits geliefert, aufgebaut und installiert ist die Mosterei. »Die Apfelernte war im letzten Herbst durch den späten Frost sehr schlecht, aber wir hatten genug Obst für den ersten Probebetrieb«, berichtet der stellvertretende Geschäftsbereichsleiter Christian Neumann.

Er hat schon vor längerer Zeit im kleinen Rahmen Möglichkeiten geschaffen, dass Mitarbeiter der Wittekindshofer Werkstätten Essig und Öl abfüllen, Marmeladen und Chutneys kochen, Brot backen und direkt in den Räumen der Wittekindshofer Werkstätten am Langenhagen oder bei Märkten und anderen Gelegenheiten verkaufen.

Mitarbeiter schätzen neue Herausforderungen

»Die Mitarbeiter schätzen die Abwechslung und Herausforderungen am Arbeitsplatz, bei der Apfelernte, beim professionellen Umgang mit Lebensmitteln, beim exakten Messen und Abwiegen und dem direkten Kundenkontakt beim Verkauf«, erklärt Christian Neumann. Er verweist darauf, dass der neue Name »Manufructur« Programm sei.

»In unseren Produkten steckt viel Handarbeit von der Apfelernte bis zur Abfüllung in trinkfertigen Klein- und Literflaschen oder familienfreundlichen Großgebinden mit drei und fünf Liter Inhalt, deswegen haben wir das Wort ›Manufaktur‹ mit dem lateinischen Wort ›fructus‹ kombiniert.«

Bereits in den vergangenen beiden Jahren haben Mitarbeiter der Wittekindshofer Werkstätten vor allem Äpfel, aber auch Birnen auf verschiedenen Wittekindshofer Grundstücken, auf Streuobstwiesen in Bad Oeynhausen und auf dem Aqua-Magica-Gelände geerntet.

Obst wird auch für externe Kunden verarbeiten

»Wir freuen uns, dass uns die Stadt Bad Oeynhausen und die Aqua-Magica-Gesellschaft die Obsternte gestattet haben. Das sichert abwechslungsreiche Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung und ist auch ökologisch sinnvoll«, erklärt Christian Neumann, der auf eine bessere Obsternte ohne Frostschäden im neuen Jahr hofft: »Wir werden in unserer Mosterei auch für externe Kunden Obst verarbeiten. Wir haben die Mosterei so konzipiert, dass wir ab 100 Kilo angeliefertem Obst auch exakt den Saft aus diesen Früchten liefern.«

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