Ermittler gehen beim »Syrian House« in Bad Oeynhausen von schwerer Brandstiftung aus Nach Brand in syrischem Geschäft: Mordkommission sucht Zeugen

Bad Oeynhausen (WB). Von einem Fall schwerer Brandstiftung gehen die zuständigen Ermittler bei dem  Feuer im »Syrian House« aus. Um Hinweise aus der Bevölkerung auf den oder die Täter bittet deshalb die neu gegründete Mordkommission »Eiding«. Unterdessen reagierte der Betreiber des Ladens bestürzt.

Von Rajkumar Mukherjee
Mit einer Fotokamera in der Hand geht einer der Brandermittler und Brandsachverständigen in das ausgebrannte »Syrian House«. Gestern hat ein Spürhund in dem Lebensmittelgeschäft Rückstände eines Brandbeschleunigers gefunden.
Mit einer Fotokamera in der Hand geht einer der Brandermittler und Brandsachverständigen in das ausgebrannte »Syrian House«. Gestern hat ein Spürhund in dem Lebensmittelgeschäft Rückstände eines Brandbeschleunigers gefunden. Foto: Rajkumar Mukherjee

Am Dienstag, 2. Januar, untersuchten Brandermittler der Polizei und ein Brandsachverständiger den Tatort. »Es werden Beweise gesammelt«, sagte ein Kriminalbeamter aus Bielefeld knapp. In weißer Schutzkleidung betraten die Brandermittler und der Brandsachverständige das Ladenlokal im Erdgeschoss. Beweise wurden unter anderem in Tüten und Umschläge gelegt oder geschoben und anschließend in einem Hartschalenkoffer verstaut. Dazu machten die Ermittler Fotos.

Schwarzer Ruß ist an den Wänden und der Decke zu erkennen. Teilweise liegen Lebensmittel auf dem Boden. Foto: Rajkumar Mukherjee

Auch ein Brandmittelspürhund sei im ausgebrannten »Syrian House« eingesetzt worden, teilten die Staatsanwaltschaft Bielefeld und die Polizei Bielefeld in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit. Die Ermittler gehen davon aus, dass an mehreren Stellen Brandbeschleuniger, in diesem Fall Vergaserkraftstoff, ausgebracht worden sei. Die Ermittlungen, die in alle Richtungen laufen, dauerten weiter an.

Vor Ort war am Dienstag auch der neue Betreiber des »Syrian House«, der namentlich nicht genannt werden möchte. Seit dem 1. Oktober führe er das Geschäft, wohne aber bei seinem Cousin in Gütersloh. Noch in der Brandnacht sei er über das Feuer informiert worden. »Jetzt bin ich im Kontakt mit der Polizei und warte auf Antworten«, sagte er dem WESTFALEN-BLATT.

Wie am Dienstag berichtet, waren bereits am Tag nach dem Feuer in der Neujahrsnacht Ermittler auf Spurensuche in dem ausgebrannten Ladenlokal. Dabei hatte es offenbar erste Hinweise auf eine Brandstiftung gegeben. Dazu hieß es in der am Mittwoch veröffentlichten Pressemitteilung von Staatsanwaltschaft und Polizei, dass sie von einer »schweren Brandstiftung« ausgehen – weil in dem Gebäude an der Eidinghausener Straße »über dem Ladengeschäft 17 Personen leben« und »durch das Feuer gefährdet wurden«.

Ein Personenschaden sei offenbar nur deshalb nicht entstanden, weil – wie berichtet – ein Zeuge rechtzeitig den Brand entdeckt und die Feuerwehr verständigt hatte. Die Ermittlungen führe die Mordkommission »Eiding«, der zwölf Beamte angehören.

Die Mordkommission ist nun dringend auf Zeugenhinweise angewiesen und fragt: »Wer hat in der Silvesternacht an dem Brandobjekt Beobachtungen gemacht, die mit dem Brand in Verbindung stehen könnten?«

Hinweise nimmt die Polizei in Minden unter Telefon 0571/88660 oder die Polizei in Bielefeld unter Telefon 0521/5450 entgegen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.