Fusioniertes Haus heißt Sparkasse Bad Oeynhausen – Porta Westfalica Eine Kasse zum Jahreswechsel

Bad Oeynhausen (WB). Aus zwei Sparkassen wird eine:  Zum 1. Januar 2018 soll die Fusion der Stadtsparkassen Bad Oeynhausen und Porta Westfalica vollzogen werden. Die beiden Stadträte müssen dem noch zustimmen.

Von Claus Brand
Die Sondierung ist abgeschlossen. Die Stadtsparkassen Bad Oeynhausen – hier der Eingang zum Beratungszentrum an der Portastraße – und Porta Westfalica schließen sich zum Beginn des nächsten Jahres zusammen. Die Stadträte müssen noch zustimmen.
Die Sondierung ist abgeschlossen. Die Stadtsparkassen Bad Oeynhausen – hier der Eingang zum Beratungszentrum an der Portastraße – und Porta Westfalica schließen sich zum Beginn des nächsten Jahres zusammen. Die Stadträte müssen noch zustimmen. Foto: Claus Brand

»Fusionsbedingte Kündigungen wird es nicht geben«, sagte Rainer Janke, Sprecher des Vorstandes der Stadtsparkasse Bad Oeynhausen, auf Anfrage. Eine unterschriftsreife Dienstvereinbarung zwischen den Vorständen und den Personalräten dazu liege vor. Perspektivisch werde die Mitarbeiterzahl aber abnehmen. Dies werde durch normale Fluktuation oder beispielsweise Regelungen zur Altersteilzeit ab 63 geregelt.

Standortkonzept muss noch entwickelt werden

Stimmen die beiden Stadträte zu, geht es in einem nächsten Schritt darum, ein Standortkonzept zu entwickeln. »Überlegungen im Detail gibt es dazu noch nicht, geschweige denn Entscheidungen zu Filialstandorten«, führte Janke aus. Das Konzept soll bis zum Jahreswechsel stehen. Der Schließung einer Filiale müsste der Verwaltungsrat des dann fusionierten Kreditinstitutes (290 Beschäftigte) zustimmen. Es wird den Namen »Sparkasse Bad Oeynhausen – Porta Westfalica« tragen und eine Bilanzsumme von fast 1,3 Milliarden Euro ausweisen. Der Bad Oeynhausener Anteil liegt bei 62 Prozent.

Bevor der Bad Oeynhausener Stadtrat am 28. Juni seine Entscheidung zur Fusion trifft, befasst sich zuvor in seiner Sitzung am 20. Juni der Finanzausschuss mit dem Thema. Auf der Tagesordnung des Stadtrates in Porta Westfalica steht die Beratung zur Fusion und zu allen damit im Zusammenhang stehenden Vereinbarungen am 10. Juli.

Derzeit betreibt die Stadtsparkasse in Bad Oeynhausen fünf Beratungszentren (Portastraße, Eidinghausen, Werste, Rehme und Neustadt). Sie bieten Service und Beratung an fünf Tagen in der Woche. Zwei Tage die Woche bieten diesen Service die Filialen Volmerdingsen, Wulferdingsen, Dehme, Oberbecksen und Lohe. Zudem gibt es zwei Selbstbedienungsfilialen, im Werre-Park und an der Herforder Straße.

Versorgung der Bevölkerung

Die Verwaltungsräte beider Häuser haben dem Ergebnis der Arbeit in der Verhandlungskommission zur Fusion in der Vorwoche zugestimmt. In einer Presseerklärung heißt es: »In den Sondierungsgesprächen sind die Mitglieder der Verhandlungskommission – kommunale Vertreter und Vorstände – zu der Auffassung gelangt, dass durch den Zusammenschluss der Häuser eine nachhaltig stärkere Sparkasse entstehen kann, die zum einen für die Herausforderungen der Zukunft besser gewappnet ist und die Versorgung der Bevölkerung sowie der Unternehmen der Region mit Finanzdienstleistungen vor Ort dauerhaft sicherstellen kann.«

Im öffentlich-rechtlichen Vertrag zur Vereinigung der Stadtsparkassen soll unter anderem fixiert werden, »dass eine Kundenbetreuung im gesamten Geschäftsbereich sichergestellt wird und mindestens eine Zentralabteilung in Porta Westfalica unterhalten wird.« Auslöser für die Fusion war im Juni 2016 eine Anfrage der Stadtsparkasse Porta Westfalica zu Sondierungsgesprächen. Wesentliche Gründe waren die anhaltende Niedrigzinsphase, zunehmende Regulatorik, die demografische Entwicklung mit mittelfristig zurückgehender Bevölkerung sowie die Digitalisierung mit verändertem Kundenverhalten.

Der neue Vorstand

Der Vorstand der vereinigten Sparkasse soll aus drei Mitgliedern bestehen. Vorsitzender ist Rainer Janke. Mitglieder sind Stefan Dwilies (bisher Vorstand der Stadtsparkasse Porta Westfalica) und Hans-Jürgen Nolting.

Nach dem voraussichtlichen Ausscheiden von Hans-Jürgen Nolting aus dem Vorstand zum 30. September 2019 wird sich das Gremium auf zwei Personen verkleinern.

Neuer Verwaltungsrat

Der zukünftige Verwaltungsrat soll 26 Mitglieder umfassen. Darunter sind der Vorsitzende, 20 sachkundige Mitglieder und fünf Mitarbeiter der »Sparkasse Bad Oeynhausen – Porta Westfalica«. Von den Mitgliedern stellt die Stadt Bad Oeynhausen 13 Vertreter, die Stadt Porta Westfalica acht. Soweit nach dem Verteilerschlüssel möglich, sollen aus Gründen der Unternehmenskontinuität die Mitglieder der bisherigen Verwaltungsräte wiedergewählt werden.

In den nachfolgenden Kommunalwahlperioden verkleinert sich der Verwaltungsrat auf 18 (bis 2025) und dann 15 Mitglieder (ab 2025).

Zweckverband wird gegründet

Die Gewerbesteuerzahlung soll wie folgt aufgeteilt werden: 66,9 Prozent an Bad Oeynhausen, 33,1 Prozent an Porta Westfalica.

Zum 1. November 2017 soll der Sparkassenzweckverband beider Städte mit 27 Mitgliedern gegründet werden. Er wird zum 1. Januar 2018 Träger der vereinigten Sparkasse. 17 Sitze entfallen auf Bad Oeynhausen, 10 auf Porta Westfalica. Der Vorsitzende kommt in der verbleibenden Wahlperiode aus Porta Westfalica, in der nächsten Wahlperiode aus Bad Oeynhausen.

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