Garrelt Duin stellt sich Fragen bei Wirtschaftsgespräch im Wasserschloss Minister hat ein offenes Ohr

Bad Oeynhausen  (WB). »Dass ein Unternehmen eine Facebook-Seite hat, zeugt keineswegs davon, dass es sich intensiv mit dem Thema ›Digitalisierung‹ auseinandergesetzt hat.« Mit so manchem Missverständnis hat NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) bei einer Podiumsdiskussion im Schloss Ovelgönne aufgeräumt.

Von Malte Samtenschnieder
Haben am Montag im Wasserschloss Ovelgönne das Gespräch mit NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (3. von links) gesucht: Joachim Knollmann (Südstadtmeile), Helmut Dennig (Businessclub), Daniela Drabert (Initiative Bad Oeynhausen), Bürgermeister Achim Wilmsmeier, Kay-Uwe Schneider (Wirtschaftsclub) und Moderator Klaus-Peter Jansen (Ost-Westfalen-Lippe GmbH).
Haben am Montag im Wasserschloss Ovelgönne das Gespräch mit NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (3. von links) gesucht: Joachim Knollmann (Südstadtmeile), Helmut Dennig (Businessclub), Daniela Drabert (Initiative Bad Oeynhausen), Bürgermeister Achim Wilmsmeier, Kay-Uwe Schneider (Wirtschaftsclub) und Moderator Klaus-Peter Jansen (Ost-Westfalen-Lippe GmbH). Foto: Malte Samtenschnieder

170 Gäste verfolgten die Ausführungen des Gastes aus Düsseldorf. Sie hatten die Einladung der Stadt Bad Oeynhausen, des Wirtschaftsclubs, des Businessclubs, der Initiative Bad Oeynhausen und der Südstadtmeile zum Wirtschaftsgespräch mit Garrelt Duin angenommen. Mit dem vielsagenden Titel »Impulse der Landesregierung für die wirtschaftliche Entwicklung der Region OWL« war ein Impulsreferat des NRW-Wirtschaftsministers überschrieben.

Bevor Garrelt Duin seine Zuhörer in das Thema des Abends einführte, begrüßte Bürgermeister Achim Wilmsmeier die Gäste. Er freue sich sehr, dass so viele der Einladung der Stadt und der beteiligten Interessenverbände gefolgt waren. »Bad Oeynhausen braucht eine Wirtschaftspolitik, die die Zukunft des Standortes sichert«, sagte der Bürgermeister. Eine Forderung, die alle Gäste durch ihren Beifall unterstrichen.

Aufmerksam hat Wirtschaftsförderer Patrick Zahn die Podiumsdiskussion verfolgt. Ihm gleich taten es 170 weitere geladene Gäste. Foto: Malte Samtenschnieder

Licht und Schatten im Hinblick auf die aktuelle Wirtschaftslage in NRW zeigte Garrelt Duin anschließend auf. »Die Entwicklung der vergangenen Jahre darf uns mit Freude erfüllen«, sagte der Minister. Das Handwerk verzeichne ein Allzeithoch. Zuwächse in zuvor ungekannten Dimensionen vermelde auch die Logistikbranche. Ganz anders sehe es dagegen im Energiesektor oder auch in der Stahlbranche aus. Laut Garrelt Duin werden langfristig die meisten Jobs in den Bereichen Digitalisierung, Kreislaufwirtschaft, Logistik und Pflege entstehen.

Mit einem hohen Anteil an mittelständischen, oft familiengeführten Unternehmen biete die Wirtschaft in OWL – und somit auch in Bad Oeynhausen – eine ganz besondere wirtschaftliche Struktur. Und nicht nur etablierte Betriebe nutzten die Chancen, die ihnen NRW biete. »Wir haben im bundesweiten Vergleich die meisten Start-up-Gründungen nach Berlin«, sagte Garrelt Duin. Damit das so bleibe, setze er weiterhin auf die drei Ks »Köpfe, Kapital und Kooperation«. In diesem Zusammenhang ging der Wirtschaftsminister auch auf das Thema »Digitalisierung« ein. Viele etablierte Unternehmen glaubten, dieser Prozess gehe an ihnen vorbei. Durch den Austausch mit Start-ups könnten aber auch sie die Vorteile der Digitalisierung erkennen.

Doch damit allein gelinge es nicht, die Zukunft zu bewältigen. Garrelt Duin: »Wir dürfen nicht länger Bildung und Beton gegeneinander ausspielen.« Bei der Instandsetzung wichtiger Infrastruktur habe sich in der Vergangenheit ein wahnsinnig großer Investitionsstau angesammelt.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie am Mittwoch, 1. Februar, im WESTFALEN-BLATT, Lokalausgabe Bad Oeynhausen/Löhne.

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