Deutsche Bahn investiert 7,6 Millionen Euro auf Bad Oeynhausener Gebiet Schutzwände sollen Lärm eindämmen

Bad Oeynhausen (WB). 280 Züge nutzen die Bahnstrecke Hannover-Hamm Tag und Nacht. Gegen den Schienenlärm will die Deutsche Bahn AG von April 2018 an Abhilfe schaffen. Von Lärmschutzwänden könnten 1563 Wohneinheiten profitieren.

Von Rajkumar Mukherjee
Im April 2019 soll der Bau eines Teil der drei Meter hohen Lärmschutzwände an der Königstraße (rechts) beginnen. Damit will die Deutsche Bahn AG die Lärmbelastung für Anwohner der Strecke Hannover-Hamm reduzieren.
Im April 2019 soll der Bau eines Teil der drei Meter hohen Lärmschutzwände an der Königstraße (rechts) beginnen. Damit will die Deutsche Bahn AG die Lärmbelastung für Anwohner der Strecke Hannover-Hamm reduzieren. Foto: Mukherjee

Mit dem Thema beschäftigten sich am Dienstagabend die Mitglieder des Lärmschutzbeirates. Die Pläne der Deutschen Bahn (DB) stellte Gerhard Warnke vom Tochterunternehmen DB Netze vor. Er ist zuständiger Projektleiter Lärmsanierung für den Bereich Niedersachsen und Bremen.

1998 fasste der Bundestag für besonders betroffene Bahnstrecken einen Beschluss zur Lärmsanierung, eine freiwillige Leistung des Bundes, und zur Lärmvorsorge bei neuen Strecken oder wesentlichen Änderungen im Schienenbereich. Etwa 3700 Kilometer Bahnstrecke in Deutschland gelten als besonders lärmbelastet. Etwa 150 Millionen Euro sind bundesweit für das Aufstellen von Lärmschutzwänden als aktive Maßnahme sowie beispielsweise für Schallschutzfenster- und türen als passive Maßnahme vorgesehen. Für das Plangenehmigungsverfahren ist das Eisenbahnbundesamt in Essen zuständig.

Die Planungen für den Bereich Bad Oeynhausen sehen vor, dass zunächst etwa 7,6 Millionen Euro in den Bau von Lärmschutzwänden fließen sollen. Weitere 400 000 Euro sind mindestens für passive Maßnahmen vorgesehen.

Baubeginn ist für November 2018 geplant

Der Bauabschnitt Bad Oeynhausen ist in einen nördlichen und südlichen Streckenteil mit jeweils angrenzenden Wohn- und Mischgebieten unterteilt. Der bisherige Zeitplan der DB gibt vor, dass im kommenden Mai die Finanzierung beantragt werden soll. Im Januar und April 2018 folgen die Ausschreibung und die Vergabe der Bauleistungen. »Im November 2018 könnten die Arbeiten im nördlichen Streckenbereich, im April 2019 jene Arbeiten im südlichen Bereich beginnen«, sagte Gerhard Warnke.

Lärmschutzwände sind für vier Bereiche vorgesehen: im Süden von der Autobahn A30 bis zur Steinstraße sowie vom Bahnhof bis zur Löhner Straße, im Norden von der Hermann-Löns-Straße bis Höhe Reuterstraße sowie vom Parkhaus Sültebusch bis zur westlichen Lindenstraße. Die Wände mit einer Höhe von drei Metern sollen auf einer Gesamtlänge von 4,9 Kilometern aufgebaut werden.

Abgesehen von 1563 Wohneinheiten, die eine Lärmminderung durch Schutzwände erhalten sollen, hat die DB weitere 864 Wohneinheiten für einen möglichen zusätzlichen passiven Lärmschutz ermittelt. Ob Eigentümer diese Möglichkeit nutzen möchten, hängt von ihnen ab. »Die Teilnahme ist freiwillig, ein Ausstieg aus diesem Verfahren jederzeit möglich«, sagte Gerhard Warnke. Bei Zustimmung erstellen Ingenieure Gutachten. Die Baukosten für passive Maßnahmen übernimmt die Bahn AG zu 75 Prozent, den Rest tragen die Eigentümer.

Lärmschutzwände nicht durchgehend

Der zugrunde liegende Grenzwert für eine Lärmbelastung im genannten Streckenbereich in Bad Oeynhausen liegt bei 57 Dezibel in einem reinen Wohngebiet bei Nacht. Für Kern- und Mischgebiete gelten 59 Dezibel, für Gewerbegebiete 62 Dezibel. Dafür und für die betroffenen Wohneinheiten werden keine Messungen vorgenommen, sondern Berechnungen. In Bezug auf die Frage, in welcher Art Gebiet die in Bad Oeynhausen betroffenen Wohnhäuser liegen, regte unter anderem Beiratsmitglied Michael Korte (SPD) eine Überprüfung an.

Lärmschutzwände sind im geplanten Bauabschnitt aber nicht durchgehend vorgesehen. Im Bereich zwischen Steinstraße und Bahnhof steht eine Stützmauer am Bahndamm. »Würden hier Lärmschutzwände aufgebaut, wäre beispielsweise der Abstand zum Gleis zu gering«, sagte Gerhard Warnke.

Die Vorstellung der Pläne fand breite Zustimmung bei den Beiratsmitgliedern. »Hier wurde sehr sorgfältig gearbeitet«, sagt etwa Wilhelm Flottmann. Für den Bereich der Steinstraße regte an, »dass sich die Stadt selbst um entsprechende Maßnahmen kümmern muss«.

Arnold Reeker, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung und Bauen, sowie Vorsitzender des Gremiums, kündigte zudem an, dass die Stadt transparente Elemente für die Lärmschutzwände am Parkhaus Brunnenstraße ins Gespräch bringe wolle.

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