Bürgermeister und Politiker diskutieren mit Vertretern der Deutschen Bahn Streichung von IC-Halten bleibt

Bad Oeynhausen (WB). An der Streichung von IC-Halten am Bahnhof Bad Oeynhausen hält die Deutsche Bahn AG fest. Das hat ein Treffen von Vertretern der Stadt sowie der Politik mit Konzernvertretern ergeben. Aufgrund zahlreicher Pendler prüft das Unternehmen aber die Einrichtung eines weiteren Halts eines Frühzuges Richtung Hannover.

Von Rajkumar Mukherjee
Am 31. August haben am Nordbahnhof in Bad Oeynhausen noch Züge der Linie Dresden – Hannover – Köln gehalten. Fünf sogenannte Zugpaare waren dann aber von der Deutschen Bahn zum 11. Dezember aus dem Fahrplan gestrichen worden.
Am 31. August haben am Nordbahnhof in Bad Oeynhausen noch Züge der Linie Dresden – Hannover – Köln gehalten. Fünf sogenannte Zugpaare waren dann aber von der Deutschen Bahn zum 11. Dezember aus dem Fahrplan gestrichen worden. Foto: Christoph Laabs

Zu einem Austausch traf sich Bürgermeister Achim Wilmsmeier bereits am Montag, 9. Januar, im Rathaus mit Werner Lübberink, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn AG (DB) für NRW, sowie mit Vertretern der DB-Fernverkehr AG, teilt die Stadt mit.

Fünf sogenannte Zugpaare wurden gestrichen

Wie mehrfach berichtet , war im September vergangenen Jahres ein IC-Halt in Bad Oeynhausen gestrichen worden. Zum Fahrplanwechsel im Dezember fielen dann vom 11. Dezember an fünf sogenannte Zugpaare auf der Linie Dresden – Hannover – Köln weg. Weil auch zahlreiche Pendler in Richtung Hannover davon betroffen waren, hatte Achim Wilmsmeier Ende vergangenen Jahres den Kontakt zur DB angekündigt. Unterdessen hatten betroffene Pendler die Interessengemeinschaft (IG) Bahnreisende gegründet und eine Online-Petition zum Erhalt der IC-Halte angestoßen.

Die Einrichtung einer neuen Frühverbindung nach Hannover gehöre zu den Möglichkeiten, die die DB nach den Streichungen »kontinuierlich« für das Fernverkehrsangebot in Bad Oeynhausen prüfen wolle. Änderungen am bestehenden Fahrplan habe die DB jedoch nicht zusagen können.

An dem Austausch nahmen auch Fraktionsvorsitzende aus dem Stadtrat, darunter Olaf Winkelmann (SPD), Kurt Nagel (CDU) und Volker Brand (Bündnis 90/Die Grünen), teil. Eingeladen waren zudem die Bundestagsabgeordneten Tim Ostermann (CDU), Stefan Schwartze (SPD) und Inge Höger (Die Linke) sowie die Landtagsabgeordneten Christian Dahm, Inge Howe (beide SPD) und Kirstin Korte (CDU).

Nur wenige Aus- und Einstiege in Bad Oeynhausen

Werner Lübberink erläuterte die Gründe für die Streichung der IC-Halte. Seit dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember verkehren auf der IC-Linie 55 Dresden – Hannover – Köln alle zwei Stunden neue, doppelstöckige Züge der Baureihe Intercity 2. Die Strecke sei stark ausgelastet.

Deshalb sei es nur durch die Aufgabe eines Zwischenhaltes zwischen Hamm und Hannover möglich, den Fahrplan trotz zunehmender Baustellen einzuhalten und die Anschlussverbindungen im Knotenbahnhof Hannover nach Berlin, Hamburg und Süddeutschland zu gewährleisten. Zur Entscheidung habe auch eine Auswertung der DB auf dieser Strecke beigetragen. Daraus gehe hervor, dass in Bad Oeynhausen die wenigsten Ein- und Ausstiege festzustellen seien. Die Entwicklung der Linie 55 solle aber im Auge behalten werden.

Umweg über Herford und Minden

Als Alternative zu den wegfallenden IC-Verbindungen gebe es für Kunden zehn bis 20 Minuten längere Umsteigeverbindungen über Herford beziehungsweise Minden. Zudem bleibe Bad Oeynhausen weiter sogenannter Systemhalt mit werktäglich bis zu 13 IC-Abfahrten. Auch sollen die Halte der Linie Amsterdam – Hannover – Berlin sowie des touristischen Zugpaars IC 2012/2013 von und nach Oberstdorf nicht verändert werden. Zusätzlich wird werktags am Nachmittag nun der IC 2223 von Berlin nach Aachen über Bad Oeynhausen anfahren.

Die Bahn-Vertreter haben aber nicht alle Fragen ausräumen können. So sei offen geblieben, warum IC-Halte in Bad Oeynhausen gestrichen wurden, der IC in Richtung Leipzig vor der Weiterfahrt in Hannover aber etwa 20 Minuten Aufenthalt habe. Dieser und weitere Punkte sollen laut Werner Lübberink geklärt und das Ergebnis schriftlich mitgeteilt werden.

Zudem sollen Pendler aus Bad Oeynhausen, die Zeitkarten-Abonnements haben, Reisegutscheine für den Fernverkehr erhalten. Weitere, zeitlich begrenzte Sonderangebote, bereite die DB für Bad Oeynhausen vor.

Kommentare

Das Kind mit dem Bade ausgeschüttet

Ich finde den Vorstoß der DB erstmal gut. ICs mit einer niedrigeren Höchstgeschwindigkeit (IC2:160 km/h statt bisher 200 km/h, wenn auch auf auf der betroffenen Linie wenigen Abschnitten) und mehr Sitzeplätzen pro Tonne Eigengewicht sind gut für den Energieverbrauch, und somit für die Umwelt. Wenn dann aber Kunden abgeschnitten werden, und die Fahrzeit sich mit alternativen Zugverbindungen unzumutbar verlängert, löst sich der Vorteil zumindest teilweise auf. Im Grunde gehört das Fahrplankonstrukt seit Jahren gestreckt, damit mehr Puffer in den Fahrplänen entsehen.

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