Hunderte stimmen sich bei traditionellem Treffen in Innenstadt auf Weihnachten ein Anstoßen mit Freunden und Familie

Bad Oeynhausen  (WB). Zig Bad Oeynhausener haben sich am Heiligmorgen auf dem Weihnachtsmarkt in der Innenstadt getroffen und mit Glühwein auf die Feiertage angestoßen. Das traditionelle Treffen zog zum 49. Mal Besucher aller Generationen an.

Von Lina Sophie Möller
Rund um die Weihnachtsmarktbuden drängen sich die Menschen dicht aneinander. Alte Bekannte treffen sich wieder, neue Bekanntschaften werden geschlossen.
Rund um die Weihnachtsmarktbuden drängen sich die Menschen dicht aneinander. Alte Bekannte treffen sich wieder, neue Bekanntschaften werden geschlossen. Foto: Lina Sophie Möller

Studenten, die für die Feierlichkeiten in die Heimat zurückkehrten und die Gelegenheit nutzten, alte Schulfreunde wieder zu treffen; Familien, die dem Stress entflohen und gemütlich über den Weihnachtsmarkt schlenderten, oder auch Ehepaare, die sich gemeinsam mit Bekannten auf Weihnachten einstimmten.

Das vielfältige Publikum fiel auch Gaby Schewe-Ekamp vom »Eisvogel« auf. »Es regnet nicht. Vereinzelt schaut die Sonne aus den Wolken hervor und die Atmosphäre ist wieder einmal eine ganz besondere«, sagte die Betreiberin der Kultbude. Auch in den vergangenen Wochen hatte sie den Weihnachtsmarkt miterlebt: »Am meisten wurde Glühwein bestellt. Egal, ob weiß oder rot – Hauptsache heiß.«

Ehemalige Weggefährten haben sich viel zu erzählen

Eine der Gruppen, die ihre Finger an den heißen Tassen aufwärmten, bestand aus Daniel Wollnik, Hella Wietscher, Tina Wang und Astrid Lang. Die früheren Schulfreunde verschlug es nach dem Abitur 2009 nach Bochum, Düsseldorf und Siegen. Zum Weihnachtsfest mit der Familie kehrten sie in die Kurstadt zurück. »Es ist schon fast eine Tradition, sich hier am Heiligmorgen zu treffen und auszutauschen«, sagte Astrid Lang. Auch wenn man nicht ständig in Kontakt sei, verliere man sich nie aus den Augen.

Iona Barron (15), Chelsea Miller (11) und Nina Miller waren aus Lübbecke gekommen, um Schlittschuh zu laufen »Unter freiem Himmel und umgeben vom Trubel macht es besonders Spaß. Jetzt kann der Heiligabend kommen«, sagte Mama Nina. Vor dem New Orleans pustete eine Maschine Kunstschnee in die Menge. Das rundete die winterliche Stimmung trotz Temperaturen um acht Grad ab. Zur Mittagszeit legte hier DJ Björn Musik auf.

Ein paar Meter weiter im Zelt an der Eisbahn versammelten sich die diesjährigen Abiturienten. Sie nutzten die Gelegenheit, um sich über ihre frischen Erfahrungen als Erstsemester auszutauschen und das Gemeinschaftsgefühl der letzten Jahre aufleben zu lassen. Als durch die Lautsprecher bekannte Weihnachtsklassiker ertönten, sangen sie ausgelassen mit und genossen die Atmosphäre.

Polizei gibt den Besuchern ein Gefühl von Sicherheit

Dennoch schienen die vergangenen Ereignisse in Berlin nicht vergessen. Die Polizei zeigte mit einer bewaffneten Streife Präsenz. »Wir wollen Ansprechpartner sein und den Menschen ein Gefühl von Sicherheit geben«, sagte Oberkommissarin Sabine Sporleder-Busse. »Durch unser Auftreten dokumentieren wir, was gegen Angst unternommen wird«, ergänzte Hauptkommissar Reiner Barg.

Obwohl jeder die Bilder und Berichte noch vor Augen hatte, zeigten sich die Menschen zuversichtlich. »In einer kleinen Stadt, wie Bad Oeynhausen ist die Gefahr gering«, sagte Sabine Blume. »Einen 100-prozentigen Schutz gibt es nicht. Sich zu verkriechen und zu fürchten, ist die falsche Antwort auf Terrorismus«, meinte Rolf Verch. Und unter zustimmendem Nicken ihrer Begleiter Louisa Verch und Dirk Meinsen schloss Sabine Blume: »Es muss schon einiges passieren, damit wir diese altbewährte Tradition des Heiligmorgens brechen.«

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