Stadt schafft an Mindener Straße neue Gemeinschaftsunterkunft für 112 Flüchtlinge Erstes Wohnmodul in Kürze bezugsfertig

Bad Oeynhausen  (WB). Um zusätzlichen Raum zur Unterbringung von Flüchtlingen zu schaffen, lässt die Stadt Bad Oeynhausen an der Mindener Straße sieben Wohnmodule mit jeweils 16 Schlafplätzen bauen. Die erste Einheit ist in Kürze bezugsfertig.

Von Malte Samtenschnieder
Bis Ende September sollen alle sieben Wohnmodule an der Mindener Straße fertiggestellt sein. Sie bieten insgesamt Platz für bis zu 112 Flüchtlinge.
Bis Ende September sollen alle sieben Wohnmodule an der Mindener Straße fertiggestellt sein. Sie bieten insgesamt Platz für bis zu 112 Flüchtlinge. Foto: Malte Samtenschnieder

»Das Gelände an der Mindener Straße dient der Stadt bereits seit Mitte der 1990er Jahre zur Unterbringung von Asylbewerbern«, sagte Wolfgang Budde, Leiter des Fachbereichs Jugend, Soziales und Schulen, bei einem Ortstermin am Donnerstag. Zunächst habe es auf dem Grundstück vier Wohncontainer mit insgesamt 200 Plätzen gegeben. Einer dieser Container sei noch in Betrieb. Von den drei anderen habe sich die Stadt zwischenzeitlich getrennt. Als Ersatz sei vor zweieinhalb Jahren ein neuer Container angeschafft worden. Auf dem Papier verfüge jeder der beiden Wohncontainer über 48 Plätze. Wolfgang Budde: »Sie sind derzeit aber nur mit 25 beziehungsweise 33 Personen belegt.«

Nach Einschätzung des Fachbereichsleiters hat sich die aktuelle Flüchtlingssituation in Bad Oeynhausen gegenüber dem Vorjahr deutlich entspannt. »2015 sind wir – insbesondere im Oktober, November und Dezember – an unsere Grenzen gestoßen. Im Gesamtjahr wurden uns 580 Personen zugewiesen«, erläuterte Wolfgang Budde. Die Zahl der Zuweisungen im Jahr 2016 summiere sich aktuell auf 196 – 92 davon alleine im Juli (diese Zeitung berichtete) . »In diesem Jahr haben wir bis Ende Juli zwar 30 Personen mehr aufgenommen als 2015«, betonte der Fachbereichsleiter. Rechne man die aktuelle Flüchtlingszahl aber auf das Gesamtjahr hoch, liege der Wert für Bad Oeynhausen deutlich unter den Vorjahreszahlen.

Ob die Stadt im August wie im Vormonat auf Geheiß der zuständigen Bezirksregierung in Arnsberg erneut 100 Flüchtlinge zugewiesen bekommt, ist laut Wolfgang Budde derzeit noch offen. »Wir hoffen darauf, dass wir weiter eine Woche Vorlauf haben, um uns auf die Neuankömmlinge vorzubereiten.« Eine Entscheidung sei zum Monatsende zu erwarten.

Gesamtkosten belaufen sich auf 1,2 Millionen Euro

Geht es nach Dieter Hinzmann, Bereichsleiter Gebäude- und Liegenschaftsmanagement, sollen die sieben neuen Wohnmodule spätestens Ende September genutzt werden. Dann sollen auch die letzten Wohneinheiten bezugsfertig sein. Bis dahin ständen aber vermutlich noch ausreichend Plätze in vorhandenen Gemeinschaftsunterkünften oder angemieteten Wohnungen – so in der Britensiedlung – zur Verfügung.

Wolfgang Budde (links) und Dieter Hinzmann inspizieren die Küche eines Wohnmoduls. Foto: Malte Samtenschnieder

»Die Entscheidung zum Bau der Wohnmodule ist im Dezember 2015 gefallen«, erläuterte Dieter Hinzmann. Die Bauarbeiten hätten im April begonnen. Die Gesamtkosten veranschlagte der Bereichsleiter mit 1,2 Millionen Euro – davon 200.000 Euro für die Einrichtung der sieben Wohnmodule. Die Kosten der Gemeinschaftsunterkünfte schultere die Stadt. Zur Gegenfinanzierung würden jedoch insbesondere Mittel, die das Land pauschal pro Flüchtling an die Stadt zahlt, herangezogen.

Die Ausstattung der Wohnmodule ist funktional. »Jedes Modul gliedert sich in vier Wohnräume, in denen jeweils zwei Etagenbetten Platz finden«, erläuterte Dieter Hinzmann. Jeder dieser Räume verfüge über separate Fernseher und Kühlschränke. Das Zubereiten von Mahlzeiten sei an zwei Kochplätzen in der Gemeinschaftsküche möglich. Die Mahlzeiten könnten in einem mit Tischen und Stühlen ausgestatteten Gemeinschaftsraum oder dem eigenen Zimmer eingenommen werden.

»Darüber hinaus verfügt jedes Modul über zwei Toiletten mit benachbarten Duschen«, ergänzte Wolfgang Budde. Für das Sauberhalten der Unterkünfte seien die Bewohner selbst verantwortlich. »Betten und Schränke werden wir aufbauen, wenn wir genau wissen, wer zu uns kommt«, betonte der Fachbereichsleiter. Beides sei in ausreichender Zahl vorhanden.

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