Bürgermeister Achim Wilmsmeier bezieht Stellung zur Integration von Flüchtlingen »Wir sind auf einem guten Weg«

Bad Oeynhausen  (WB). Bereits kurz nach seinem Amtsantritt hat Bürgermeister Achim Wilmsmeier das Thema »Integration von Flüchtlingen« zur Chefsache gemacht. Seit November 2015 koordinieren Johanniter Unfallhilfe, Diakonisches Werk und Stadt ihre Aktivitäten an einem Runden Tisch. »Wir sind auf einem guten Weg«, sagte Achim Wilmsmeier im Gespräch mit dieser Zeitung.

Von Malte Samtenschnieder
Derzeit leben etwa 1000 Flüchtlinge in der Stadt Bad Oeynhausen. Um die Integration der Neuankömmlinge zu koordinieren, hat Bürgermeister Achim Wilmsmeier bereits im November 2015 einen Runden Tisch eingerichtet.
Derzeit leben etwa 1000 Flüchtlinge in der Stadt Bad Oeynhausen. Um die Integration der Neuankömmlinge zu koordinieren, hat Bürgermeister Achim Wilmsmeier bereits im November 2015 einen Runden Tisch eingerichtet. Foto: S. Hofschlaeger/pixelio.de

Gemeinsam Ideen entwickeln

Nach Angaben des Bürgermeisters hat der Runde Tisch verschiedene Aufgaben. »In der Anfangsphase ging es vorrangig darum, eine Übersicht über alle in der Stadt vorhandenen Integrationsangebote zu bekommen«, sagte Achim Wilmsmeier. Mittlerweile würden bei den Treffen auch gemeinsam neue Ideen entwickelt und dann in die Tat umgesetzt.

»Bei der Bestandsaufnahme haben wir festgestellt, dass wir gar nicht so schlecht aufgestellt sind«, betonte Marina Freese. Im Auftrag der Stadt koordiniert sie unter anderem das ehrenamtliche Engagement bei der Betreuung von Flüchtlingen. Nicht nur Johanniter und Diakonie, sondern auch Volkshochschule, Kinderschutzbund und Bücherei brächten sich mit eigenen Angeboten zur Integration von Flüchtlingen ein.

Angebote für jedes Alter

»Erst vor wenigen Tagen ist eine internationale Mutter-Kind-Gruppe gestartet«, sagte Marina Freese. Hier erhielten Frauen einen geschützten Raum, um ihr in den Deutschkursen erworbenes Wissen zu vertiefen. Ähnliche Angebote gebe es für Jugendliche vom Jugendmigrationsdienst des Diakonischen Werkes. Marina Freese: »Wir sind schon ein wenig stolz, dass wir für alle Altersgruppen etwas anbieten können.«

Wie viele Ehrenamtliche im Moment regelmäßig mit wie vielen Flüchtlingen in Kontakt treten, lässt sich nach Angaben der Ehrenamtskoordinatorin nur schwer sagen. Dazu seien die Berührungspunkte zu vielfältig. »Wenn Zuwanderer neu zu uns in die Stadt kommen, erhalten sie einen mehrsprachigen Flyer, der sie über die wichtigsten Angebote informiert«, erläuterte Marina Freese.

Helfer bieten Orientierung

»Ohne Menschen, die bereit sind, sich ehrenamtlich zu engagieren, wäre das alles nicht möglich«, sagte Achim Wilmsmeier. Deshalb sei es ihm so wichtig gewesen, den Runden Tisch bereits frühzeitig einzurichten. Der Bürgermeister: »Ich wollte verhindern, dass das ehrenamtliche Engagement abbricht, wenn die Notunterkunft in Rehme eines Tages schließt.« Dass das gelungen ist, machte Marina Freese an einem Beispiel fest: Ein harter Kern von Helfern treffe sich auch Monate nach Schließung der Notunterkunft immer noch regelmäßig zu einem Ehrenamtsstammtisch.

Dass gute Integrationsangebote wichtiger sind denn je, macht die aktuelle Entwicklung deutlich. So soll die Stadt Bad Oeynhausen im Juli 100 neue Flüchtlinge aufnehmen. »Erste Zuweisungen sind auch bereits erfolgt«, bestätigte Achim Wilmsmeier im Gespräch mit dieser Zeitung. Laut Marina Freese sind bei Neuankömmlingen besonders geführte Orientierungsrundgänge gefragt. Die sogenannten Starthelfer der Johanniter Unfallhilfe übernähmen aber auch noch andere Aufgaben. »Sie unterstützen bei Umzügen, begleiten bei Arztbesuchen oder organisieren auch schon mal eine Erstausstattung, mit allem was eine werdende Mutter für den Anfang benötigt.«

Neue Kleiderkammer geplant

»Mir ist es wichtig, dass am Runden Tisch praktische Maßnahmen beschlossen werden, die schnell in die Tat umgesetzt werden können«, betonte der Bürgermeister. Um bestimmte Dinge zu steuern, sei das Aufstellen von Konzepten aber unumgänglich.

Bürgermeister Achim Wilmsmeier und Ehrenamtskoordinatorin Marina Freese beschreiben die bisherige Arbeit des Runden Tisches zur Integration von Flüchtlingen. Foto: Malte Samtenschnieder

»Wir wollen beispielsweise nach den Sommerferien erneut eine Kleiderkammer im Bürgerhaus Rehme eröffnen«, sagte Marina Freese. Derzeit müssten noch einige bauliche Vorgaben erfüllt werden. Wenn alles bereit sei, sei wieder ehrenamtliches Engagement insbesondere während der Öffnungszeiten der Kleiderkammer gefragt. Dank der großzügigen Spendenbereitschaft vieler Bad Oeynhausener im Jahr 2015 sei das Lager noch gut gefüllt. »Wir hatten soviele Dinge, dass wir nach der Schließung der Notunterkunft einen Teil der Spenden mit auf einen Hilfstransport der Moldawienhilfe gegeben haben«, sagte die Ehrenamtskoordinatorin. Die Empfänger hätten sich sehr darüber gefreut. Marina Freese: »Wir haben sogar ein Dankesschreiben erhalten.«

Kein aufwendiger Umbau

»Sonstige Umgestaltungen im Bürgerhaus Rehme liegen weiterhin auf Eis«, sagte Achim Wilmsmeier. Um das städtische Gebäude langfristig zu einer Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge zu machen, wären umfangreiche Umbauten notwendig. Diese seien sehr kostspielig. Der Bürgermeister: »Derzeit gehen wir davon aus, dass wir auch ohne diese zusätzlichen Kapazitäten auskommen.« So sollen in Kürze beispielsweise sieben Wohnmodule mit mehr als 100 Plätzen für Flüchtlinge ihren Betrieb aufnehmen. »Auch bleibt es unser erklärtes Ziel, Flüchtlinge möglichst dezentral in Wohnungen im gesamten Stadtgebiet unterzubringen«, betonte Achim Wilmsmeier.

Integrationstreff auf Eis

Konkrete Pläne für die Einrichtung eines Integrationstreffs gibt es nach Angaben des Bürgermeisters derzeit nicht. Wie berichtet, hat die Politik ein erstes, an einen konkreten Standort gebundenes Konzept unlängst abgelehnt. Nun stellen sich laut Achim Wilmsmeier viele Fragen: »Wo wäre der beste Standort für einen Integrationstreff? Verfügt die Stadt dort über eine geeignete Immobilie? Wer übernimmt den Betrieb?« Antworten gibt es laut Bürgermeister derzeit allerdings nicht.

Zwischenmenschliches zählt

»Integration ist aber nicht an eine bestimmte Anlaufstelle gebunden«, betonte Achim Wilmsmeier. Wenn in Mehrfamilienhäusern untergebrachte Flüchtlinge mit ihren Nachbarn über Alttägliches ins Gespräch kämen, sei das wichtiger als Sprachkurse und sonstige Angebote. »Ich finde es auch bemerkenswert, dass Flüchtlinge und Ehrenamtliche gemeinsam die Innenstadtfete besucht haben«, ergänzte Marina Freese.

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