Cellistin Harriet Krijgh und Nordwestdeutsche Philharmonie überzeugen mit slawischen Stücken Sinfoniekonzert begeistert

Bad Oeynhausen (WB). Beim letzten Sinfoniekonzert vor der Sommerpause durfte das Publikum im Theater im Park am Sonntag ein Klangerlebnis der besonderen Art genießen. So standen berühmte Werke von Antonin Dvorak, Nikolai Rimsky-Korsakov und Alexander Borodin auf dem Programm.

Von Margaret Weirich
Gastdirigent Lukacz Borowicz verlangt Höchstleistung von der Nordwestdeutschen Philharmonie. Bei »Russische Ostern« müssen die Musiker die markante Rhythmik des Stücks herausarbeiten.
Gastdirigent Lukacz Borowicz verlangt Höchstleistung von der Nordwestdeutschen Philharmonie. Bei »Russische Ostern« müssen die Musiker die markante Rhythmik des Stücks herausarbeiten. Foto: Margaret Weirich

Beim bekannten Cellokonzert h-Moll, op. 104, von Dvorak entlockte Harriet Krijgh ihrem Instrument meisterhaft die zärtlichen aber auch kraftvollen Töne. Die tiefen Klänge des Cellos spielte das junge Cello-Talent aus den Niederlanden mit unterschiedlichen Techniken und wechselnder Intensität, um viele ausdrucksstarke Momente hervorzuzaubern. Besonders im zweiten, weitestgehend ruhig gehaltenen Satz entfaltete Harriet Krijgh die zärtlichen, wehmütigen Töne in ganzer Fülle.

Spannender Dialog zwischen Cello und Orchester

Dieses Thema wurde noch einmal im schnelleren dritten Satz in dem traumhaft gespielten Cello-Solo aufgenommen. Kontrastreich war darin auch der spannende Dialog zwischen Cello und Orchester. Am Anfang leitete das Cello das Hauptthema ein, in das das Orchester einstimmte und es weiterführte. Bald jedoch glitt das Cello in ein Solo hinein, das die Wehmut, ja fast ein Lamentieren, des zweiten Satzes aufnahm. Mit Harriet Krijghs Umsetzung wirkte das Solo wie ein Innehalten, um Luft für den kraftvollen, klangreichen Feuerwerk-Schluss zu holen. Das Publikum spendete viel Beifall und holte die Cellistin zweimal zurück auf die Bühne. Krijgh bedankte sich mit einer Bach-Serenade. Die Zeit schien für einen Moment angehalten, als das Publikum der gemächlichen Cello-Musik lauschte.

Das Gesamtkonzert stand unter der Leitung des Gastdirigenten Lukacz Borowicz aus Warschau, der viele Jahre das polnische Rundfunksinfonieorchester geleitet hat und oft im europäischen Raum als Gastdirigent fungiert. Zusammen mit der Nordwestdeutschen Philharmonie verzauberte er das Publikum nach der Pause mit einer temporeichen, kraftvollen Umsetzung der »Russischen Ostern« von Rimsky-Korsakov gefolgt von den Polowetzer Tänzen aus »Fürst Igor«.

Kompositionen wie bei den Olympischen Spielen

Der zweite Konzertteil bildete eine eigene Einheit und bot einen Kontrast zum gefühlvollen Dvorak-Auftakt. Bombastisch, imposant, erzählend waren insbesondere die Polowetzer Tänze. Die markanten Kompositionen von Borodin, die vielen noch von der Eröffnung der Olympische Spiele in Sotschi bekannt sein dürften, wirkten fremd faszinierend durch den orientalischen Einfluss und durch den Raum, den sie für Klarinetten, Oboen und Querflöte boten. Das Publikum belohnte den energiegeladenen Auftritt der Nordwestdeutschen Philharmonie mit nicht enden wollendem Beifall.

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