Realschule Süd erhält Unterstützung bei der Förderung von Flüchtlingskindern Spenden für die Auffangklasse

Bad Oeynhausen (WB). An der Realschule Süd werden seit Mitte Februar Flüchtlingskinder in einer Auffangklasse unterrichtet und beim Einstieg in ihr neues Leben unterstützt. Die Klasse ist bunt gemischt. Von den vier Mädchen und 14 Jungen stammen einige aus Syrien, andere aus Afrika, Afghanistan, dem Libanon und Rumänien.

Von Lina Sophie Möller
Die Flüchtlingskinder Madhi (vorne, von links), Soulaf und Julian freuen sich über ihre neuen Schulsachen. Doch auch Schulleiterin Anja Spengel (hinten, von links), Kay-Uwe Schneider, Vertreter der Rotarier und des Nahversorgers Westfalica, Dominik Dünne von der Volksbank Bad Oeynhausen-Herford und Lehrer Kai Stenzel sind glücklich, den Kindern besseres Lernen ermöglichen zu können.
Die Flüchtlingskinder Madhi (vorne, von links), Soulaf und Julian freuen sich über ihre neuen Schulsachen. Doch auch Schulleiterin Anja Spengel (hinten, von links), Kay-Uwe Schneider, Vertreter der Rotarier und des Nahversorgers Westfalica, Dominik Dünne von der Volksbank Bad Oeynhausen-Herford und Lehrer Kai Stenzel sind glücklich, den Kindern besseres Lernen ermöglichen zu können. Foto: Lina Sophie Möller

Nicht alle der Elf- bis 16-Jährigen haben bereits in ihren Heimatländern eine Schule besucht. So ist der Unterricht auch für die Lehrkräfte eine Herausforderung. Momentan liegt der Schwerpunkt auf dem Erlernen der deutschen Sprache.

»Mit Händen und Füßen gelingt die Kommunikation. Um das in Zukunft zu erleichtern, unterrichten wir hauptsächlich Deutsch und die Alphabetisierung, da viele der Kindern nur die arabische Schrift beherrschen«, erklärt Deutsch- und Geschichtslehrer Kai Stenzel, der sich vorgenommen hat, in den Sommerferien einen Intensivkurs Arabisch zu belegen, um den Schülern entgegen zu kommen. Gemeinsam mit seiner Kollegin Karin Heimke ist er Klassenlehrer der Flüchtlingskinder.

Anja Sprengel, Leiterin der Realschule Süd , ist erfreut, wie gut das Projekt anläuft. »Besonders beeindruckt hat mich, wie herzlich die Kinder von den anderen Schülern willkommen geheißen werden«, sagt sie und berichtet von einer Situation während der Projektwoche, als zwei Afrikaner spontan eine Breakdance-Einlage aufführten. Die deutschen Mitschüler reagierten darauf mit Applaus und Ermutigung. »Kinder haben viel weniger Vorbehalte als Erwachsene«, schlussfolgert die Pädagogin.

Bad Oeynhausener Institute spenden

Unterstützt wird das Projekt von den Rotariern, die 360€Euro Soforthilfe zur Verfügung stellten, und dem Energieversorger Westfalica, der 2000€Euro für das Beschaffen der Lehrmaterialien spendete.

»Die Schule hat mit der Bildung der Flüchtlingskinder eine große Aufgabe übernommen. Besonders mit dem Vorwissen, dass die Mittel des Staates nicht alles abdecken, ist es toll, sich daran zu beteiligen und dieses Projekt finanziell zu unterstützen«, bekräftigt Dominik Dünne von der Volksbank Bad Oeynhausen-Herford, die ebenfalls 500€Euro und Spielzeug beisteuerte.

»Können keine Trauma-Bewältigung leisten«

»Natürlich können wir keine Trauma-Bewältigung leisten, dafür haben wir nicht die notwendigen Fachkenntnisse. Was wir den Kindern bieten, ist die ersehnte Struktur und das Kennenlernen der neuen Kultur«, räumt Kai Stenzel ein.

Dass die Kinder, von denen acht ohne Eltern nach Deutschland gekommen sind, aber einiges zu verarbeiten haben, zeigt sich auch, als eine Kunstlehrerin mit ihnen Tonformen knetet. Ohne Anleitung entstehen Flüchtlingsboote, Häuser mit offenen Dächern und überdimensional große Männer. »Dadurch wurde mir persönlich nochmal bewusst, wie viel diese Kinder erlebt haben«, sagt Anja Sprengel.

Sobald die Kinder die deutsche Sprache beherrschen, sollen sie in altersgerechte Regelklassen eingeteilt werden. »Was wir hier machen, ist echtes interkulturelles Lernen«, stellt die Schulleiterin fest. Die Spenden der Volksbank Bad Oeynhausen-Herford, des Energieversorgers Westfalica und des Rotary Clubs Bad Oeynhausen-Minden eröffneten noch größere Möglichkeiten.

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