Produktionsleiter Tobias Knubel gibt Einblick in die Dreharbeiten zu »Out of control« »Es folgt Stunt auf Stunt«

Bad Oeynhausen/Löhne (WB). Noch bis Freitag entstehen auf der künftigen A 30 zwischen Bad Oeynhausen und Löhne Actionszenen für den deutsch-chinesischen Film mit dem Arbeitstitel »Out of Control«. Unit Production Manager Tobias Knubel (41) gehört zu den wichtigsten Personen im Team der Produktionsfirma Action Concept. Seine Aufgaben beschreibt der Kölner im Gespräch mit Redakteur Malte Samtenschnieder.

Noch bis Freitag gehen die Dreharbeiten für den deutsch-chinesischen Actionfilm »Out of Control« auf der künftigen A 30 weiter. Bereits bei Aufnahmen im Februar (Foto) zog das Team der Produktionsfirma Action Concept neugierige Blicke auf sich.
Noch bis Freitag gehen die Dreharbeiten für den deutsch-chinesischen Actionfilm »Out of Control« auf der künftigen A 30 weiter. Bereits bei Aufnahmen im Februar (Foto) zog das Team der Produktionsfirma Action Concept neugierige Blicke auf sich. Foto: Malte Samtenschnieder

Was reizt Sie daran, an der Produktion von »Out of control« mitzuarbeiten?

Tobias Knubel: Der Film ist total aufwändig. Hier folgt eine Actionszene auf die nächste. Entsprechend waren – und sind – auch die Vorbereitungen umfangreich. Es macht sehr viel Spaß, dabei zu helfen, die immer neuen Herausforderungen, zum Beispiel bei der Vorbereitung der Stunts und der dafür benötigten Kameratechnik, zu meistern, um am Ende schöne Bilder zu erzeugen.

Was sind Ihre Hauptaufgaben als Produktionsleiter?

Knubel: Nachdem die Finanzierung des Films stand, musste ich ein Budget zusammenstellen und den Ablauf des gesamten Drehs planen. Dabei habe ich unter anderem eng mit dem Aufnahmeleiter und dem Regieassistenten zusammengearbeitet. Kurzum: Ich schließe Verträge, zahle Rechnungen und justiere im Drehalltag nach, wenn es irgendwo Schwierigkeiten gibt.

Produktionsleiter Tobias Knubel Foto: Malte Samtenschnieder

Mussten Sie während der Dreharbeiten zu »Out of control« bereits unerwartete Probleme lösen?

Knubel: Wegen plötzlicher Krankheitsfälle mussten wir zum Glück bislang nicht umdisponieren. Dafür hat uns das Wetter mehrfach vor Herausforderungen gestellt. Sie haben ja bereits darüber berichtet, dass wir Ende Februar den ersten Drehtag in Bad Oeynhausen wegen starken Regens verschieben mussten. Dafür hatten wir danach vier Tage tolles Wetter.

Hat es weitere Verschiebungen im Drehplan gegeben?

Knubel: Eine weitere Szene in Köln musste ich ebenfalls wegen schlechten Wetters um zwei Wochen verschieben. Ich bin richtig stolz, dass das geklappt hat. Denn außer unserem Filmteam mit etwa 110 Leuten waren weitere 150 Komparsen betroffen. So etwas zu verlegen ist schon sehr aufwändig.

Wie sieht ein normaler Drehtag für Sie aus?

Knubel: Die meiste Zeit über bin ich für organisatorische Dinge im Büro. In Bad Oeynhausen ist das in unserem Hotel untergebracht. Ich fahre aber mindestens dreimal pro Tag ans Set, um zu schauen, ob alles funktioniert. In der Regel tauchen immer wieder neue Herausforderungen auf, die auf dem kurzen Dienstweg gelöst werden müssen.

Waren Sie auch an der Auswahl der künftigen A30 zwischen Bad Oeynhausen und Löhne als Drehort beteiligt?

Knubel: Ja. Ich bin seit November auf der Produktion und habe als einer der ersten das Drehbuch gelesen. Eine der Aufgabenstellungen lautete, eine geeignete Autobahn zu finden, auf der wir zwei Wochen lang drehen können.

Wie sind Sie auf das noch nicht freigegebene Autobahnstück zwischen Bad Oeynhausen und Löhne gestoßen?

Knubel: Mit Hilfe von Straßen NRW. Wir haben bereits bei einer anderen Produktion in Aachen gut mit dem Landesbetrieb zusammengearbeitet. Und als die Verantwortlichen dort unsere Anfrage erhielten, haben sie uns nach Ostwestfalen weiter verwiesen. Die Zusammenarbeit mit Sylke Tech, Projektleiterin für die A30, und Sven Johanning, Pressesprecher des Landesbetriebes Straßen NRW in Bielefeld, war von Anfang an großartig.

Was zeichnet die künftige A30-Trasse als Drehort aus?

Knubel: Das Autobahnstück ist ein riesiges Motiv. Es verfügt über zwei Brücken und einen Tunnel. Eine spektakuläre Explosionsszene haben wir ja Ende Februar an der Schrägseilbrücke in Löhne gedreht. Auch der Tunnel spielt bei einer anderen Actionszene – zumindest teilweise – eine Rolle. So haben wir an den Ein- und Ausgängen des Tunnels Aufnahmen gemacht. Was im Tunnel passiert, haben wir aber in Köln gedreht. Dafür ist der Tunnel in Bad Oeynhausen einfach zu kurz gewesen.

Der Film »Out of Control« wird speziell für den chinesischen Markt produziert. Welche Auswirkungen hat das auf den Ablauf der Dreharbeiten?

Knubel: Wir haben einen koreanischen Hauptdarsteller und eine chinesische Hauptdarstellerin. Hinzu kommen ein Bösewicht aus den USA und weitere Schurken aus Deutschland. Das heißt, wir sind international besetzt. Vor der Kamera spricht jeder Schauspieler seine Muttersprache. Hinter der Kamera verständigen wir uns auf Englisch. Bevor der Film bis Jahresende in die chinesischen Kinos kommt wird er komplett auf Mandarin synchronisiert.

Bevor Sie die Produktionsleitung bei »Out of Control« übernommen haben, waren Sie unter anderem an mehreren Folgen der Serie »Alarm für Cobra 11« – ebenfalls eine Produktion von Action Concept – beteiligt. Heute beginnt die neue Staffel zum 20-jährigen Serienjubiläum. Was sagen Sie dazu?

Knubel: Zunächst muss ich sagen, dass ich nicht an den neuen Folgen mitgearbeitet habe, sondern an der Staffel davor. Nichtsdestotrotz ist »Alarm für Cobra 11« ein tolles Format.

Wie kann man es mit »Out of control« vergleichen?

Knubel: Das Team von »Alarm für Cobra 11« ist seit Jahren aufein­ander eingespielt. Deshalb entstehen bei den Dreharbeiten vier bis fünf Filmminuten pro Tag. Das schaffen wir bei »Out of control« nicht. Hier kommen wir auf etwa zwei Filmminuten pro Tag. Wir nehmen uns für die Kinoleinwand etwas mehr Zeit.

Wie erklären Sie sich, dass »Alarm für Cobra 11« seit 20 Jahren weltweit erfolgreich ist?

Knubel: Autos und Action ziehen immer beim Publikum – insbesondere bei Männern. Ich weiß von vielen Fällen, in denen Väter die Serie gemeinsam mit ihren Söhnen schauen. Insgesamt hat »Alarm für Cobra 11« über die Jahre eine große Fanbase aufgebaut. Das ist schon beeindruckend.

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