»Queen Mom« begeistern Publikum in der Druckerei Reunion für nur eine Nacht

Bad Oeynhausen (WB). »Hallo, Bad Oeynhausen – ich hätte nicht gedacht, dass ich den Satz nochmal auf einer Bühne sagen würde, aber: Hier sind ›Queen Mom‹«, begrüßt Frontsänger Alexander Rosin die Besucher in der Druckerei. Mit lauten Gitarren und kräftigen Stimmen geben die vier Musiker der in Bad Oeynhausen gegründeten Band »Queen Mom« ein einmaliges Reunion-Konzert.

Von Lydia Böhne
Martin Rodinger (von links), Alexander Rosin, Giovanna Fusarelli und Till Schormann stehen nochmal als »Queen Mom« auf der Bühne. Zehn Jahre sind seit dem letzten Live-Auftritt vergangen.
Martin Rodinger (von links), Alexander Rosin, Giovanna Fusarelli und Till Schormann stehen nochmal als »Queen Mom« auf der Bühne. Zehn Jahre sind seit dem letzten Live-Auftritt vergangen. Foto: Lydia Böhne

»Ob sie wohl noch genauso harmonieren wie damals?«, fragt sich Beate Hagedorn. Gespannt wartet die Besucherin mit vielen weiteren Gästen im Vorraum der Druckerei auf den Auftritt von »Queen Mom«. Immerhin haben sich die vier ehemaligen Bandmitglieder in den neun Jahren nach der Trennung alle weiterentwickelt. Sänger Alexander Rosin  tourt   mittlerweile unter dem Namen Alex Amsterdam erfolgreich durchs Land.

Nach sieben Jahren und 150 Auftritten war 2006   Schluss. Als der Gitarrist und Sänger damals  nach Düsseldorf zog, um seine Solokarriere voranzutreiben, entschlossen sich »Queen Mom« schweren Herzens zur Auflösung. »Ich war wirklich traurig, als es die Band plötzlich nicht mehr gab, die Konzerte waren immer ein Erlebnis«, erinnert sich Beate Hagedorn. Umso erfreuter ist die Besucherin über die spontane Reunion der Musiker. »Jetzt, wenn ich wieder hier stehe, höre ich die Gitarren in meinen Ohren, als wäre es gestern gewesen«, sagt sie.

Guido Kreutzmüller heizt den Zuhörern zu Beginn des Konzerts richtig ein. Foto: Lydia Böhne

Bevor Beate Hagedorn allerdings der Musik von damals lauschen kann, betritt erst einmal Guido Kreutzmüller die Bühne. Als »Anheizer« stimmt der Berliner Musiker und gebürtige  Bad Oeynhausener die Gäste mit seinen entspannten Songs auf einen gemütlichen Abend ein.

Hinter der Bühne steigt währenddessen die Aufregung. Selbst den bühnenerfahrenen Alexander Rosin lässt das Reunion-Konzert nicht kalt. »Das ist einfach etwas ganz Besonderes«, stellt er fest. Die Männer seien gleich Feuer und Flamme gewesen, als die Druckerei zu ihrem 30-jährigen Bestehen in diesem Jahr bei der Band nach einem Revival zum traditionellen Konzert am 23. Dezember angefragt hatte. 2000 feierte die Band sogar ihren ersten Auftritt in der Druckerei.

»Eine Reunion hatten wir uns nie zum Ziel gesetzt, die Idee dazu stand allerdings schon länger im Raum«, berichtet Alexander Rosin. Da er selbst als Solo-Künstler viel unterwegs sei, Martin Rodinger inzwischen in  Süddeutschland lebe, Giovanni Fusarelli als Drummer bei der heimischen Band »Fünftürer« spiele und Till Schormann als Musiker bei der Band »TigerFM« aktiv sei, sei  ein Revival aus organisatorischen Gründen aber   nie zustande gekommen.

Freunde geblieben sind  die vier Musiker allerdings auch nach Auflösung der Band. Zehn Jahre sind mittlerweile seit dem letzten Live-Auftritt vergangen. An nur zwei Probenwochenenden mussten »Queen Mom« sich wieder finden. »Aber schon nach fünf Minuten war alles wie damals«, bemerkt Alexander Rosin, der sich für das Reunion-Konzert wieder auf eine E-Gitarre umstellen musste. »Normalerweise spiele ich inzwischen Akustik«, fügt er hinzu.

Sogar der alte Probenraum stand den Musikern  noch zur Verfügung. 20 Songs ihrer drei Alben haben »Queen Mom« für das Konzert einstudiert. »Wir wollen nicht nur einen schönen Abend mit vielen Freunden und Familienmitgliedern verbringen, wir haben auch einen musikalischen Eigenanspruch«, sagt Rosin. Dass sie es immer noch genauso drauf haben wie damals, stellen die Musiker bereits bei ihrem ersten Song »Stay For A Day« unter Beweis. Sofort kocht die Stimmung hoch und die ersten Besucher beginnen zu tanzen. Von Lied zu Lied wird die Stimmung ausgelassener und eine familiäre Atmosphäre macht sich breit. »Sie klingen so toll wie damals, als wären sie nie weg gewesen«, schwärmt  Beate Hagedorn. Und sie ergänzt: »Schade, dass dies ein einmaliger Auftritt ist.«

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